Neues Gewerbegebiet geplant

Stadt Kaufbeuren will acht Hektar großes Gewerbegebiet im Hart schaffen

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Für ansässige und neue Unternehmen soll im neuen Gewerbegebiet in Oberbeuren Platz geschaffen werden.

Kaufbeuren-Oberbeuren – Um bestehende Unternehmen in Kaufbeuren zu halten und möglicherweise neue ansiedeln zu können, soll im Hart ein neues, etwa acht Hektar großes Gewerbegebiet geschaffen werden. Die einzige Möglichkeit zur kurzfristigen Entstehung weiterer Gewerbeflächen sieht die Liegenschaftsverwaltung in den Grundstücken in der Apfeltranger Straße.

Denn die hohe Nachfrage von Kaufbeurer Unternehmen, die sich erweitern wollen, ginge über das Flächenangebot deutlich hinaus. Im Gebiet „Untere Au“ können diese laut Oberbürgermeister Stefan Bosse nicht mehr untergebracht werden. Die Grundstücke südlich des Wohngebietes „Fliegerhorstsiedlung“ stehen im Eigentum der Stadt Kaufbeuren und sind als Flächen für Landwirtschaft ausgewiesen. Um dort ein Gewerbegebiet realisieren zu können, soll zunächst der Flächennutzungsplan geändert und ein Bebauungs- und Grünordnungsplan aufgestellt werden.

Dringenden Handlungsbedarf äußerte hier OB Bosse in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. Die Nachfrage von Unternehmen nach Grundstücksflächen sei groß und entsprechend spürbar der Druck von großen Unternehmen, die drohen, aus Kaufbeuren abzuwandern. Damit sich bestehende Betriebe erweitern und neue ansiedeln können, müsse schnell gehandelt werden. Dies sei laut OB die „einzige Möglichkeit, die Unternehmen zu halten“. Was die erforderlichen Schallschutzmaßnahmen betrifft, seien bereits Untersuchungen in Auftrag gegeben worden. Von diesem Ergebnis abhängig sei dann die Frage, wie die Fläche erschlossen werden kann.

Laut Stadtplaner Werner Fehr sei ein Anschluss an das Wohngebiet denkbar; er könne sich beispielsweise einen Kreisverkehr an der Abzweigung Landstraße vorstellen.

Ob möglicherweise ein Teil des Fliegerhorstgeländes genutzt werden kann, kam ebenfalls in der Runde zur Sprache. Ulrike Seifert (Grüne) zeigte sich von den Plänen weniger begeistert: Ein Gewerbegebiet brauche Kaufbeuren aus ihrer Sicht nicht – stattdessen solle man sich lieber um die Leerstände in der Innenstadt kümmern. Die Bebauung und das „Zukleistern“ des Geländes nehme außerdem „Freiräume“ weg. Seifert wünschte sich insofern einen sparsameren Umgang mit den Flächen, „damit auch künftige Generationen dort etwas bauen können“. Außerdem vermisste sie „landschaftsverbindende Elemente“.

Von der Mehrheit der Stadträte wurde das Vorhaben allerdings begrüßt: So könne man laut Bürgermeister Gerhard Bucher (CSU) nicht tatenlos dabei zusehen, wie hiesige Unternehmen in den Landkreis ziehen, „ohne dass Fremdfirmen herkommen“.

„Wir müssen alles tun, um die Arbeitsplätze in Kaufbeuren zu halten“, meinte auch Dr. Thomas Jahn (CSU). Auch bedingt durch den „enormen Zuzug aus anderen Ländern“ sei es unumgänglich, zu bauen. Über das weitere Vorgehen soll in der nächsten Stadtratssitzung im Februar entschieden werden.

von Mahi Kola

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