Auf den Bedarf reagieren

Stadt Kaufbeuren will zusätzliche Kitaplätze schaffen

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Am Waldkindergarten in Neugablonz steht momentan ein mobiler Kindergartenwagen. Nun sind zwei weitere Bauwagen für den Standort geplant, die den Kindern den Aufenthalt und das Spielen im Freien ermöglichen.

Kaufbeuren – Ungebrochen hoch ist die Nachfrage nach Kitaplätzen in Kaufbeuren. Um den Rechtsanspruch der Eltern auf einen Betreuungsplatz erfüllen zu können, plant die Stadt zur kurzfristigen Bedarfsdeckung von Kitaplätzen zusätzliche Kapazitäten zu schaffen.

Als Projekte sind die Schaffung einer Containerlösung an der Gustav-Leutelt-Schule sowie der Ausbau des Naturkindergartens am Freibad in Neugablonz angedacht.

Zwei Lösungen geplant

Diese zwei Optionen wurden nach Prüfung mehrerer Alternativen von der Verwaltung in der jüngsten Finanzausschusssitzung vorgeschlagen. Vorgesehen ist an der Gustav-Leutelt-Schule eine Containeranlage für die Unterbringung von vier Krippengruppen. Als Standort biete sich der Sportplatz in der Turnerstraße an, wo bereits in der zweiten Jahreshälfte die Containeranlage für die Ersatzunterbringung des Hortes Mosaik und von Schulklassen für die Baumaßnahmen in der Gustav-Leutelt-Schule aufgestellt werden. 

Die Containerlösung für die Krippengruppen soll auf Mietbasis erfolgen. Die monatliche Miete betrage etwa 20.000 Euro. Mit Kosten von rund 700.000 Euro muss für die Anlieferung und Montage sowie die Untergrundvorbereitung und Versorgung mit Medien gerechnet werden. Die beabsichtigten Maßnahmen sind förderfähig.

Für den Waldkindergarten am Freibad Neugablonz sollen zwei weitere Bauwagen für die Erweiterung um zwei Naturkindergruppen am Standort angeschafft werden. Nördlich des Freibades steht momentan ein mobiler Kindergartenwagen für die Unterbringung einer Kindergartengruppe mit Trockentoilette ohne Abwasser- und Frischwasseranschluss. Da die Verwaltung erst Erfahrungen mit diesem Betreuungsformat sammeln wollte, wurde die Infrastruktur zunächst nur für eine Gruppe geschaffen. Für die Erweiterung, die nötig ist, um für das Vorhaben staatliche Förderung erhalten zu können, sind neben den zwei Betreuungswagen ein WC-Wagen sowie ein Küchenmodul samt Frischwasser und Kanalanschluss geplant. Eine Kindergartengruppe in einer festen Einrichtung soll in den Waldkindergarten verlegt und die bisherigen Räumlichkeiten in eine Krippengruppe umgewandelt werden.

„Krippenbereich boomt“

Zunächst stehen laut Baureferent Helge Carl weitere Planungen an, die Beschlussfassung soll dann in der nächsten Stadtratssitzung erfolgen. Es sei zwar „schmerzlich, nur Behelfsbauten zu erstellen“, aber auf diese Weise könne innerhalb kurzer Zeit eine Lösung angeboten werden, so Carl. Kosten und Dauer der Projekte seien indes noch unklar, zumal der Bedarf Carl zufolge „erst seit wenigen Wochen bekannt“ sei, aber „wir versuchen, diese so schnell wie möglich umzusetzen“. Der Baureferent rechnet im Herbst mit der Realisierung. Wie Oberbürgermeister Stefan Bosse erläuterte, soll die Containerlösung für drei Gruppen à 15 Kindern und parallel der Waldkindergarten mit Platz für 20 Kinder ab drei Jahren in Angriff genommen werden – mit Erweiterungsmöglichkeit für eine vierte Gruppe, „wenn der Bedarf da ist“, so der OB.

„Der Krippenbereich boomt“, bekräftigte Jugend- und Familienreferatsleiter Alfred Riermeier in der Sitzung. So mussten in den letzten zwei Jahren 316 neue Kitaplätze geschaffen werden. Es handele sich um einen dynamischen Bereich und dem Bedarf gelte es „als Kommune mit ebensolcher Dynamik nachzukommen“, so Riermeier.

Zweiter Bürgermeister Oliver Schill (Grüne) begrüßte beide Optionen, da der Aufenthalt in Container und Bauwagen aus Kindersicht ein „ganz neues, anderes Erleben“ darstelle. Christian Sobl (CSU) schloss sich dem an, erkundigte sich aber auch nach der Situation der Personalbeschaffung. „Wir versuchen in dieser Hinsicht alles, was wir können“, versicherte Robert Fichtl als Leiter der Personalabteilung – „ob es reicht, wissen wir nicht“. Laut OB Bosse sei es ohnehin das „Ziel, mindestens zwei neue Kitaeinrichtungen in Kaufbeuren zu bauen. Das wollen wir noch in diesem Jahr auf den Weg bringen“, so der OB.

Mahi Kola

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