Rettungsschirm für Kulturszene

Stadt Kaufbeuren bringt Corona-Sonderförderprogramm auf den Weg

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Akteure wie die Kulturwerkstatt sorgen für ein lebendiges Angebot in der Kaufbeurer Kulturszene. Der Corona-Schutzschirm soll nun jenen Kulturschaffenden unter die Arme greifen, die durch die Krise in finanzielle Not geraten sind.

Kaufbeuren – Um den Kaufbeu­rer Kulturschaffenden, die in Krisenzeiten mit enormen Herausforderungen zu kämpfen haben, zur Seite zu stehen, bringt die Stadt ein Sonderförderprogramm „Corona“ in Höhe von 25.000 Euro auf den Weg.

Wie in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses vorgestellt wurde, ist es das Ziel dieser Unterstützung, die Auswirkungen der Pandemie abzumildern, Kulturakteure finanziell zu entlasten und das Kulturleben wieder anzukurbeln.

Ein „echtes Anliegen“ sei die Hilfestellung laut Kulturabteilungsleiter Günther Pietsch für die Stadt. Schließlich sorgen die Einrichtungen für ein kontinuierliches Kulturangebot; daher sei das Rettungsprogramm eine „wichtige Investition in den Erhalt des kulturellen Lebens in Kaufbeuren“. Die coronabedingte Absage von Veranstaltungen führe in vielen Kulturbereichen zu Umsatzausfällen und finanziellen Einbußen. 

Die Krise habe „gravierende Auswirkungen“ auf die Kulturakteure. Um diese Auswirkungen abzufedern, habe die Verwaltung bisher schon einige Maßnahmen gestartet. Die Internet-Plattform „Coronale“ wurde etwa ins Leben gerufen, um dem Social Distancing entgegenzuwirken, „die Beziehungen zwischen Akteur und Publikum nicht abreißen zu lassen und ein empathisches Zeichen der Gemeinsamkeit und Solidarität zu setzen“, so Pietsch.

Ausnahme-Programm

Eine solche Initiative wie der Corona-Schutzschirm stelle für eine kleinere Stadt wie Kaufbeu­ren eine Ausnahme dar. Das Sonderförderprogramm soll Pietsch zufolge jenen Institutionen Geldmittel bereitstellen, die durch die Krise in Bedrängnis geraten, das heißt, seit April ein finanzielles Defizit erwirtschaftet haben. Kommune und Kulturträger sollen auf diese Weise gemeinsam am Ausgleich des Defizits arbeiten. Antragsberechtigt sind Kaufbeurer Kulturakteure, die aus dem Budget der Abteilung Kultur entweder bereits institutionell gefördert werden oder grundsätzlich institutionell förderberechtigt wären. Eine hohe Betroffenheit sei besonders im Bereich Kulturmanagement sowie bei Institutionen mit relevanten Fixkosten zu erwarten.

Dank an Kaufbeurer Kulturakteure

Bei den Stadtratsmitgliedern, die das Sonderförderprogramm einstimmig auf den Weg brachten, kam die Initiative entsprechend gut an. So sprach sich Holger

Jankovsky (Grüne) für eine solche einfache Förderung aus und hob das „vielfältige kulturelle Leben“ hervor, um das sich die Vereine vor Ort bemühten und das zu großen Teilen von Ehrenamtlichen gestützt werde. Auch Dr. Erika Rössler als Kaufbeurens Dritte Bürgermeisterin begrüßte das Engagement und die Bereitschaft, sich um die Kulturszene zu kümmern und individuell auf die Akteure zuzugehen. 

Martin Valdés-Stauber (SPD) wünschte sich hier noch mehr frische Impulse, um in diesem Rahmen neue, kreative Formen zu entwickeln und regte als Beispiel eine kostenlose Raumnutzung für Kulturschaffende an.

Nähere Informationen zum Sonderförderprogramm gibt es unterwww.kaufbeuren.de/Kultur.

Mahi Kola

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