Investition von sechs Millionen Euro

Spatenstich für die neue Heimat von pro-micron

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Im neuen Gebäude wird das Unternehmen pro-micron seine Fläche verdreifachen. Der erste Spatenstich erfolgte vergangenen Donnerstag.

Kaufbeuren – Ende nächsten Jahres wird die neue Zentrale des Unternehmens pro-micron von der B12 aus gut sichtbar sein. Die Kaufbeurer Hightech-Firma zieht vom Innovapark in die Gottlieb-Daimler-Straße, denn die bisherigen Räumlichkeiten werden allmählich zu klein. Vergangene Woche wurde der erste Spatenstich für das Büro- und Produktionsgebäude gefeiert, das ein Investitionsvolumen von sechs Millionen Euro hat.

Wurde pro-micron 2003 als Applikationszentrum für Microsystemtechnik gegründet, so liegen heute die Schwerpunkte auf einer Kombination aus Sensorik, Funk­übertragung, Software, Algorithmus und Datenverarbeitung bis hin zu künstlicher Intelligenz. Bei der Temperatursensorik handele es sich um eine „weltweit ziemlich einmalige Technologie“, erklärte Geschäftsführer Dr. Rainer Wunderlich. Es sei zwar noch Zukunftsmusik, doch das Thema Temperaturmessung im Elektromotor sei ein „enormer Megatrend“, den das Unternehmen angehe. Kunden hat das Unternehmen in 19 Ländern in den Branchen Zerspanung, Luft- und Raumfahrt, Automotive, Elektromotorenfertigung und Lebensmitteltechnologie.

Das Hightech-Unternehmen pro-micron zieht um und investiert dafür sechs Millionen Euro. Beim Spatenstich am Donnerstag waren neben den Gesellschaftern Hubertus von Zastrow und Dr. Rainer Wunderlich unter anderem auch Oberbürgermeister Stefan Bosse, Landtagsabgeordneter Bernhard Pohl sowie benachbarten Unternehmer und am Bau beteiligte Firmenvertreter anwesend.

Momentan arbeiten 40 Mitarbeiter für das Unternehmen. Als Weltmarktführer bei der Entwicklung und Herstellung von sensorischen Werkzeughaltern und drahtlosen Temperatursensoren wächst es stetig – es verzeichnet ein jährliches Wachstum von 30 Prozent, sagte der geschäftsführende Gesellschafter Hubertus von Zastrow. Mit dem Spatenstich für ein neues Hauptgebäude samt Produktionshalle habe das Unternehmen nun einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht. Die alten Räumlichkeiten werden aufgegeben. Auf einer dreimal so großen Nutzfläche wie bisher, 3100 Quadratmeter, soll der Neubau mit drei Etagen dann Platz für 80 bis 110 Mitarbeiter bieten. Ein zusätzliches Stockwerk ist als Option vorgesehen. Für die Bauausführung zuständig ist die Firma Brefa aus Woringen und die Planung stammt vom Architekturbüro Innowave. Das Bauvorhaben soll die Energieeinsparverordnung um 20 Prozent übertreffen. Deshalb wird es auch von der EU und dem Freistaat Bayern gefördert (wir berichteten).

Im Neubau ist eine Kooperation mit der Berufsschule Kaufbeu­ren und der Hochschule Kempten geplant. Das Haus wird auch das Technologie-Transfer-Zentrum (TTZ) als Kompetenzzentrum für digitale Zerspanung beherbergen, dessen Räumlichkeiten von Studenten und Professoren genutzt wird. Somit bildet pro-micron neben der Hochschule eine tragende Säule des neu ausgerichteten TTZ und werde „ein wahres Zentrum der Industrie 4.0 mitten im Allgäu“, sagte von Zastrow. Auf die Einflussnahme des Landtagsabgeordneten Bernhard Pohl (Freie Wähler) hin sei die Finanzierung doch noch im Landeshaushalt verankert worden. „Der Landtag steht hinter dem Projekt“, betonte Pohl. Auch die Stadt Kaufbeuren fördert die Initiative. „Wir halten sie für stark zukunftsfähig“, sagte Oberbürgermeister Stefan Bosse. Das TTZ sei ein weiterer Ankerpunkt der Hochschule in Kaufbeuren. Er kündigte an, dass die Stadt die Mietkosten dafür übernehme, schließlich stehe „ein echter Sprung in ein neues Zeitalter“ an.

von Martina Staudinger

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