Stadt Buchloe schätzt die Kosten auf zwei Millionen Euro

Eisstadion wird saniert

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Das Buchloer Eisstadion ist 40 Jahre alt und hat dringenden Sanierungsbedarf. Rund zwei Millionen Euro wird es kosten. Geklärt werden muss, welche Zuschüsse der Freistaat gibt. Unser Foto zeigt Bürgermeister Josef Schweinberger bei der Besichtigung einer nicht mehr zeitgemäßen Umkleidekabine aus den siebziger Jahren.

Buchloe – Das wird nicht billig für Buchloe. Die Stadt ist bekanntermaßen Eigentümerin des in die Jahre gekommenen Eisstadions. Es besteht ein erheblicher Sanierungsbedarf, vor allem in den Bereichen Sanitär, Heizung und Umkleidekabinen.

Bereits im Februar dieses Jahres hatte sich der Bauausschuss bei einer Ortsbesichtigung von den Problemen überzeugen können. Der Eissportverein ESV, der Mieter und Nutzer der Eissporthalle ist, hatte in der Zwischenzeit seine Hausaufgaben gemacht und verschiedene Varianten der Sanierung untersuchen lassen. Die lagen nun dem Stadtrat in der jüngsten Sitzung zur Entscheidung auf dem Tisch.

Unbestritten war bei den Stadträten, dass saniert werden muss. Unterschiedliche Auffassungen gab es allerdings über die einzelnen Varianten. Im Ergebnis legten sich die Stadträte auf eine rund zwei Millionen teure Variante fest. Die sieht vor, den kompletten Kabinentrakt samt Toiletten und Umkleideräumen an der Südseite des Eisstadions neu zu bauen. Die Alternative wäre gewesen, den Kabinentrakt auf den heutigen Trakt aufzusetzen. Das wäre zwar rund eine halbe Millionen Euro billiger gewesen, ist aber aus Sicherheitsgründen nicht sinnvoll. Mit Schlittschuhen über Treppen rauf und runter zu laufen ist für Bürgermeister Josef Schweinberger ein Unding. „Das ist viel zu unfallträchtig.“ Auch die meisten Stadträte sahen das so.

Offen ist noch, ob es Zuschüsse vom Bayerischen Landessportbund gibt. Entsprechende Anträge sind gestellt worden. Bürgermeister Josef Schweinberger will das Thema Zuschüsse bei seinem Termin am 13. Dezember mit Innenminister Joachim Herrmann ansprechen.

Diskussion

Kritik an der teuren Variante blieb natürlich nicht aus. Hubert Zecherle (UBI) sagte, hier würden bei der favorisierten Variante des Neubaus 500.000 Euro Mehrkosten für eine Nischensportart in Kauf genommen. Cai von Restorff (GAL) gab ihm Recht. Für Benjamin Leinsle (CSU) dagegen war klar, dass man den Eissport in Buchloe haben wolle. Er konnte sich den Hinweis nicht verkneifen, dass man in Kaufbeuren für ein neues Eisstadion erheblich mehr Geld ausgegeben habe. „Wir machen in Buchloe keine Luxussanierung“, sagte Leinsle, der wie sein Stadtratskollege Matthias Kögl als Beisitzer dem Vorstand des Eissportvereins angehört.

Elfriede Klein (Grüne) regte an, über eine Refinanzierung wie beispielsweise „Privat Public Partnerschaft“ nachzudenken. Ihre Kollegin Eva Kienzle (FWV) gab dem Bürgermeister den Tipp, sich wegen der Förderung einmal mit den Stadt­oberen in Schongau in Verbindung zu setzen. Dort soll man bis zu 30 Prozent Fördergelder für die Sanierung des Eisstadions erhalten. Für Rudolf Grieb (UBI) war die Diskussion ein Grund, eine Vertagung zu beantragen, bis die Förderung geklärt sei.

Robert Pöschl plädierte für absolute Professionalität bei der Sanierung. Zu klären sei für ihn, ob der Verein im Hinblick auf die Förderung die Planung mache und als Bauherr auftreten solle.

2021 abgeschlossen

Dem wollten die Stadträte in der Abstimmung aber nicht folgen, da es eine weitere Verzögerung bedeuten würde. Der Zeitplan sieht vor, das Jahr 2018 für die Planungen zu nutzen. Die Sanierung werde, so die Vorstellung von Rathauschef Josef Schweinberger, in den Jahren 2019 bis 2021 erfolgen. Die Investitionen sollen entsprechend auch auf die Jahre verteilt werden.

ESV-Vorstand Axel Flöring, der vom Bürgermeister ein Rederecht eingeräumt bekam, bedankte sich für die bisherige Unterstützung. Er kündigte an, dass sein Verein das Vorhaben natürlich auch mit Vereins­engagement voll unterstützen werde. „Wir geben der Stadt mit unserem sportlichen Angebot auch etwas zurück“. Flöring wies darauf hin, dass für den Verein absolute Transparenz gegenüber der Stadt selbstverständlich sei. „Wir haben hier keine Salamitaktik gemacht.“

Mit 15:7 stimmte der Stadtrat für den Neubau eines Kabinentraktes auf der Südseite des Eisstadions. Falls eine Förderung durch den Landessportbund an den ESV nicht in Frage kommt, muss das Thema dem Stadtrat erneut vorgelegt werden. Dann wird wohl die Stadt die Planungen machen.

von Siegfried Spörer

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