Archäologen untersuchen das Gelände

Ein neues Haus für die Kinder von St. Josef

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Diesmal griffen nicht die Ehrengäste, sondern die Kinder von St. Josef zur Schaufel um den symbolischen Spatenstich für „ihr neues Heim“ auszuführen.

Kaufbeuren – Viel Staub und Baulärm gab es in den zurückliegenden Wochen in der Pfarrgasse. Dabei gingen die Abbrucharbeiten des Kindergartens St. Josef, der zum Gesamtkomplex des einstigen Jesuitenklosters gehörte und sich in einem relativ schlechten Bauzustand befand, nach Meinung der Verantwortlichen wesentlich besser und ruhiger vor sich, als ursprünglich gedacht. Die Abbrucharbeiten sind nunmehr beendet, so dass in Kürze mit den eigentlichen Bauarbeiten begonnen werden kann.

Allerdings wird das Gelände derzeit noch von Archäologen „unter die Lupe genommen“, nachdem Überreste von Vorgängerbauten –wahrscheinlich des Pfarrhofes – aus dem 13. Jahrhundert gefunden worden waren. Diese historischen Fundstücke müssen derzeit geprüft und entsprechend dokumentiert werden. Dann kann es losgehen – voraussichtlich in der kommenden Woche.

Offiziell eröffnet wurde das Bauvorhaben vergangene Woche mit dem ersten Spatenstich. Neben den geladenen Ehrengästen, unter ihnen Oberbürgermeister Stefan Bosse, Stadtpfarrer Bernhard Waltner, Stiftungspfleger Rudolf Wisbauer und Stefan Leister von der Katholischen Jugendfürsorge Augsburg, waren auch Vertreter der am Bau beteiligten Unternehmen, sowie als „die Hauptpersonen“ eine Abordnung von Kindern des Hauses St. Josef mit ihren Betreuerinnen in die Baugrube gestiegen, um bei dieser symbolischen Handlung dabei zu sein. Als gelungenen Gag hatten sich die Verantwortlichen einfallen lassen, einigen Kindern einen Bauhelm aufzusetzen und mit einer Schaufel auszustatten, sodass die Kinder selbst den Spatenstich für ihr „neues Haus“ ausführen konnten.

Wie Rudolf Wisbauer dem Kreisbote erklärte, gab es beim alten, nun abgebrochenen Gebäude, feuchte Kellerräume, für heutige Verhältnisse ungeeignete sanitäre Einrichtungen und obendrein auch noch statische Probleme. Aus diesem Grund wurden Sanierungs- und teilweise Abrissmaßnahmen verworfen. Und so entschloss sich die Prof. Dr. Schegg´sche Katholische Waisenhausstiftung in Abstimmung mit dem beauftragten Architekturbüro Stadtmüller-Burkhardt-Graf aus Kaufbeuren einen kompletten Neubau zu errichten. Dabei wurde großer Wert auf eine wesentliche Verbesserung der Kinderbetreuung in modernen, hellen und barrierefreien Räumen gelegt. In einem eingeschossig geplanten Gebäude sollen die Kindergarten- und Krippenkinder untergebracht werden. Ein einstöckiger Anbau bietet dann Platz für circa 30 zu betreuende Schulkinder und für Räumlichkeiten der Verwaltung.

Stadtpfarrer Bernhard Waltner zeigte sich sehr erfreut, dass es nun „losgehe“ und betonte, dass für ihn die Förderung der Kinder – egal welcher Konfession – stets am Herzen liege und mit dieser neu zu schaffenden Einrichtung wieder ein entscheidender Schritt in die „richtige Richtung“ getan werde. Wie bei einer Pressekonferenz zu erfahren war, sollen die Kosten des Neubaus circa 4,5 Millionen Euro betragen. Davon übernimmt die Stadt Kaufbeuren 1,6 Millionen Euro und aus staatlichen Fördergeldern fließen 1,7 Millionen Euro. Den Rest übernimmt die Diözese Augsburg und die Waisenhausstiftung.

Bis zur Fertigstellung im Frühjahr 2018 sind die Kinder im Postgebäude in der Heinzelmannstraße untergebracht (wir berichteten). Von dort sei es nicht allzu weit für die Kinder, um zwischendurch immer wieder einmal nachzuschauen und mitzuerleben, wie „ihr Haus“ im Laufe der Zeit „wächst und gedeiht“, so Waltner. Auch Oberbürgermeister Stefan Bosse wünschte einen erfolgreichen Bauverlauf und betonte: „Es ist doch schön zu sehen, wie Kaufbeurens Zukunft mitten in der Altstadt mit Kindern neu belebt wird. Eine förderliche und lohnende Investition für die Zukunft unserer Innenstadt in Kaufbeuren“.

von Klaus-Dieter Körber

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