Stadt verweigert die Abnahme der Pflasterarbeiten am Obstmarkt

Pflaster-Desaster in Kaufbeuren

+
Die Fugen scheinen willkürlich zu verlaufen, die Pflastersteine variieren in der Höhe und werden zu Stolperfallen. Barrierefrei sieht anders aus.

Kaufbeuren – Man muss kein Experte sein, um aktuell die schlechte Ausführung der Pflasterarbeiten am Obstmarkt zu erkennen. Grund genug, dass die Stadt die Abnahme der Arbeiten bisher verweigerte. Da verlaufen diverse Fugen in Breite und Verlauf beinahe willkürlich, Pflastersteine erheben sich über andere und werden so zu gemeinen Stolperfallen. Der Clou, dieser Zustand präsentiert sich aktuell trotz bereits erfolgter Nachbesserungen.

Verantwortlich für die Baumaßnahmen in der Fußgängerzone ist das Marktoberdorfer Unternehmen Hubert Schmid, das eine deutsche Firma mit den Pflasterarbeiten beauftragt hat, die wiederum portugiesische Mitarbeiter beschäftigt.

Vor allem das Areal bei den gepflanzten Bäumen sieht so gar nicht nach Facharbeit aus. Aber auch in anderen Bereichen lässt die Ausführung zu wünschen übrig. „Die Qualitätsprobleme sind uns bekannt“, formuliert es Baureferatsleiter Helge Carl auf Anfrage noch diplomatisch. So habe die Stadt in jüngster Zeit mehrfach Nachbesserungen gefordert und die Firma in Verzug gesetzt. Als Reaktion darauf wurden Teile des Personals ausgetauscht. Ferner musste die ausführende Firma bei der Legung einer Probefläche auf dem Areal von Hubert Schmid nachweisen, dass sie in der Lage ist, die geforderte Qualität in einer entsprechenden Zeit zu liefern. „Dieser Beweis wurde erbracht“, so Carl. Fakt ist aber, dass bei den Pflasterarbeiten am Obstmarkt „gravierende Mängel“ aufgetreten sind. Eine Abnahme seitens der Stadt wurde daher bisher verweigert. Laut Carl sollen im Herbst Teile des Pflasters am Obstmarkt wieder aufgerissen und neu gemacht werden. „Somit wollen wir der Gastronomie in diesem Bereich wenigstens das Sommergeschäft erhalten“, erklärte Carl die Vorgehensweise.

Doch es hat auch noch einen anderen Grund, warum die Nachbesserungsarbeiten am Obstmarkt aktuell ruhen. So soll und muss es mit der Pflasterung im weiteren Verlauf der Fußgängerzone stetig vorangehen, damit der Fertigstellungstermin im November noch gehalten werden kann. „Dies sind wir auch den Einzelhändlern schuldig“, weiß Carl um die Bedeutung des Termins. Damit es zu keinen weiteren Verzögerungen kommt, werden die ausgeführten Pflasterarbeiten jetzt engmaschig im Hinblick auf Tagesleistung und Qualität überwacht. „Und das mit Nachdruck“, so Carl. Denn die Situation sei mit Blick auf den engen Zeitplan schon als „brisant“ einzustufen, wenngleich Carl den Termin der anvisierten Fertigstellung noch nicht in Gefahr sehen will.

Das Unternehmen Hubert Schmid erklärte auf Anfrage, dass die ausführende Firma „bestens bekannt“ sei und „einen guten Ruf“ genieße, auch bei der Stadt Kaufbeuren. „Die Pflasterarbeiten sind eine besondere Herausforderung, die die ausführende Firma im Griff hat“, betonte Brigitte Schröder von Hubert Schmid. Der Fertigstellungstermin sei aus ihrer Sicht nicht gefährdet.

von Kai Lorenz

Auch interessant

Meistgelesen

Video
Parkettböden - Wohngefühl und Lebensqualität
Parkettböden - Wohngefühl und Lebensqualität
Neues Konzept für alten Friedhof
Neues Konzept für alten Friedhof
Heimat für begrenzte Zeit
Heimat für begrenzte Zeit
Einschränkung für Bahnfahrer
Einschränkung für Bahnfahrer

Kommentare