Nadelöhr adé

Stadt Kaufbeuren plant Neubau der Bahnbrücke in der Mauerstettener Straße

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Das Nadelöhr soll künftig weichen: Ab 2026 wird in der Mauerstettener Straße eine neue Bahnbrücke mit höheren und breiteren Maßen gebaut.

Kaufbeuren – Die Bahnbrücke in der Mauerstettener Straße soll erneuert werden: Ab 2026 plant die Deutsche Bahn den Bau einer neuen Brücke. Die Eisenbahnüberführung stammt aus dem Jahr 1909. Noch ist die Unterquerung nur einspurig befahrbar – das soll sich künftig ändern.

Mit diesem Vorhaben kann „ein seit langem vorhandenes Nadelöhr endlich beseitigt werden“, wie Uwe Seidel, Abteilungsleiter für Tiefbau, in der jüngsten Bauausschusssitzung ankündigte.

Die Unterquerung sei „aus verkehrstechnischer Sicht unzureichend“, ist die Durchfahrtshöhe doch auf 3,4 Meter begrenzt und verhindere so Lkw-Durchfahrten. Wegen der geringen Breite von 4,7 Metern ist auch kein Geh- oder Radweg vorhanden. Den Verkehr regelt eine Ampel. Jetzt strebt die Stadt an, die Durchfahrtshöhe auf 4,5 Meter anzuheben und die Durchfahrt auf 12,5 Meter zu verbreitern, um einen ungehinderten Verkehr in zwei Richtungen zu realisieren, welcher dann auch den Fußgänger- und Radverkehr berücksichtigt. Die Veränderungen sollen ebenfalls für den Schwerlastverkehr eine ungehinderte Unterquerung ohne Ampelregelung ermöglichen.

Verkehrsauswirkungen untersucht

Welche Auswirkungen auf den Verkehr mit dem Ausbau verbunden sind, ließ die Stadt bereits untersuchen. Laut Verkehrsgutachten ist mit einer Zunahme des Verkehrs in der Mauerstettener Straße um circa 600 Fahrzeuge pro Tag zu rechnen. Das entspräche einer Zunahme von elf Prozent. In gleichem Maße sinke die Belastung in der Straße Am Bahndamm. Catrin Riedl (SPD) erkundigte sich in diesem Zuge nach einem Anspruch auf Lärmdämmung für die Anwohner, den Seidel aber verneinen musste. 

Ulrike Seifert (Grüne) befürwortete den Ausbau, äußerte aber Bedenken hinsichtlich der Verkehrsgeschwindigkeit stadteinwärts auf der Mauerstettener Straße. Die sei oft zu hoch und könnte nach dem Ausbau noch zunehmen, befürchtete Seifert. Sie schlug vor, für Fußgänger und Radfahrer eine Querungshilfe ins Auge zu fassen. Seidel zufolge werde beim Schwabenhof derzeit eine solche gebaut. Die Sorge vor mehr Geschwindigkeitsüberschreitungen sah Seidel als unbegründet an, da der Ausbau nicht die Breite der Straße an sich betreffe. 

Auch auf den Verkehr in der Edelweißstraße habe das Bauvorhaben keine Auswirkungen. Seifert wünschte sich hier eine Lösung für weniger Durchgangsverkehr, denn obwohl dort nur 30 Stundenkilometer zugelassen sind, seien die Autos, laut Messungen zufolge, oft schneller unterwegs, sagte die Stadträtin.

Entscheidung für Ausbau

Schon im Jahr 2000 strebte die Stadt den Ausbau der Bahnbrücke auf eigene Initiative an. Da sie aber sämtliche Kosten selbst zu tragen gehabt hätte, war ein Ausbau damals nicht weiter verfolgt worden. In der Sitzung ebnete das Gremium nun den Weg für das weitere Vorgehen: Die Stadträte entschieden sich einstimmig für den Ausbau und beauftragten die Verwaltung, der Deutschen Bahn die Vorstellungen der Stadt mitzuteilen und eine Planungsvereinbarung abzuschließen. Für die neue Unterführung wird mit Gesamtkosten von etwa 2,8 Millionen Euro gerechnet. Die Maßnahme ist förderfähig, wobei der Kostenanteil der Stadt am gemeinsamen Projekt voraussichtlich zwischen einer und 1,5 Millionen Euro beträgt.

Mahi Kola

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