Hier wird nicht zu viel verraten

Kinokritik: "Star Wars: Das Erwachen der Macht"

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Alte Liebe rostet nicht!

Das lange Warten ist vorbei – „Star Wars“ ist zurück! Seit gestern schlägt das Imperium, oder besser gesagt, die „Erste Ordnung“ wieder zurück. Kaum ein Film stand in den letzten Monaten mehr im Fokus als die langersehnte Fortsetzung des Weltraummärchens von George Lucas.

„Die Rückkehr der Jedi Ritter“ liegt nun schon über dreißig Jahre zurück (die Prequels, von 1999 bis 2005, werden von „echten“ Fans als „geistlos“ ausblendet). Damals wurden Luke Skywalker, Han Solo, Leia und ihre Freunde nicht nur zu Idolen einer fortlaufender Generationen, sondern auch das Produkt einer der größten Merchandise-Bombardements des Konsums.

Die Ursache für den überirdischen Erfolg lag nicht nur in der bahnbrechenden CI-Technik der Lucas-Firma „Industrial Light & Magic“, sondern in der einzigartigen Story. Die Ursprünge fand der Filmvisionär im Buddhismus, in symphytischen Piraten-Abenteuern, der mystischen Artus-Legende und seinen loyalen Rittern. Das alles verwandelte Star Wars-Fans auf der ganzen Welt in eine eingeschworene Gemeinschaft und schuf praktisch eine eigene Religion. Die große Frage lautet jetzt: Kann es der neue Regisseur J.J. Abrams den Jüngern wieder Recht machen und mit „Das Erwachen der Macht“ einen neuen Glanz heraufbeschwören?

Inhalt 

Von Anfang an wurden nur wenige Details zur Story bekannt, das hatte gute Gründe – daher wird hier nicht zu viel verraten. 30 Jahre sind nach dem Fall des Imperators vergangenen, aus den Trümmern des Imperiums hat sich die „Erste Ordnung“ erhoben, angeführt wird sie von Supreme Leader Snoke (Andy Serkis) und Kylo Ren (Adam Driver), der der dunklen Seite der Macht verfallen ist. Im Zentrum aller Geschehnisse steht der kleine Droide BB-8 (ein Highlight und eine Reminiszenz an den ersten Teil von 1977), der geheime Informationen über den Verbleib von Luke Skywalker in sich trägt. Die „Erste Ordnung“ ist ihm dicht auf den Fersen und selbstverständlich haben die Helden der Geschichte da einiges dagegen.

Rezension 

Es ist vollbracht. „Das Erwachen der Macht“ kann man so wörtlich nehmen. Han Solo ist zurück, der Millennium Falke fliegt wieder und mit ihm die Herzen der Fans. Schon von der ersten Sekunde besticht die Fortsetzung durch eine atemberaubende Optik und jede Menge Feingefühl für Details.

Abrams ist selbst einer der größten Star Wars-Fans und hat den Kern und das Wesen der Ursprungstrilogie verstanden. Wenn beispielsweise ein Raumgleiter winzig klein an einem alten, abgestürzten, überdimensional großen, Schlachtkreuzer des Imperiums verbeizieht, kommen Gefühle von Epik und Isolation gleichzeitig zum Tragen. Die neue Generation der Leinwand-Helden bekommt viel Tiefe einverleibt und setzt jetzt schon den Grundstein für die nachfolgenden Teile.

Der übergelaufene Sturmtruppler Finn (John Boyega) und die Schrottsammlerin Rey (Daisy Ridley) stehen dabei im Mittelpunkt. Um sich von der gefährlichen Mittelmäßigkeit einer Story (ohne Risiken) abzuheben, steuert Gut und Böse nicht nur auf eine echte emotionale Konfrontation zu, sie hinterlässt auch deutlich Spuren beim Zuschauer! Abrams gelingt damit eine echte Überraschung und hat den Mythos zum neuen Leben erweckt. Jetzt heißt es wieder fieberhaft warten auf den nächsten Teil.

von Michael Denks

Zum Film:

Originaltitel: The Force Awakens

Land: USA 2015

FSK: 12

Regisseur: J.J. Abrams

Darsteller: Harrison Ford, Carrie Fisher, Mark Hamill, Adam Driver, John Boyega, Oscar Isaac, Daisy Ridley u.a.

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