Für mehr Sicherheit

Stadt Kaufbeuren rüstet Bauhoffahrzeuge mit Abbiegeassistent aus

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Fußgänger und Radfahrer im toten Winkel werden vom Abbiegeassistenzsystem im Führerhaus des LKWs erkannt.

Kaufbeuren – Der tote Winkel bei großen Fahrzeugen kann zu Unfällen führen. Ein trauriges Beispiel hierfür ist der Unfall eines 16-jährigen Kaufbeurers im Oktober 2017, der sich an der Ecke Neugablonzer und Liegnitzer Straße beim Abbiegen eines Lkws ereignet hatte (wir berichteten).

Der Bauhof der Stadt Kaufbeuren hat nun sechs Fahrzeuge mit einem Abbiegeassistenten ausgestattet um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen.

„Das Risiko Radfahrer und Fußgänger im seitlichen Gefährdungsbereich zu übersehen geht mit den neuen Abbiegeassistenzsystemen sehr stark zurück“, resümierte Dieter Simnacher, Leiter des Fuhrparks im städtischen Bauhof. Bereits im November letzten Jahres hat man damit begonnen bei drei Müllsammelfahrzeugen und drei LKW-Krankippern die Abbiegeassistenten nachzurüsten. Die Fahrer dieser Fahrzeuge würden aufgrund der Fahrzeugbeschaffenheit besonders davon profitieren, so Simnacher.

Eine Kamera außen projiziert Bilder des Gefahrenbereichs direkt auf einen Bildschirm in das Sichtfeld des Fahrers.

Immer wieder kommt es auch zu tödlichen Unfällen, weil die Fahrer großer Kraftfahrzeuge Personen und Radfahrer beim Rechtsabbiegen nicht sehen. Abbiegeassistenzsysteme sorgen dafür, dass die Fahrer eine Rundumsicht ihres Fahrzeugs haben: Eine Kamera außen projiziert Bilder des Gefahrenbereichs direkt auf einen Bildschirm in das Sichtfeld des Fahrers (siehe Foto). 

Die Kamera wird beim Rechtsblinken aktiviert. Der Monitor befindet sich in der Nähe des Rückspiegels, sodass der Fahrer beim Abbiegen oder Rückwärtsfahren intuitiv in den Monitor sieht.

Der Konflikt zwischen einem Lkw und ungeschützten Verkehrsteilnehmern gehört zu den gefährlichsten Situationen des Straßenverkehrs überhaupt: „Die Nachrüstung des Abbiegeassistenten hat pro Fahrzeug zwischen 1500 und 2000 Euro gekostet. Wenn ein Mensch aber zu Schaden kommt, weil es kein Abbiegeassistenzsystem im Fahrzeug gibt, dann ist das finanziell nicht aufzuwiegen“, begrüßte Oberbürgermeister Stefan Bosse die Nachrüstung.

Die verpflichtende Einführung der Abbiegeassistenzsysteme für LKW‘s durch eine Verordnung der EU-Kommission ist nach derzeitigem Stand erst ab 2022 für neue Fahrzeugtypen und ab 2024 für alle Neufahrzeuge vorgesehen. 

kb

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