Flaniermeile von Süd nach Nord wieder durchgängig

"Im Süden bummeln"

+
Rundum zufrieden ist Ehepaar Hochwind mit dem Angebot bei „Engels Genussreich” in der Passage.

Kaufbeuren – Am vergangenen Samstagmorgen war es endlich soweit: Die neu gestaltete Sparkassenpassage wurde unter den Klängen der Tänzelfestkapelle eröffnet.

Der freie Durchgang erfährt eine besondere Bereicherung durch die neu eröffneten Einzelhandelsgeschäfte mit vielfältigem Angebot. „Wir wollten uns mit dieser Auswahl abheben“, so hatte Vorstandssprecher Winfried Nusser am Abend zuvor bei der Eröffnung im Kreis geladener Gäste eines der Ziele herausgestellt. Sein Vorstandskollege Franz Endhardt sieht in dem „schönen, attraktiven und greifbaren Angebot“ den Anreiz, „im Süden zu bummeln“. 

Den Menschen war die Freude darüber förmlich anzumerken, dass kein Bauzaun mehr für Behinderungen in der Kaiser-Max-Straße sorgt und der Blick auf die neu gestaltete Fassade der ehemaligen „Traube“ ohne Gerüst möglich war. Doch am meisten ist wohl der wieder freie Zugang in der Verbindung zur Ludwigstraße und darüber ersehnt worden. 

Die neuen Geschäfte vom Bistro über Fischhandel, Spirituosen, Feinkostartikel, Obst und Gemüse sowie einen Goldschmied bis hin zu italienischen Spezialitäten treffen offensichtlich auf breite Zustimmung in der Bevölkerung (siehe Umfrage). Für die ersten Monate kommt die Sparkasse den Mietern bis zur endgültigen Fertigstellung des Hauses im Frühjahr 2015 finanziell entgegen: „Erst ab diesem Zeitpunkt sind ortsübliche Mieten vereinbart“, so Vorstand Endhardt im Gespräch mit dem Kreisboten. 

Die Sparkasse hatte es sich nicht nehmen lassen, den Tag gebührend zu feiern. Die Showkapelle „Waidigel Pushies“ verbreitete Partystimmung und mancher Besucher verweilte länger im Sparkassen-Forum als geplant. Für die Kleinen bildete Zauberer Magic Martin mit seinen Luftballontricks und Zaubereien einen Anziehungspunkt und der ESVK hatte zur Autogrammstunde eingeladen. 

Große Herausforderung 

Bei der vorabendlichen Veranstaltung in Anwesenheit von Politik, Handel, Schulvertretern und Geistlichkeit ließ SK-Vorstandssprecher Nusser noch einmal die letzten zweieinhalb Jahre Revue passieren. „Wir haben diesen Tag herbeigesehnt“, so Nusser. Ziel sei von Anfang an gewesen, eine durchgehende Achse vom Parkhaus im Süden bis zum Norden zu schaffen. Mit dem historischen Zustand der Traube war der Denkmalschutz von Anfang an in die Umbaumaßnahmen eingebunden. „Anfangs habe ich noch gut geschlafen“, erklärte Vorstand Endhardt schmunzelnd, „doch später einige Nächte nicht.“ 

Es habe rund 150 Projektsitzungen gegeben und jede Sitzung habe neue Überraschungen gebracht und neue Entscheidungen verlangt. So sah es auch Architekt Christian Stadtmüller. „Es war eine besonders große Herausforderung“, so sein Fazit. Viele Dinge seien nicht vorhersehbar gewesen, zumal das Gebäude nicht systematisch nach klaren Strukturen, insbesondere unter statischen Gesichtspunkten ständig verändert worden war. 

"Tolles Angebot" 

Oberbürgermeister Stefan Bosse ist „absolut begeistert“. „Ich bin überzeugt, dass die Menschen das annehmen“, so die Stadtspitze, „und Kaufbeuren ist gut aufgestellt.“ Er halte dies für ein „tolles Angebot, das sich hinter keinem Center verstecken muss“. Anton Andreas Graf von Faber-Castell als einer der neuen Mieter hofft mit seinem Angebot im Fisch- und Bistrobereich auf „glückliche Kaufbeurer“. Der geborene Australier war bereits früher am Wochenmarkt in Kaufbeuren anwesend und betreibt eine Fischzucht in Markt Rettenbach. 

Susanna Hofer, die gemeinsam mit ihrem Mann ein Feinkostgeschäft betreibt, sieht alle Mieter der Sparkassenpassage als „große Wohngemeinschaft“. „Ich wünsche mir, dass wir uns alle attraktiv machen und hoffe, dass die Kaufbeurer aufwachen und niemand weg muss“, so die Jungunternehmerin. von Wolfgang Becker


Das sagen die Bürger:

Pia (54) und Jürgen (55) Hochwind aus Kaufbeuren: „Die Passage ist sehr ansprechend und modern mit einem großartigen offenen Konzept. Besonders freuen wir uns darüber, dass es endlich wieder Fisch gibt.“

Edeltraud Schwehm (66) aus Kaufbeuren: „Mir gefällt die Passage sehr gut. Es gibt viele schöne und edle Angebote. Außerdem finde ich es gut, dass die Passage wieder voll begehbar ist.“

Katharina Wiedemann (23) aus Asch: „Ich finde es sehr schön und mir gefällt es gut. Vielleicht kommt jetzt wieder mehr ‚Action‘ nach Kaufbeuren.“

Lisa Klein (22) aus Asch: „Mir gefällt, dass es so schön hell und freundlich gestaltet ist. Und die einzelnen kleinen Läden finde ich total süß.“

Beate De Paly (50) aus Pforzen: „Die Gestaltung ist gelungen und gefällt mir sehr gut. Ein Fischladen war absolut notwendig und endlich gibt es wieder einen freien Durchgang.“

Kathrin Deli (34) aus Kaufbeuren: „Das Ganze ist sehr gelungen gemacht. Mir gefällt auch die Fassade trotz aller Kritik sehr gut. Ich hoffe, dass Kaufbeuren weiter belebt wird.“

  



Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Kaufbeuren
Babys der Woche im Klinikum Kaufbeuren
Hat der Standort Kaufbeuren eine Chance?
Hat der Standort Kaufbeuren eine Chance?
Frauen in der Leitungsebene
Frauen in der Leitungsebene
Betrüger auf frischer Tat festgenommen
Betrüger auf frischer Tat festgenommen

Kommentare