"Sport verbindet"

Kaufbeuren bewirbt sich um Special Olympics

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Hof hatte für 2017 das Rennen gemacht. Dort fanden heuer die Special Olympics Landesspiele Bayern statt.

Kaufbeuren – Kaufbeuren bewirbt sich um die Austragung der Special Olympics Bayern im Jahr 2021. Die Stadträte waren am Dienstagabend allesamt begeistert von der Idee, die Spiele der Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung in der Wertachstadt auszutragen. Schon tags darauf sollte die Bewerbung rausgehen.

Für Kaufbeuren ist es nicht die erste Bewerbung um die Regionalen Spiele – für die Ausrichtung in diesem Jahr scheiterte die Stadt und das oberfränkische Hof setzte sich durch. Sollte sie aber diesmal Erfolg haben, werden voraussichtlich im Zeitraum vom 5. bis 18. Juli 2021 etwa 1000 Athleten aus ganz Bayern anreisen und um Medaillen kämpfen. Vorgesehen sind Badminton, Basketball, Boccia, Bowling, Fußball, Golf, Handball, Judo, Kanu, Leichtathletik, Radsport, Roller Skating, Schwimmen, Tennis und Tischtennis, sowie ein wettbewerbsfreies Angebot und weitere Demonstrations-Sportarten. Für manche Sportarten wie Bowling müsse man gegebenenfalls nach Kempten oder Landsberg ausweichen. Die Veranstaltung dauert fünf Tage, entweder Montag bis Freitag oder Mittwoch bis Sonntag. Laut Alfred Riermeier, Leiter des städtischen Jugend- und Familienreferats, der die Bewerbung vorstellte, finde das Tänzelfest normalerweise zu der Zeit statt. Da finde sich aber eine Lösung.

Die Stadtverwaltung hält die Durchführung in Kaufbeuren für machbar. Von dem zu erwartenden Gesamtbetrag von 300.000 bis 350.000 Euro müsste die Ausrichterstadt laut Riermeier etwa 20.000 bis 40.000 Euro stemmen. Der größere Batzen würde von Sponsoren und aus Fördertöpfen finanziert. Als Ausrichterstadt wird eine personelle Unterstützung vonseiten der Stadtverwaltung und Helfer im Berich der Spiele gefordert. Insbesondere die Lebenshilfe und einige Vereine haben bereits ihre Unterstützung zugesagt, so Riermeier.

Quer durch alle Stadtratsfraktionen zog sich die Begeisterung für die Bewerbung um die Austragung der Regionalen Sommer Spiele 2021. Sportpfleger Otto Richard Zobel (CSU) bezeichnete die mögliche Austragung in Kaufbeuren als „Highlight für die Stadt“. Besonders im Zeitalter der Inklusion sei es wichtig, Menschen mit Behinderung auch sportlich mit einzubeziehen. Auch Angelika Zajicek (FDP) hielt es für eine „großartige Idee“ und gelungene Integration. Volker Kollmeder brachte es auf den Punkt: „Sport verbindet“.

Oberbürgermeister Stefan Bosse erwähnte, dass Kaufbeuren nicht der einzige Bewerber sei, darunter Erlangen und Regensburg. Im Gegensatz zu den alle vier Jahre ausgetragenen Olympischen Spielen geben es bei den Special Olympics kaum Protestbewegungen, sagte er augenzwinkernd.

Special Olympics ist die weltweite größte, vom IOC offiziell anerkannte, Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. Derzeit ist Special Olympics mit nahezu fünf Millionen Athleten in 170 Ländern der Welt vertreten. Sie wurde 1968 von der Familie Kennedy-Shriver ins Leben gerufen und ist seit 1991 in Deutschland aktiv. Seit April 2004 gibt es den Bayerischen Landesverband. Derzeit werden in Bayern mehr als 200 Einrichtungen der Behindertenhilfe (Schulen, Werkstätten, Wohnheime) aber auch Sportvereine und Einzelpersonen als Mitglieder betreut. 9.000 Sportlerinnen und Sportler sind bei Special Olympics Bayern.

von Martina Staudinger

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