Kein Konsens

Stadt Kaufbeuren und Investor zur Bebauung am Afraberg

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Verlassen stehen die Gebäude auf dem Gelände des Afrabergs in Kaufbeuren. Müll sammelt sich auf dem Grundstück an, der Verfall nimmt seinen Lauf.

Kaufbeuren – Der Kaufbeurer Bau- und Umweltausschuss beriet im September 2019 die Bauleitplanung für die Neugestaltung des Afrabergs (wir berichteten). Es war einer der ersten Schritte zur Umsetzung eines komplexen Projektes. Ende 2020 sollte ein Bebauungsplan stehen.

Doch es ist still geworden um das Thema Afraberg. „Noch fehlt eine gemeinsame Linie bei Verfahrensfragen“, berichtete Helge Carl, Baureferent der Stadt Kaufbeuren dem Kreisbote.

Das Gelände befindet sich in den Händen des Investors, Florian Biasi, Hauptgeschäftsführer der Panntum Projektentwicklungs GmbH in München. Allerdings sind sich die Stadt und der Investor in vielen Fragen nicht einig. Mehrere Lösungsvorschläge habe sein Büro bereits vorgelegt, sagte Biasi. Auf diese sei die Stadt nicht eingegangen. Neben den bereits festgelegten Vorgaben, wie zum Beispiel der Stellplatzsatzung, gibt es „jetzt zu viele Fragen“, so Baureferent Carl. 

Neben dem Erhalt der baulichen Denkmäler und angestrebten zehn Prozent Wohnbebauung, seien die Nutzung der jeweiligen Baukörper noch nicht bestimmbar, so Biasi. Auch sei die von der Stadt geforderte vorhabenbezogene Bebauung in der Umsetzung bürokratisch sehr aufwendig und teilweise nicht umzusetzen. Bei Grundstücken dieser Größenordnung arbeite Panntum in der Regel mit einem sogenannten Angebotsbebauungsplan.

„Nun haben wir einen neuen Stadtrat und mit diesem neue Gespräche“, sagte Carl. Der Stadtrat werde die Bauplanung in den kommenden Sitzungen erneut thematisieren. „Wir streben an, jetzt mit den einzelnen Fraktionen zu sprechen“, erklärte Biasi. Es gelte, alle Mitglieder zu informieren und Kompromisse zu finden.

Schwierige Fragen und dementsprechend lange und zahlreiche Gespräche kommen auf den neuen Stadtrat sowie den Investor zu. „Es wäre vielleicht möglich gewesen“, sagte Carl, doch dieses Jahr wird es noch kein Baurecht für den Afraberg geben.

Selma Höfer

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