Die Spinne ist zurück 

Kinokritik: "Spider-Man: Homecoming"

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(Noch) nicht viel zu tun in Queens. Die Spinne (Tom Holland) sucht neue Herausforderungen.

Die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft ist zurück. Seit vergangener Woche schwingt ein neuer Hauptdarsteller im Kino über die Dächer von Queens und New York. Nach seinem überraschend furiosen Auftauchen im Marvel Kracher „The First Avenger: Civil War“ von 2016 war schon eines klar: Tom Holland, in der neuen Rolle als Netzschwinger, eroberte die Herzen der Fans im Sturm. Da war dieses kleine Körnchen witzig kindlicher Charme aus den Comics, das bisher gefehlt hatte.

Dass der neue Spider-Man mit dem Untertitel „Homecoming“ versehen worden ist, ist übrigens ein kleines Wortspiel der Macher, denn nicht nur Peter kehrt nach Hause, auch die Rechte der Comicfigur dürfen wieder Teil des „Marvel‘s Cinematic Universe“ werden, nachdem die vorherigen Filme nur von Sony Pictures vertrieben worden sind. Der Deal scheint unter einem guten Stern zu stehen, immerhin bescherten am ersten Wochenende überragende 117 Millionen Dollar Einspiel Platz 1 in den USA.

Inhalt

Immer noch euphorisch von dem packenden Kampf mit den Avengers kehrt Peter Parker (Tom Holland) in seine Heimat zurück, wo er mit seiner Tante May (Marisa Tomei) und unter dem wachsamen Auge seines neuen Mentors Tony Stark (Robert Downey Jr.) lebt. Es fällt ihm jedoch nicht leicht, sich im Alltag zurechtzufinden – vielmehr will er beweisen, dass er mehr ist als nur der sympathische Spider-Man aus der Nachbarschaft. Als aber The Vulture (Michael Keaton) als neuer Gegenspieler auftaucht, gerät plötzlich alles, was Peter im Leben wichtig ist, in große Gefahr.

Rezension

Wie in der Überschrift schon zusammengefasst, der neue Spider-Man schlägt seine Netze in ganz neue Bahnen. Tom Holland verleiht der Rolle als 15-jähriger Teenager wesentlich mehr Witz und Charme als seine Vorgänger. Seine Turnübungen im Rahmen seiner Bemühungen ein echter Superheld zu sein, enden mehr in Slapstick und Fensterscheiben und sorgen für echte Lacher in den Kinosesseln. Michael Keaton ist als Bösewicht ein Glücksfall und hat seine besten Momente, wenn er nicht seine gefährlichen Stahl-Flügel als Vulture ausbreitet, sondern nur seine unverwechselbare Mimik in Großaufnahme einsetzt. Zu guter Letzt gibt sich auch Iron Man alias Robert Downey Jr. die Ehre den Cast würdig zu untermauern. Seine Mentor-Schüler Beziehung zu dem jungen Spider-Man ist ein Segen für das Drehbuch, spannt immer wieder den Bogen zu den Avengers und ermöglicht viele Optionen für die Zukunft.

Die Action-Szenen, das Aufeinandertreffen zwischen Gut und Böse ist technisch versiert und spannend inszeniert. Eine kleine Überraschung in der Handlung wertet die an sich geradlinige Story auf. Ohnehin spielen die Charaktere, auch die kleineren Nebenrollen, die erste Geige im neuen Spider-Man und sind jeden Euro Eintrittsgeld wert.

von Michael Denks


Zum Film:

Originaltitel: Spider-Man: Homecoming

Land: USA 2017

FSK: 12

Regisseur: Jon Watts

Darsteller: Tom Holland, Michael Keaton, Robert Downey Jr., Marisa Tomei u.a.

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