Diskussion um Hallenneubau

Stadt Kaufbeuren plant Neubau der Turnhalle am Krautlussweg

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Die Turnhalle an der Schraderschule ist sanierungsbedürftig. Sie soll ersetzt werden.

Kaufbeuren – Um mehr Platz für den Schulsport zu bieten, plant die Stadt Kaufbeuren die Neuerrichtung der Turnhalle an der Schrader-Grundschule. Über das Bauvorhaben wurde am Montag in der Sitzung des Schul- und Sportausschusses diskutiert.

Auch die „angespannte Hallensportsituation“ kam in diesem Zuge zur Sprache.

„Massiv sanierungsbedürftig“ sei die Turnhalle, die 1974 als Doppelturnhalle in einer Größe von 19 Metern mal 37 Metern erbaut wurde, laut Stadtkämmerer und Schulreferatsleiter Markus Pferner. So komme es im Winter bei entsprechendem Schneefall durch die Konstruktion des Daches immer wieder zu Sperrungen der Halle. Fassade, Fenster und Heizung seien unter anderem ebenfalls „dringend sanierungsbedürftig“.

Wie Pferner erläuterte, ist der Neubau statt einer Sanierung vorgesehen, da die Sanierungskosten deutlich höher wären. Zu diesem Ergebnis kam eine von der Abteilung Hochbau im Juni 2018 durchgeführte Wirtschaftlichkeitsberechnung.

Die Turnhalle an der Schraderschule ist sanierungsbedürftig. Sie soll ersetzt werden.

Aktuell wird die Turnhalle am Krautlussweg von der Schrader-Grundschule mit zwölf Klassen belegt. Daneben nutzen sechs Klassen der benachbarten Josef-Landes-Schule die Halle für den Sportunterricht; am Nachmittag findet dort außerdem seit vielen Jahren der Sportunterricht für derzeit sieben Klassen der Jörg-Lederer-Mittelschule statt, die selbst über keine eigene Sporthalle verfügen.

Die Regierung von Schwaben hat Pferner zufolge den schulfachlichen Bedarf für eine Zweifach-Sporthalle mit den Standardmaßen 27 Meter mal 30 Meter mal 5,50 Meter nebst Umkleideräume, Raum für Geräteaufbewahrung und Lehrerbereich im Umfang von bis zu 381 Quadratmetern bereits anerkannt. Ein erster grober Entwurf der Abteilung Hochbau zur möglichen Umsetzung ergab einen Baukörper mit einer Abmessung von mindestens 31 mal 42 Metern. Eine gleichzeitige Nutzung der Halle als Aula oder Veranstaltungsraum sei außerdem denkbar. Erweiterungsmöglichkeiten seien zusätzlich gegeben; so soll bei Bedarf eine Erweiterung der Schraderschule mit Klassenzimmern oder zur Ganztagsbetreuung oberhalb der Umkleideräume möglich sein. Momentan liefe ein Teilnahmewettbewerb für die Projektvergabe, so Pferner.

Hallennutzung für Vereinssportler?

Dass die neue Halle so gebaut werden soll, dass sie auch von Vereinssportlern genutzt werden kann, wünschten sich mehrere Ausschussmitglieder in der Sitzung. Denn für den Volleyball- und Basketball-Spielbetrieb sei die Halle Pferners Ausführungen zufolge nicht groß genug: Um diesen Vereinen das Spielen zu ermöglichen, müsste die Halle mit einer Höhe von mindestens sechs beziehungsweise sieben Metern gebaut werden. Die hierfür anfallenden Mehrkosten wären jedoch nicht förderfähig.

Momentan wird die Halle im Bereich des Vereinssports von der Deutschen Jugendkraft mit ihren beiden Abteilungen Basketball und Volleyball mehrmals wöchentlich genutzt, allerdings nur für den Trainingsbetrieb. Der Spielbetrieb im Basketball findet in der Dreifach-Turnhalle der FOS/BOS an der Schelmenhofstraße statt.

In der Runde wurde der Bedarf angesprochen, ausreichend Kapazitäten für Handballer, Volleyballspieler und Co. zu schaffen. Peter Kempf (Freie Wähler) appellierte etwa daran, bei dem Projekt „in die Zukunftsfähigkeit zu investieren“. So wurde mehrfach angemerkt, die Überlegung für eine zusätzliche Raumerhöhung in die Planungen mit einzubeziehen.

Startschuss

Oberbürgermeister Stefan Bosse nahm die Anregungen auf und wies darauf hin, dass man mit dem Vorhaben noch am Anfang stehe und es sich bei den Angaben um Näherungswerte handle. „Das ist zunächst der Startschuss, um das Projekt auf den Weg zu bringen“, so der OB. „Wir verunmöglichen nichts“, gab Bosse im Hinblick auf die Gestaltung und Nutzungsmöglichkeit der künftigen Halle zu verstehen. Gleichzeitig gelte es aber, sich darauf zu konzentrieren, „was realistisch machbar ist und welche finanziellen Kapazitäten zur Verfügung stehen“. Bosse stellte in Aussicht, Überlegungen zu einer Dreifach-Turnhalle in der Jörg-Lederer-Schule mit einer möglichen multifunktionalen Nutzung anzustellen, dies sei aber noch „weit am Horizont“. Nun gelte es, gemeinsam zu überlegen: „Was können und wollen wir uns leisten?“. Eine Entscheidung darüber, wie es mit den Planungen um den Neubau der Turnhall weitergeht, soll in der nächsten Stadtratssitzung im Juli folgen.

Mahi Kola

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