SJR-Vollversammlung thematisiert Flüchtlingsarbeit

Flagge zeigen gegen Vorurteile

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Die Möglichkeit zum Gespräch mit Asylbewerbern gab es bei der Vollversammlung des Stadtjugendrings.

Kaufbeuren – Auch der Stadtjugendring möchte sich nun verstärkt in der Flüchtlingsarbeit engagieren. Angesichts von derzeit rund 250 Menschen, die in Kaufbeuren Aufnahme gefunden haben, erklärte der Vorstand bei der Vollversammlung das Motto „Fremd oder daheim in Kaufbeuren?“ zum Jahresthema 2015.

Man wolle sich um die wachsene Zielgruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter den Flüchtlingen kümmern und gemeinsam ins Gespräch kommen, was man am Kontakt mit den Neuankömmlingen verbessern könne, be- kundete Jankowski. Zudem trat der SJR geschlossen dem neuen „Bündnis für Flüchtlinge“ bei. 

Wichtig sei es, anstatt über, lieber mit den Flüchtlingen zu reden. „Wir wollen und mit den Leuten ins Gespräch kommen“, so der SJR-Vorstand. Auf der Versammlung hatten die Anwesenden im Rahmen von Arbeitsgruppen dazu Gelegenheit. Auf Initiative des Asylkreises waren einige der Kaufbeurer Asylbewerber gekommen. 

Zur Sprache kam in den Einzeldiskussionen viel Positives, zum Beispiel, dass über das Engagement der Kaufbeurer Kirchen und den Asylkreis immer mehr Austausch zwischen Einheimischen und Fremden entsteht. Uwe Sedlacek betonte in diesem Zusammenhang, wichtig sei hier vor allem das Angebot an die Flüchtlinge, Deutsch zu lernen, um ein Zurechtfinden und die Kommunikation vor Ort zu erleichtern. 

Berichtet wurde aber auch von negativen Erlebnissen. Vorstand Jankovski sprach schon zu Beginn der Veranstaltung rassistische Äußerungen von Kaufbeurern auf sozialen Netzwerken an. Ein junger Mann aus Sierra Leone erzählte von diskriminierenden Erlebnissen in einem Kaufbeurer Discounter. Ein 26-Jähriger, ebenfalls aus Sierra Leone, betonte, er wolle nur „die schlimmen Erlebnisse verarbeiten, in Sicherheit leben und der Stadt auch etwas zurückgeben“. 

Projekte wie in Marktoberdorf, in dem Asylbewerber Angestellten des Bauhofs bei ihrer täglichen Arbeit helfen, findet er gut: „So etwas würde ich auch sofort mitmachen“, sagt der junge Mann. Derzeit engagiert er sich zusammen mit Michael Rösch, dem Pastoralreferent der Christuskirche, im Kampf gegen die Ausbreitung des Ebola-Virus in seinem Herkunftsland. „Es gibt ein großes Engagement für die Flüchtlinge, aber in der täglichen Arbeit ist noch einiges zu verbessern“, lautete das Resümee der Anwesenden am Ende der Versammlung. Um „ein Zeichen zu setzen“, trat der SJR geschlossen dem neuen Bündnis für Flüchtlinge bei (Info: www.BfF-KF.de). 

Haushalt & Schwerpunkte 2015 

Ebenfalls vorgestellt wurde der Haushalt des Stadtjugendrings für das Jahr 2015. Er umfasst ein Volumen von rund 2 Millionen Euro, als Kreditaufnahmen sind 75.000 Euro geplant. Der größte Teil der Einnahmen besteht aus Mitgliedsbeiträgen und nicht zweckgebundenen Zuschüssen mit gesamt 910.000 Euro. Aus der offenen Arbeit, Veranstaltungen, Ferienbetreuung, Jugendarbeit und Schule sowie Betrieb und Verwaltung will der SJR in 2015 insgesamt knapp über 600.000 Euro einnehmen. Den größten Posten bei den Ausgaben bilden die Personalkosten. 

Besondere Arbeitsschwerpunkte sind das bereits genannte Jahresthema 2015 mit der Schaffung zusätzlicher Begegnungsmöglichkeiten mit jungen Flüchtlingen, die Einbindung dieser Zielgruppe an Freizeitaktivitäten des SJR und Sonderzuschüssen für entsprechende Aktionen der Jugendgruppen, sowie Planung und Durchführung eines ersten Kaufbeurer Jugendforums. Ziel soll sein, Jugendliche in Kaufbeuren mit dem Thema Politik vertraut zu machen und eigene Themen zu entwickeln. von Michaela Frisch

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