Staatsanwaltschaft ermittelt

Die Staatsanwaltschaft Kempten ermittelt gegen Ex-Klinikchefin Dr. Susanne Schlichtner. Laut Staatsanwältin Katrin Eger wird geprüft, inwieweit Schlichtner „strafrechtliches Vergehen im Kommunalunternehmen vorzuwerfen ist“.

Wie berichtet, musste Mitte August Schlichtner ihren Chefsessel im Kommunalunternehmen Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren räumen, nachdem der Verwaltungsrat der Klinikchefin via Eilsitzung fristlos gekündigt hatte. Über einen fehlenden Jahresabschlusses für 2009 hinaus, wollte der Verwaltungsrat damals keine Gründe nennen, die letztlich zu dieser Entscheidung geführt hatten. Inzwischen scheint aber klar, dass die Vertrauensbasis zwischen Verwaltungsrat und Vorstand bis auf die Grundfeste erschüttert sein musste. Laut Staatsanwältin Eger ermittelt ihre Behörde gegen Schlichtner, weil die Stadt Kaufbeuren der Kripo „umfangreiches Material“ vorgelegt hatte, mit der Bitte, dieses „auf strafrechtliche Relevanz zu prüfen“. Dabei gehe es unter anderem um Vermögensdelikte wie Untreue aber auch um Vertragsänderungen sowie fehlerhafte Fahrkostenabrechnungen. „Inwieweit Schlichtner hierfür verantwortlich zeichnet, und ob Anklage gegen sie erhoben wird, muss die Prüfung der Staatsanwaltschaft zeigen“, erklärte Eger. Kein Vertrauen mehr Das könne allerdings noch mehrere Wochen dauern. Eger wies darauf hin, dass die Stadt bewusst darauf verzichtet hat, Anzeige gegen Schlichtner selbst zu erstatten.  Auch Oberbürgermeister Stefan Bosse macht als Verwaltungsratsvorsitzender des Klinikverbundes auf Anfrage keinen Hehl daraus, dass die Stadt besagte Unterlagen zwecks „Prüfung strafrechtlicher Relevanz im Kommunalunternehmen Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren“ eingereicht hatte. Das Thema „Vertrauen“ sei zwischen Vorstand und Verwaltungsrat in jüngster Zeit ein sehr „belastetes“ gewesen. So sei er mit „Täuschungshandlungen im Kommunalunternehmen“, bei- spielsweise im Rahmen einer Änderung im Arbeitsvertrag, konfrontiert worden. Letztlich sei die Kluft zwischen Vorstand und Verwaltungsrat so groß geworden, dass man die Unterlagen an die Kripo weitergeleitet habe, um zu prüfen, ob es im Kommunalunternehmen zu strafrechtlichen Verstößen gekommen sei. Eine einvernehmlichen Lösung nach dem Rauswurf Schlichtners, wie von Landrat Johann Fleschhut und Bosse angestrebt, rückt damit wohl in weite Ferne. Zumal Schlichtner offenbar gegen die Kündigung rechtlich vorgehen will. Es dürfte aber auf der Hand liegen, dass sowohl die Stadt als auch der Landkreis als Betreiber des Kommunalunternehmens Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren ohne etwaige Abfindungsansprüche Schlichtners aus dieser Angelegenheit herauskommen werden, wenn sich der Verdacht gegen die Ex-Klinikchefin bestätigt.

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