Bilanzpressegespräch der Kreis- und Stadtsparkasse

Zuversicht trotz schwieriger Lage

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Unter dem Motto „Von Pforzen – für Pforzen“ will die Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren am 20. Mai die Neueröffnung der Geschäftsstelle in den Wertachauen feiern.

Kaufbeuren – Dass eine Bank eine Geschäftsstelle neu eröffnet, kommt in Zeiten, wo man häufig von Filialschließungen hört, wohl nicht so oft vor. Doch genau das passiert jetzt in Pforzen mit der Eröffnung der dortigen Sparkassenfiliale am 20. Mai in den Wertachauen.

Dem gingen jedoch die Schließungen der alten Geschäftsstelle und derer in Irsee und Zellerberg voraus. „Wir sind überzeugt, mit einer modernen und größeren Geschäftsstelle für unsere Kunden einen echten Mehrwert zu schaffen“, sagte Winfried Nusser, Vorstandsvorsitzender der Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren im Rahmen des Bilanzpressegesprächs für das Jahr 2016.

„Wir haben unsere Zahlen stabilisiert und sind gut gerüstet für die Zukunft“, so Nusser. Die Sparkasse zeigt sich für 2016 insgesamt mit ihrem „soliden Ergebnis“ zufrieden. Die Bilanz­summe bleibt mit 1,4 Milliarden Euro stabil auf dem Vorjahresniveau. Beim Jahresüberschuss verzeichnet die Sparkasse allerdings einen Rückgang von 2,3 auf 2,1 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr – zurückzuführen auf die seit sechs Jahren anhaltende Niedrigzinsphase.

Dem vorgegebenen Marktfeld können sich die Sparkassen allerdings nicht entziehen. „Die Niedrigzinsphase wird andauern“, so Nusser. Trotz steigender Inflation sei kein Ausstieg aus der aktuellen Geldpolitik der Europäischen Zentralbank abzusehen. „So können sich die deutschen Sparer weiterhin nur durch höhere Risikobereitschaft eine positive Rendite erkaufen."

Die Auswirkungen des niedrigen Zinses zeigen sich im Privatkundenbereich deutlich. Laut Nusser wünschen sie sich kompetente Beratung und alternative Lösungen, die das Finanzkonzept und der Anlageberatungsprozess auch durchaus biete. Sowohl im Wertpapiergeschäft (+14 Prozent seit 2013) als auch im Wohnbau (+ 55 Prozent) seien so die guten Zahlen aus 2015 nochmals gestiegen (siehe Tabelle).

Keine Option ist für die Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren derzeit ein weiterer Rückbau des Geschäftsstellennetzes, Verwahr­entgelte für Privatkunden und Gebühren bei der Bargeldabhebung am Automaten. Vielmehr will das Kreditinstitut den Kunden das Leben leichter machen: in der Fläche präsent bleiben und zusätzliche, digitale Lösungen anbieten. Dem veränderten Kundenverhalten begegne die Sparkasse neben der Telefonberatung und dem Onlinebanking mit ihrer FinanzApp zusammen mit dem neuen Bezahlsystem „Kwitt“ und der Möglichkeit der Fotoüberweisung via Smartphone. Die neue Geschäftsstelle in Pforzen soll zudem auch den Expertenchat durch Videoberatung anbieten und stelle damit einen weiteren Schritt in modernes Banking dar.

Was die Regionalbanken überproportional belaste, sei die zunehmende Regulatorik. Laut Nusser sind die Regelungen für internationale Großbanken mit riskanten Geschäftsmodellen ausgelegt. Trotz der schwierigen Lage sieht die Sparkasse jedoch mit ihren Strategien zuversichtlich in die Zukunft, so Nusser.

Er hob auch noch das gesellschaftliche Engagement der Sparkasse hervor. Insgesamt seien 2016 über 180.000 Euro zur Unterstützung von regionalen Vereinen und Institutionen verwendet worden. Mehr als 100 Einzelspenden zur Förderung von Projekten, Ideen und Konzepten wurden so vergeben.

von Martina Staudinger

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