900 Jahre Stadtgeschichte

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Sechs der neun Autoren: Thomas Städele (sitzend von links), Dr. Stefan Fischer, Helmut Lausser, sowie Pfarrer Thomas Pfundner (stehend von links), Manfred Heerdegen M. A., Dipl. jur. (Univ.) Michael Haller. Nicht im Bild: Corinna Malek M. A., Dr. Marcus Simm und Dr. Stefan Dieter.

Kaufbeuren – Vergangenen Donnerstag wurde im Kaufbeurer Stadtarchiv eine weitere Neuerscheinung vorgestellt. Nein, es ist nicht noch ein Buch zu „70 Jahre Neugablonz“, welches Stadtarchivar Dr. Stefan Fischer in diesem an Jubiläumsveranstaltungen und -veröffentlichungen reichen Jahr präsentiert hat.

Zwar ist in „Kaufbeuren – Anfänge, Umbrüche, Traditionen – 900 Jahre Stadtgeschichte 1116-2016“ auch dem Stadtteil Neugablonz eines der Kapitel gewidmet, weil Neugablonz nun einmal zu Kaufbeuren gehört und für wesentliche Veränderungen in der Stadt­entwicklung der jüngeren Geschichte gesorgt hat. Aber dieses Buch widmet sich endlich dem 900-jährigen Jubiläum der „ersten datumsmäßig genau festlegbaren Nennung (am 2. Dezember 1116) der Edelherren von Beu­ren“, welches – abgesehen von der Würdigung als Tänzelfestmotto 2016 – bisher ein wenig stiefmütterlich behandelt worden ist.

Das Buch spannt in neun Beiträgen von namhaften Historikern, Theologen und Juristen einen Bogen von Kaufbeurens Anfängen im 12. Jahrhundert bis hin zur Gebietsreform und die Entscheidung für die Kreisfreiheit im 20. Jahrhundert. Mit dem mittelalterlichen Kaufbeuren haben sich Helmut Lausser, Marcus Simm und Michael Haller beschäftigt. Das Thema von Pfarrer Thomas Pfundner und Dr. Stefan Dieter war die Zeit von Reformation und Gegenreformation. Dr. Stefan Fischer schrieb über das Schicksal der freien Reichsstadt Kaufbeuren in der französischen Revolution und den nachfolgenden Kriegen. Corinna Malek informierte über die Industrialisierung Kaufbeurens durch die Gründung der Mechanischen Baumwollspinnerei 1839 und Manfred Heerdegen stellte die Ansiedlung von Vertriebenen und Flüchtlingen auf dem Gelände der Dynamit Nobel AG dar. Thomas Städele schließlich lieferte in seinem Beitrag laut Dr. Fischer „eine bislang in Bayern einzigartige Untersuchung zum Thema der Gebietsreform 1970/72“.

Mit einem rund dreißigseitigen Register und einem fast genau so langen Literatur- und Quellenverzeichnis ist das Werk für die streng wissenschaftliche Arbeit ebenso gut geeignet wie als Hilfe in der Stadtverwaltung durch Kenntnis der Geschichte oder auch zum genüsslichen Schmökern für „historisch nicht so Bewanderte, aber an der Geschichte Interessierte“. So formulierte es Bürgermeister Gerhard Bucher. Ihm hat Dr. Fischer das erste druckfrische Exemplar des Buches überreicht zum Dank für die stets großzügige Förderung durch die Stadt von derartigen geschichtsbewahrenden Projekten. Erhältlich ist das Buch ab Mitte Dezember überall im Buchhandel.

von Ingrid Zasche

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