Intelligentes Flächenmanagement

Sparsamer Umgang mit Flächen: Freie Wähler stellen Antrag im Kaufbeurer Stadtrat

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„Die Schaffung bezahlbaren Wohnraums ist eine der größten sozialpolitischen Herausforderungen der Gegenwart", so Bernhard Pohl.

Kaufbeuren – Der Bayerische Landtag überarbeitet derzeit das Landesplanungsgesetz. Darin ist als Ziel der sparsame Umgang mit Flächen formuliert. Dem sollen die Bauleitplanung und Bautätigkeit in Kaufbeuren Rechnung tragen. Zumindest, wenn es nach dem Willen der Fraktion der Freien Wähler (FW) im Kaufbeurer Stadtrat geht.

Denn die FW-Stadtratsfraktion möchte nun diese Pläne vor Ort umsetzen und hat deshalb einen Antrag im Stadtrat eingebracht, der demnächst behandelt werden soll. Ziel ist es, durch Aufstockung von Einzelhandelsflächen und Überbauung von Park- und Verkehrsraum bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. „Die Schaffung bezahlbaren Wohnraums ist eine der größten sozialpolitischen Herausforderungen der Gegenwart. Dies gilt gerade für eine Stadt wie Kauf­beuren, die insbesondere durch den Zuzug aus dem Großraum München einen konstanten und deutlichen Einwohnerzuwachs erfährt. Deshalb fordern wir seit vielen Jahren, dass die Stadt die Voraussetzungen für zusätzlichen und bezahlbaren Wohnraum schafft, indem sie selbst Wohnungen baut und auch zusätzliche Bauflächen ausweist“, stellt der Landtagsabgeordnete und Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler im Kaufbeurer Stadtrat, Bernhard Pohl, fest.

Effektiver Flächenverbrauch

Der Dringlichkeitsantrag kombiniert nun die Forderung nach mehr Wohnungsbau mit dem Ziel des Flächensparens. „Kaufbeuren ist eine Stadt mit einer vergleichsweise sehr hohen Bevölkerungsdichte. Die meisten kreisfreien Städte in der Größenordnung von etwa 50.000 Einwohnern sind flächenmäßig erheblich größer. Daher muss die Stadt im besonderen Maße auf einen effektiven Flächenverbrauch achten. Wenn es gelingt, Synergien zu nutzen, können wir den Siedlungsdruck von außen gut auffangen und das Preisniveau für den Kauf oder die Miete von Wohnraum auf einem verkraftbaren Niveau halten. Die Preissteigerungen der letzten Jahre zeigen, dass wir hier absolut Handlungsbedarf haben“, betont Pohl.

Mutige Konzepte entwickeln

Die Freien Wähler sehen hier auch Chancen für die Belebung der Innenstadt. Eigentlich hatte die FW damals eine Wohnbebauung im Forettle gefordert, gebaut wurde aber das Forettle-Center. Doch es gebe auch andere Möglichkeiten, altstadt- und bahnhofsnahen Wohnraum zu schaffen. „Wir denken unter anderem an den Parkplatz beim Kaufland, eine Fläche von einem Hektar, die derzeit nur für Stellplätze vorgesehen ist. Das ist eine ärgerliche und unnötige Ressourcenverschwendung“, so Pohl. Gleiches gelte für das Bahnhofsareal. „Hier sollten wir mutige Konzepte weiterentwickeln und auch die Überbauung der Bahnhofstraße und der Gleis­anlage ins Auge fassen. Gebäude müssen nicht ebenerdig sein, sie können quasi als Brücke über die Verkehrsanlagen gebaut werden. Das gibt im Übrigen auch einen möglichen neuen Ansatz für die Barrierefreiheit des Bahnhofs“, erläutert Pohl.

Mit solch innovativen Konzepten könne man laut der Freien Wähler auch dem Kostendruck bei den Grundstückspreisen begegnen. Der zusätzliche Wohnraum müsse nämlich auch für breite Schichten der Bevölkerung bezahlbar bleiben. „Wer dieses Thema vernachlässigt, zeigt ein Defizit an sozialer Verantwortung. Eine Einkommenssteigerung hilft herzlich wenig, wenn sie durch die Erhöhung der Mietkosten gleich wieder aufgefressen wird“, so Pohl abschließend.

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