Wie die Stadt Marktoberdorf das Problem an bestimmten Plätzen und Straßen lösen will

Wildparkern geht es an Kragen

Marktoberdorf – Dass Werbeanhänger, Wohnmobile, Wohnwagen, aber auch Lastwagen oder landwirtschaftliche Fahrzeuge tage- oder wochenlang am Parkplatz oder auf der Straße stehen bleiben, möchte die Stadt Marktoberdorf künftig eindämmen. Dem wilden Parken soll ein Riegel vorgeschoben werden.

Dazu dient die Beschilderung mit zwei Verkehrszeichen: Es sind der weiße Buchstabe P auf blauem Hintergrund und ein Pkw im schwarzen Rahmen. Dies ist die klare Ansage, dass dort nur Autos und Lkw bis 3,5 Tonnen abgestellt werden dürfen.

Wie Florian Martin von der Stadtkämmerei im Bauausschuss erklärte, sind mehrere Parkplätze überprüft worden. Er zählte die Stellflächen beim Friedhof St. Martin, bei der Musikakademie und beim Vermessungsamt (oben beim Schloss) ebenso auf wie an der Bahnhofstraße in Höhe des Hallenbades oder an der Weibletshofener Straße gegenüber dem V-Markt. Weitere Beispiele, wo Handlungsbedarf bestünde, seien die Schwabenstraße in Höhe des Fußballsportvereins und der Adalbert-Stifter-Grundschule sowie an der Ruderatshofener Straße im Bereich des neuen Bahnhalts.

Die Stadt Marktoberdorf hat sich zu diesem Vorgehen von einer Rechtsanwältin beraten lassen, da es durchaus unterschiedliche Bewertungen dazu gibt, wie die Handhabe der Kommune aussieht. Als Begründung für die neue Beschilderung, die ein Parken für Anhänger, Wohnmobile und Lkw verbietet, werden die Einschränkung der Sicht und damit eine Gefahr für die Verkehrssicherheit angeführt.

Florian Martin veranschaulichte mit mehreren Fotodateien auf der Leinwand den aktuellen Zustand. Darauf waren Wohnwagen am Schlossbergfriedhof (außerhalb der gekennzeichneten Flächen) ebenso zu sehen wie der Anhänger eines Bestattungsinstituts an der Bahnhofstraße oder der Werbeanhänger eines Blumenladens beim V-Markt. Neben der Verkehrssicherheit sei auch zu bedenken, dass Wildparker an besucher­intensiven Einrichtungen und in Wohngebieten Plätze belegen.

„Sicherheitsrisiko“

An diesen Flächen würden solche Vehikel „leicht mal zum Sicherheitsrisiko“, eröffnete Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell die Diskussion. Denn sie würden die Sicht verdecken. Verkehrsreferent Franz Barnsteiner (Freie Wähler) plädierte für ein „konsequentes“ Vorgehen, wenn für die städtische Verkehrsüberwachung künftig die rechtssichere Handhabe gegeben sei.

Eugen Kögel (CSU) hakte nach, ob die Maßnahme ebenfalls an der Füssener Straße greifen könne. Zum Beschluss gehört auch der Satz, dass die Stadtverwaltung künftig selbst handelt und die gleiche Beschilderung aufstellt, falls woanders im Stadtgebiet die Problematik mit Werbeanhängern und Wohnmobilen auftaucht.

Georg Martin von den Grünen griff zu deutlichem Vokabular: „Ich find’s ja traurig, dass man zu solchen Mitteln greifen muss“. In der Ruderatshofener Straße sei die Einschränkung, dass die Parkplätze nur zum Abstellen von Autos und Kleinlastern bis 3,5 Tonnen zulässig sind, mehr als gerechtfertigt.

jj

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