Sparkurs ist unumgänglich

Kerzenschein, Lebkuchen, Mandarinen und Tannengrün - richtig weihnachtlich wurde jedem zu Mute, der vergangene Woche den Sitzungssaal im Kaufbeurer Rathaus betrat. Ein letztes Mal in diesem Jahr tagte das Gremium und Oberbürgermeister Stefan Bosse (CSU) warf in seiner Weihnachtsansprache einen Blick ins Jahr 2010 sowie einen Blick zurück.

Wirtschaftlich stünde die Stadt zum Jahresende auf einem „guten Fundament“, so Bosse und führte aus: „Wir konnten trotz einbrechender Einnahmen nicht nur eine Haushaltssperre vermeiden. Vielmehr konnten die Schulden weiter abgebaut werden - auf jetzt noch rund 27 Millionen Euro.“ Dies sei der niedrigste Stand seit über 20 Jahren. „Wir alle freuen uns auf eine lebendige Beziehung mit unseren Freunden in Tschechien“, hob Bosse auch noch einmal die Besiegelung der Partnerschaft zwischen Gablonz an der Neiße und Kaufbeuren hervor. Die teuerste Baumaßnahme mit 36 Millionen Euro sei der Erweiterungsbau des Klinikums, mit dem 2009 begonnen werden konnte. 2009 wurde Kaufbeuren auch zur Studentenstadt. Denn die Ansiedlung einer Außenstelle der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege, Fachbereich Finanzwesen, ist gelungen. „Die Studenten bereichern das Stadtleben und fühlen sich wohl in Kaufbeuren“, sagte Bosse und ergänzte: „Das wissen wir aus persönlichen Gesprächen.“ 2010 wird gebaut 2010 wird ein Jahr des Bauens für die Stadt Kaufbeuren. Gebaut wird an der Beethoven und der Jörg-Lederer-Schule, am Kreisverkehr Kemptener Straße und am Kemptener Tor, am Neuen Markt und beim Jugendzentrum in Neugablonz. „Hoffentlich gelingt auch beim Reifträger Weg 2010 der Baubeginn. Die Finanzierung ist jedenfalls gesichert“, sagte Oberbürgermeister Bosse. Allerdings müssen für die vielen Bauvorhaben auch die kompletten Rücklagen aufgebraucht werden. „Auch wenn wir ab sofort keine neuen Projekte mehr zulassen würden, kommt die Stadt nicht um eine Schuldenaufnahme herum.“ Ein Sparkurs sei deshalb unumgänglich. Werner Seibt (CSU) als dienst-ältestes Stadtratsmitglied betonte in seiner Ansprache, dass „der Erfolg eines Jahres nur im Rückblick“ eingeschätzt werden könne. Generell gelte sein Dank denjenigen, die sich das ganze Jahr über „für das Wohl der Kaufbeurer eingesetzt haben“. Auch heuer beschenkt die Stadt wieder Kinder. 790 Kinder in Harzt-IV- oder Sozialhilfebedarfsgemeinschaften erhalten einen Gutschein über 30 Euro zum Weihnachtsfest.

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