Bilanzpressekonferenz: 2014 geprägt von Talfahrt des Zinsniveaus

"Mit den Entwicklungen zufrieden"

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Die Vorstände Franz Endhardt (v. li.), Winfried Nusser und – neu dabei – Tobias Streifinger stellen sich weiterhin auf niederige Zinsen und veränderte Rahmenbedingungen ein.

Kaufbeuren/Ostallgäu – Niedrige Zinsen, ein verändertes Kundenverhalten mit Tendenz zum Internetzahlungsverkehr und Online-Banking sowie eine Verschärfung der gesamten Regulierungsvorschriften prägten das Geschäftsjahr 2014.

Zusammen mit seinem Vorstandskollegen Franz Endhardt gab Winfried Nusser im Rahmen der Bilanzpressekonferenz der Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren einen Überblick. 

Vor allem das historische Niedrigzinsniveau „bereitet uns durchaus Sorgen”, so Nusser. Die Sparkassen leiden als Stabilitätsfaktor der Finanzkrise unter den dauerhaft niedrigen Zinsen und das erfolgreiche Geschäftsmodell der Sparkassen geraten zunehmend unter Druck. „Das bedeutet für uns, die Kosten zu beherrschen, Risiken auf ein Mindestmaß zu begrenzen und die sich öffnenden Chancen zu erkennen”, erklärte Nusser die nötige Reaktion, vor allem da die Zinsen laut Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank, niedrig bleiben werden. 

Geschäftsentwicklung 2014 

Mit über 1,4 Milliarden Euro Bilanzsumme wuchs diese um drei Prozent, was die Sparkasse Kaufbeuren zum bedeutenden Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber mache. Die bilanzwirksamen Verbindlichkeiten gegenüber Kunden stiegen um vier Prozent auf über 1,027 Millionen Euro. Der Trend ging im vergangenen Jahr weiterhin zu kurzfristigen Spareinlagen, die konstant auf 140.000 Kundenkonten und Depots liegen. 

Insgesamt vergab die Sparkasse Kaufbeuren 911 Millionen Euro an Krediten, 543 Millionen Euro davon an Unternehmen und Selbständige. Damit wurden 21 Existenzgründungen unterstützt und die Sparkasse blieb „stabiler Partner des Mittelstandes der Region”. Für viele Privatkunden sei durch das niedrige Zinsniveau die Finanzierung eines Eigenheims interessant geworden mit Wohnbauneuzusagen von 57 Millionen Euro. 

Beim Bausparen sei der Schwerpunkt im letzten Jahr auf Wohnriesterförderungen gelegen, wofür die Sparkasse auch als beste Wohn-Riester-Sparkasse ausgezeichnet worden sei. Durch die Niedrigzinsen stieg das Interesse an Wohneigentum, was zu über 1600 Neuabschlüssen im Bausparen führte. Das Wertpapiergeschäft verzeichnete laut Nusser eine positive Entwicklung mit dem Verbundpartner Deka. Auf über 9100 Depots verwaltet die Sparkasse Kaufbeuren ein Anlagevolumen der Kunden in Höhe von rund 300 Millionen Euro. 

Bei langfristigen Vertragsabschlüssen hielten sich die Sparkassenkunden allerdings weiterhin zurück, so dass das Versicherungsvermittlungsgeschäft auf Vorjahresniveau blieb. Dennoch sei ein positiver Trend bei der Krankenversicherung zu vermelden. Der Jahresüberschuss sei nach Vorab-Dotierung der Vorsorgereserven mit 2,3 Millionen Euro leicht gefallen und geht komplett ins Eigenkapital. Dieses betrug im vergangenen Jahr 102 Millionen Euro und „überstieg die aufsichtsrechtlichen Mindeststandards bei Weitem”, so Vorstand Nusser. 

Um die langfristige Handlungsfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen, wird bereits jetzt der Ausbau der Führungspositionen und Marktkompetenzen aktiv gestaltet. Mit Tobias Streifinger, der seit 2009 bei der Sparkasse Kaufbeuren tätig ist, wird der Vorstand im Hinblick auf den Generationenwechsel um ein drittes Vorstandsmitglied aus der zweiten Führungsebene erweitert. Streifinger wird ab dem 1. Juli die Bereiche Betrieb, Risikosteuerung und Unternehmensentwicklung verantworten. 

Zum Jahresende hatte die Sparkasse Kaufbeuren 338 Beschäftigte, darunter 33 Auszubildende und 40 Prozent Teilzeitbeschäftigte. Die Zahlen blieben damit auf einem konstanten Niveau. Demnächst werde die Sparkasse laut Nusser einem syrischen Flüchtling aus dem Bankensektor ein mehrwöchiges Praktikum anbieten. 

Derzeit sei man mit drei Interessenten zur Vermietung des Erdgeschosses des Gebäudes am Salzmarkt im Gespräch. Die 350 Quadratmeter sollen an den Handel gehen, die oberen Geschosse gewerbliche Fläche und das dritte Obergeschoss Wohnungen werden, wofür es mehrere Interessenten gibt.

von Martina Staudinger

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