"Stadt tut viel für Senioren"

Der Oberbürgermeister nahm bei der Senioren-Bürgerversammlung zu allen Fragen und Wünschen Stellung.

Allzuviel scheint den Kaufbeurer Senioren nicht auf den Nägeln zu brennen, wenn man den kürzlich nur knapp zu einem Drittel gefüllten Stadtsaal als Kriterium heranziehen darf. Vielleicht hatten die interessierten Senioren aber auch alles für sie Wissenswerte bereits bei der allgemeinen Bürgerversammlung Mitte März erfahren.

Johannes Keppeler, Seniorenbeauftragter der Stadt, präsentierte zusammen mit Annelies Wittwer und Bodo Tröger vom Seniorenbeirat die vielfältigen Seniorenprojekte der Stadt und wies unter anderem darauf hin, dass für die nächste Ausgabe des „Wertachboten“ zum Thema „Tänzelfest“ noch Artikel gesucht werden. Außerdem wird das Seniorentheater „Spätzünder“ am 3. und 4. Mai um 15 Uhr im Stadttheater sein nächstes Stück „Vier Frauen und ein Störfall“ aufführen. Lob für Kaufbeuren Kaufbeuren tut im Vergleich zu anderen Städten viel für seine älteren Bürger, was im Diskussionsteil auch ausdrücklich gelobt wurde. Wünsche drehten sich eher um Kleinigkeiten wie etwa die Anbringung von zusätzlichen Handläufen bei der Toilette des städtischen Friedhofs oder die Aufstellung von weiteren Ruhebänken – nach Möglichkeit nicht zu niedrig, um das Wiederaufstehen zu erleichtern. Oberbürgermeister Stefan Bosse versprach, sich dieser Bitten kurzfristig anzunehmen. Eine massive Beschwerde erfolgte zu den Plänen für den neuen Bahnhof. Es sei „ein Unding“, hieß es, dass nur Gleis 1 barrierefrei zu erreichen sein werde. Bosse erläuterte, dass die Gleise 2 und 3 in einen anderen Zuständigkeitsbereich bei der Bahn fallen, wo derzeit „noch kein Geld“ für einen barrierefreien Umbau vorhanden sei: „Mittelfristig haben wir aber den Fuß in der Tür und werden das Ziel eines komplett barrierefreien Bahnhofs nicht aus den Augen verlieren“. "Mit dem Lasso" In den übrigen Diskussionsbeiträgen ging es hauptsächlich um Straßenverkehrsangelegenheiten: Auf der Sudetenstraße werde grundsätzlich zu schnell gefahren, man solle dort die erlaubte Geschwindigkeit auf 40 Stundenkilometer begrenzen. Ein anderer verlangte Geschwindigkeitskontrollen auf der Neugablonzer Straße, da dort „Motorradraser“ regelmäßig für Gefährdung sorgen würden. Mehrere Diskussionsteilnehmer klagten über rücksichtslose Radfahrer auf Gehwegen und in der Fußgängerzone und forderten von Polizeihauptkommissar Reinhard Janko, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Kaufbeuren, mehr Kontrollen. Janko sagte zu, „das Möglichste mit den ihm zur Verfügung stehenden personellen Mitteln“ zu tun. Bosse wies darauf hin, dass gerade das Ahnden von Fahrradsünden schwierig sei, weil Radfahrer kein Kennzeichen hätten und man sie höchstens „mit dem Lasso einfangen“ könne. Ein passionierter Radfahrer unter den Senioren konterte die Vorwürfe gegen Radler auf den Gehwegen mit dem Hinweis, dass Autofahrer immer wieder die Radwege zuparken. Der OB, der souverän und gut informiert die Senioren-Bürgerversammlung moderiert und zu den Wortmeldungen Stellung genommen hatte, fasste zusammen: man erkenne eben auch am Verhalten auf der Straße, wie ein Mensch wirklich sei und viele der angesprochenen Probleme wären gegenstandslos, wenn alle – Autofahrer, Radler und Fußgänger – ein bisschen mehr gegenseitige Toleranz und Rücksichtsnahme übten.

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