Voll renoviert und ein bisschen teurer

Stadtbücherei wieder geöffnet – Jahresentgelt steigt

Stadtbücherei Marktoberdorf
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Die jährliche Nutzungsgebühr für die Stadtbücherei steigt auf 20 Euro. Das gilt bereits ab dem 1. Juni dieses Jahres.

Marktoberdorf – Die Jahresgebühr für das Angebot der Stadtbücherei Marktoberdorf wird erhöht. Und zwar bereits ab dem 1. Juni auf 20 Euro pro erwachsenem Nutzer. So sieht es ein Beschluss des Stadtrates vor, der mit fünf Gegenstimmen auf den Weg gebracht wurde. Aktuell beträgt das Jahres-Nutzungsentgelt 14,50 Euro pro Person. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren bleibt das Angebot der Bücherei weiterhin kostenlos.

Neu ist ein ermäßigtes Nutzungsentgelt für Schüler (ab 18 Jahren) und Studenten in Höhe von zehn Euro pro Person und Jahr. Die jährlichen Einnahmen für die Nutzung sollen laut einer Schätzung der Stadtverwaltung von rund 30.000 Euro auf rund 40.000 Euro steigen.

„Sie haben hoffentlich alle Ihren Einlass-Schein für die Stadtbücherei in der Tasche“, wandte sich Arno Jauchmann an die Stadträte. Dieser sei spätestens seit Ende des vergangenen Jahres Pflicht, als die Renovierung der Stadtbücherei abgeschlossen und ihre Räume eine neue Aufenthaltsqualität erlangt hätten. Die Marktoberdorfer Stadtbücherei bietet Lesern aller Altersstufen ein umfangreiches Medienangebot – vom klassischen Buch bis hin zum Streaming von Musik und Film. Das würdigten viele Stadträte in der folgenden Diskussion, Wolfgang Hannig (SPD) sprach von der Stadtbücherei als einem „Schmuckstück“ in Marktoberdorf. Die SPD hielt die Erhöhung für angemessen, wie Stefan Elmer betonte. Und Thorsten Krebs (CSU) pflichtete ihm bei: „Wer statt zu Netflix zur Stadtbücherei geht, hat das Geld in kürzester Zeit wieder drin.“ „20 Euro – das geht auf jeden Fall“, sprachen sich auch die Freien Wähler mit Dr. Andrea Weinhart für die Erhöhung aus.

Doch nicht alle Stadträte waren bereit, die Anpassung der Gebühren in diesem Umfang mitzutragen. Jörg Schneider (Grüne) nannte sie auch im Namen seiner Fraktionskollegen „ein falsches Signal. Wir würden uns eine moderatere Anpassung wünschen, um auch bildungsfernen Familien die Welt des Lesens zu eröffnen.“ Kulturamtsleiter Rupert Filser betonte jedoch, dass die Stadtbücherei selbst nach der Erhöhung noch vergleichsweise bescheidene Entgelte verlange. Vom Charme der neu gestalteten Bibliotheksräume können sich Besucher übrigens seit dem 19. Mai wieder selbst überzeugen. Die Stadtbücherei hat geöffnet.

Angelika Hirschberg

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