SJR Kaufbeuren beleuchtet die Bedeutung demokratischer Mitwirkung

Reger Austausch beim Stadtjugendring

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In der Vollversammlung des SJR gab es einen offenen Austausch von Gedanken.

Kaufbeuren – In der jüngsten Vollversammlung des Kaufbeurer Stadtjugendrings (SJR) kamen kritische Impulse ebenso zum Ausdruck wie die Freude über bereits Erreichtes und ehrgeizige Ziele für die Zukunft. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Chancen und Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung demokratischer Werte gelegt.

Holger Jankovsky als Vorsitzender des SJR rief die Bedeutung des Einstehens für eigene Überzeugungen in Erinnerung und bezog hierbei klar Stellung: Die Ergebnisse der Bundestagswahlen seien „ein Donnerschlag für unsere Demokratie“, welche – so zitierte er den Präsidenten des Bayerischen Jugendrings, Matthias Fack – vor allem Parteien wie die AfD „durch Angstmacherei und Hassparolen“ ins Wanken bringen würden und damit „gegen grundlegende Werte verstoßen, für die wir als SJR eintreten“. Alle Mitglieder und Vereine, die sich im SJR einbringen, würden „zuallererst den Menschen im Gegenüber sehen“, so Jankovsky. Insofern sei Kaufbeuren „weltoffen“, aber dennoch gebe es, etwa am Stammtisch, teilweise Ressentiments, die zum Beispiel durch die jüngsten Moscheediskussionen aufgeheizt würden. Umso wichtiger sehe er die Arbeit und das aktive Handeln im SJR im Sinne eines menschlichen Miteinanders.

Der Halbjahresrückblick veranschaulichte, welche Projekte und Veranstaltungen in der Zwischenzeit angestoßen und verwirklicht werden konnten, darunter beispielsweise Schaumparty im JuZe, Mädchenflohmarkt und Open-Air-Kino, die dazu beitragen sollen, Jugendliche in ihrer Lebenswirklichkeit anzusprechen.

Anlass für einen optimistischen Blick in die Zukunft gaben auch aktuelle Anliegen aus den Jugend- und Verbändegesprächen, die unter anderem Inklusionsarbeit und ein stärkeres Einbeziehen von Menschen mit Migrationshintergrund in den Fokus nehmen.

Die Arbeitsschwerpunkte für 2018 sehen ebenso die Einbindung und Partizipation junger Menschen vor, zum Beispiel durch die offene Kulturarbeit in Projekten wie „Theater für alle“ oder „freiflug“. Insbesondere auf das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ wurde in diesem Zusammenhang verwiesen, das ein aktives Zeichen gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit setzen will – 2018 vor allem im Hinblick auf den Salafismus. Das Jahresthema „Wir ist cooler als ich!“, das noch um ein halbes Jahr verlängert werde, käme Jankovsky zufolge hier wieder zum Tragen, sei doch „Zusammenhalt in der Gesellschaft jetzt wichtiger denn je“.

Ein reges Brainstorming gab es dann unter den Anwesenden im Saal, die sich in Gruppen zusammensetzten und ihre Anregungen, Ideen und Kritikpunkte für die gemeinsame Arbeit zu Themen wie Chancengleichheit, Mitgestaltung und Demokratie vorbringen und auf Plakaten festhalten konnten. Mit der guten Vernetzung und der Vielfalt der Jugendgruppen im SJR zeigten sich viele zufrieden. Von einer Seite wünschte man sich, dass gegen Diskriminierung mehr „öffentlich Kontra“ gegeben wird, an anderer Stelle wurden die kapitalistischen Interessen des Staates vor denen des einzelnen Menschen bemängelt.

Unabhängig von den individuellen Ansichten einer Person nehme offene Kommunikation, wie auch Alfred Riermeier als Jugend- und Familienreferent bestätigte, einen zentralen Stellenwert ein. Bestenfalls solle es eine sein, die den Dialog eröffnet und Aussagen nicht auf emotional verzerrten, brüchigen Halbwahrheiten stützt. Vor allem die Jugend müsse man erreichen, mit ihr ins Gespräch kommen, um sie zur sozialen Teilhabe zu bewegen und dazu, sich couragiert für ihre Werte einzusetzen.

von Mahi Kola

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