Stadtbücherei MOD: 3500 neue Medien

Leichter Rückgang bei Entleihen

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Das Angebot in der Stadtbücherei ist in viele Abschnitte gegliedert – vom Roman bis zum Sachbuch. Die „schöne Literatur“ gehört dazu.

Marktoberdorf – Aus den Zahlen, mit denen die langjährige Leiterin Christine Schwertner ihren Jahresbericht zur Marktoberdorfer Stadtbücherei anreicherte, ist vor allem eines herauszulesen: Der gesellschaftliche Wandel spiegelt sich voll im Nutzerverhalten wider. Im Jahr 2016 sind in der Bibliothek, die sich im Erdgeschoss des Rathauses befindet, 173.000 Medien entliehen worden. Das ist ein Rückgang um 1,8 Prozent.

Die Entwicklung hat damit zu tun, dass Kinder weniger zum Buch greifen. Christine Schwertner, die heuer im Herbst in den Ruhestand geht und die Leitung der Bibliothek an Carmen Wittmann übergibt (wir berichteten am Samstag), nannte dafür einige Gründe: den Leistungsdruck, den Eltern aufbauen, den vermehrten Nachmittagsunterricht; aber auch den Trend, dass Kinder und Jugendliche mehr Zeit mit Computerspielen verbringen.

Apropos Computer: Wenig Anklang finden Musik-CDs. Die Büchereileiterin führt dies darauf zurück, dass sich wohl viele Leute ihren Wunsch am PC herunterladen. Schwertner berichtete von 480 Online-Nutzern. 168 von ihnen sind während des Jahres 2016 neu dazugekommen. Das entspricht einem Anteil von knapp 15 Prozent aller Nutzer. Insgesamt sind es 3305 Nutzer.

420 Leserinnen und Leser haben sich im letzten Jahr neu angemeldet. Und noch eine Zahl: 2016 wurden 3500 neue Medien angeschafft und ebenso viele alte Bücher aussortiert.

Ein Leser-Cafe auf der Wunschliste

„Punkten“ könne die Stadtbücherei Marktoberdorf „nur mit konsequenter persönlicher Beratung“, ergänzte die langjährige Büchereileiterin, als sie im Kultur- und Bildungsausschuss des Stadtrates Bericht erstattete. Wünschenswert sei ein Leser-Cafe und zusätzlich ein ruhiger Platz innerhalb der Bücherei, der zudem für Veranstaltungen geeignet sei.

Die Stadtbücherei, die nicht nur aus Marktoberdorf, sondern auch aus umliegenden Gemeinden Nutzer hat, bleibt nach den Worten von Christine Schwertner „ein Ort der Begegnung und des Austausches“. Nicht herauszulesen, sondern gut herauszuhören war in ihrem Resümee: Es gehe nicht nur um Haushaltszahlen.

Dass er „immer ein offenes Ohr“ für die Belange der Bücherei habe, betonte Thorsten Krebs, der Bildungsreferent im Stadtrat. Ein großes Plus sei der Standort mit der Nähe zu den Schulen. Dr. Andrea Weinhart bekannte, dass sie zum E-Book greift. Aber sie gehe auch die Bücherei. Das habe „was Faszinierendes“.

Ulrike Wieser griff die Formulierung Schwertners von der „konsumfreien Begegnung“ auf. „Das Stichwort gefällt mir sehr gut, bekundete Wieser. Christian Vávra zeigte sich überzeugt davon: „So, wie die Stadtbücherei dasteht, sind wir gut für die Zukunft gewappnet.“

jj

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