"WIR ist cooler als ICH"

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Die Herbstvollversammlung des Stadtjugendringes Kaufbeu­ren tagte im Jugendzentrum Neugablonz und beschloss für 2017 das neue Motto: „WIR ist cooler als ICH“

Kaufbeuren-Neugablonz – Für Möglichkeiten zur Rückbetrachtung und Vorausschau war Platz in der Herbstvollversammlung des Stadtjugendringes (SJR) Kaufbeuren. Dabei wurde auch ein neuer Mitgliedsverband aufgenommen.

Traditionell finden die Vollversammlungen des Stadtjugendringes SJR Kaufbeuren immer in verschiedenen Einrichtungen des SJR statt. Diesmal konnte sich das Jugendzentrum „Fun Factory“ in Neugablonz in der Turnerstraße 10 mit seinen Möglichkeiten vorstellen. Leiterin Monika Hensler stellte die 2011 eingeweihte Einrichtung zur Jugendarbeit vor. Durch eine Kooperation mit der nebenan liegenden Gustav-Leutelt-Schule werden dort täglich 120 Kinder der ersten bis vierten Klassen und der Ganztagsklasse in drei Schichten mit Mittagessen versorgt. Ab Nachmittags bis zum frühen Abend ist dann Betrieb, freitags und samstags am Spätnachmittag Jugenddisco. 

In einem zweiten Gebäude – „Grüne Halle“ – befinden sich ein Partyraum mit Küche, eine Werkstatt und ein Musikübungsraum, die auch für Veranstaltungen kostengünstig angemietet werden können. Zugleich ist das Haus auch Familienstützpunkt und bietet regelmäßig Elternabende, türkisch-syrische und russische Kaffee-Nachmittage an. „Das Haus wird supergut angenommen“, freut sich Hensler, „wir haben leider nur eineinhalb Personalstellen dafür und können deswegen nicht jedes Wochenende aufmachen“.

Als neue Mitgliedsorganisation wurde die „Alevitische Jugend“ im SJR aufgenommen. Sie hatte vorher alle Kriterien nach Organisationsform und Strukturen erfüllt. Der Jugendvorstand stellte die im Februar 2016 gegründete Gruppe mit 130 Mitgliedern in Kaufbeuren als eine von 23 alevitischen Ortsjugenden in Bayern vor.

Die Aktivitäten des ablaufenden Jahres zeigte Eva Pfefferle. Neben offener Jugendarbeit und einer Projektkooperation zur Hausaufgabenbetreuung sei das Highlight in diesem Jahr die Eröffnung des Stadtteilparks in der Proschwitzer Straße gewesen.

Erhöhung des Budgets

Den neuen Grundlagenvertrag mit der Stadt Kaufbeuren stellte der Vorsitzende des SJR Holger Jankovsky vor, der unter anderem eine Erhöhung des Budgets auf 1,005 Millionen Euro unter den erweiterten Aufgabe der Jugendpartizipation vorsieht. Für die ebenfalls geforderte Erhöhung der Planstellen um jeweils eine halbe Stelle für die Jugendzentren ist allerdings Widerstand erkennbar. Der anwesende Oberbürgermeister Stefan Bosse erläuterte die Hintergründe: „Wir nehmen Eure Forderungen als berechtigt war“. Da stünden aber eben auch im Rathaus die Forderungen der anderen Abteilungen nach mehr Mitarbeitern zur Diskussion und angesichts einer zurückhaltenden Personalpolitik der Stadt dürfe keine Abteilung bevorzugt werden. Letztendlich werde der Stadtrat entscheiden müssen. Abschließend bekräftigte Bosse aber nochmals: „Kaufbeuren ist und bleibt eine jugend- und kinderfreundliche Stadt, auch durch den SJR“.

Ralf Einfeldt erläuterte die Eckdaten des anschließend beschlossenen Haushaltes für 2017, der inzwischen einen Umfang von rund 2,3 Millionen Euro umfasst, hauptsächlich gesteigert durch neue Trägerschaften. Fast die Hälfte der Einnahmen komme von der Stadt Kaufbeuren, rund 26 Prozent aus Zuschüssen von anderen Gremien und das restliche Viertel seien Erlöse aus eigenen Tätigkeiten. Bei den Ausgaben liege der größte Anteil mit etwa 68 Prozent bei den Personalkosten.

Für das nächste Jahr wählte die Vollversammlung das Motto „WIR ist cooler als ICH“, das mehr soziales Engagement einfordern solle. Neben dem Jugendforum will auch die nächste Stadtranderholung im Sommer 2017 wieder gut vorbereitet sein. Sie steht dann unter dem Motto „Der Zauber und die Geheimnisse des indischen Dschungels“.

von Wolfgang Krusche

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