Streitende in Sichtweite

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Ein Ende des Streits um die Bebauung des letzten freien Grundstückes im Baugebiet Hornau in Hirschzell rückt in greifbare Nähe.

Kaufbeuren – Ein im Dezember vergangenen Jahres entstandener Streit um die Bebauung des letzten Grundstücks im Baugebiet Hornau in Hirschzell scheint vor einem guten Ende zu stehen. Ein Nachbar hatte gegen die Stadt Kaufbeuren geklagt, weil die geplante Grenzbebauung von bis zu 21 Metern aus seiner Sicht zum damaligen Zeitpunkt durch den Bebauungsplan nicht gedeckt war und vor dem Verwaltungsgericht Augsburg mit einem Eilantrag einen Baustopp erreicht (wir berichteten).

Nun scheint ein Ende des Streits zwischen den Grundstücksnachbarn und der Stadt in Sicht. 

Das Verwaltungsgericht Augsburg hatte im Dezember in einer ersten Anhörung kein abschließendes Urteil gefällt. Die beteiligten Parteien – der Kläger als Anwohner des betroffenen Grundstückes, die Stadt als Beklagte und der zukünftige Nachbar – wurden aufgefordert, zunächst nach einer einvernehmlichen Lösung suchen. Nun ist Bewegung in die Angelegenheit gekommen. Nach Information des Kreisboten hatte die Stadt mit allen Parteien ein gemeinsames Gespräch geführt.

Stadtplaner Manfred Pfefferle bestätigte dies auf Nachfrage des Kreisboten: „Wir haben quasi als Moderator fungiert und gemeinsam einen Kompromissvorschlag erarbeitet.“ Demnach liegt ein ausgehandelter Vertrag auf dem Tisch, der aber nach derzeitigem Stand bisher nicht unterzeichnet wurde und damit noch nicht endgültig entschieden ist. Die Einigung und Zustimmung des Nachbarn und des Grundstückeigentümers würde unter anderem bedeuten, dass der Kläger seine Klage gegen die Stadt zurückzieht. 

"Ergänzung B-Plan"

Noch vor der Verhandlung im Dezember letzten Jahres im laufenden Verfahren hatte der Stadtrat einer Änderung im „Bebauungs- und Grünordnungsplan ‚Hirschzell-Süd‘“ (B-Plan) in Form einer nachträglichen Ergänzung mehrheitlich zugestimmt. Diese sollte dahin gehend „Rechtssicherheit“ schaffen, dass dem Bauherrn auf dem letzten freien Grundstück in diesem Baugebiet eine nordwestliche Grenzbebauung mit einer Länge zwischen rund 18 bis 21 Metern bei einer Höhe von maximal 1,90 Metern erlaubt wird. Der Beschluss sollte zudem für die anstehende Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht „die Position der Stadt verbessern“. 

Nun obliegt es den Betroffenen, durch ihre Unterschrift unter den Kompromissvorschlag einen endgültigen Schlussstrich zu ziehen und den Streit zu beenden.

von Wolfgang Becker

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