Sofortige Sperrung des ESVK-Stadions: Chlorid in der Bausubstanz gefunden

Wohin mit dem ESVK?

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In das Eissportstadion des ESVK führt im Moment kein Weg rein. Die Stadt Kaufbeuren hatte die Arena am Freitag wegen Einsturzgefahr gesperrt.

Kaufbeuren – Wegen Einsturzgefahr hat die Stadt Kaufbeuren am Freitag das Eissportstadion des ESV Kaufbeuren mit sofortiger Wirkung gesperrt. Als Ursache wurden bei der eiligst einberufenen Pressekonferenz durch OB Stefan Bosse Chlorideinlagerungen in den Betonpylonen genannt. 

Ab sofort drehen weder Eishockey-Spieler noch Eisläufer ihre Runden im Kaufbeurer Eisstadion. Grund: Ein Gutachten hatte ergeben, dass insbesondere im Bereich der Tribüne die Bausubstanz "erheblich mangelhaft" sei.  Auch für Außenbereiche im unmittelbaren Umfeld des Stadions, wie etwa ein angrenzender Kinderspielplatz, besteht nun Betretungsverbot. Als Ursache für die starke Beeinträchtigung des Betons führte Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse auf einer eiligst einberufenen Pressekonferenz am Freitagnachmittag vor allem Chlorid-Einlagerungen in den Fundamenten der Pylone an. Statt der tolerierbaren Grenze von 0,4 Prozent Chlorid-Gehalt, liege der Wert im Eisstadion bei fünf Prozent. „Damit besteht Einsturzgefahr“, so das Gutachten des Statik-Büros Mühlberg aus Buchloe. Diese erschreckenden Ergebnisse wurden laut OB Bosse der Stadt am Donnerstagabend mitgeteilt, einen Tag später veranlasste er um 10 Uhr morgens die Sperrung der 1969 erbauten Eishalle. Infolgedessen wurde auch die für vergangenen Freitagabend angesetzte 2. Eishockey-Bundesligapartie, ESVK gegen SC Riessersee, abgesagt. Ob der Spielbetrieb im heimischen Stadion in der laufenden Saison noch mal aufgenommen werden kann ist fraglich. Am vergangenen Montag (nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe) sollten Kernbohrungen an tragenden Betonteilen vorgenommen werden. Davon erhoffen sich die Statiker weitere Informationen zu bekommen, ob das Stadion überhaupt noch zu retten sei, erklärte Bosse. Für den ESVK ist der aktuelle Stand bereits eine Schicksalsfrage. Der ohnehin schon finanziell auf schwachen Beinen stehende Verein, versucht noch ausstehende Heimspiele und das Training in umliegenden Stadien zu verschieben (siehe hierzu auch eigenen Bericht auf Seite 5). Erste Kontakte wurden bereits mit Bad Wörishofen geknüpft. ESVK-Vorstand Andreas Settele bezeichnete die momentane Situation als „einen heftigen Schlag in den Nacken“. Er stellte klar, dass das Schicksal des Vereins untrennbar mit dem Stadion verbunden sei. Oberbürgermeister Bosse kündigte an, dem Verein für die erste Zeit finanziell unter die Arme greifen zu wollen. So hat die Stadt unter anderem bereits Hilfe beim Ankauf von Eiszeiten avisiert. Ob die städtischen Möglichkeiten allerdings für einen eventuellen Stadionneubau ausreichen würden, ließ er offen. Er machte aber deutlich, den Verein in dieser schweren Zeit nicht im Stich lassen zu wollen. Der ESVK hofft in dieser außergewöhnlichen Lage auf eine breite öffentliche Solidarität, vor allem der ESVK-Fans. Wer über die aktuelle Situation im Verein mehr erfahren möchte, findet unter der Rubrik "Lokalsport" ein Interview mit ESVK-Trainer Ken Latta zur momentanen Lage. von Kai Lorenz

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