Der Kreisbote hat einen Blick hinter die Kulissen des (fast) fertigen Museums geworfen

Noch zwei Tage bis zur Eröffnung

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Mir diesem Herrschaftssymbol war im Mittelalter der "Ammann" in Kaufbeuren unterwegs.

Kaufbeuren – Sie denken, Sie kennen Ihre Stadt? Wer ab dem 8. Juni das neu gestaltete Kaufbeurer Stadtmuseum besucht, hat die Möglichkeit, diese Meinung noch einmal zu überprüfen. Denn hier gibt es neben den "Klassikern" der Stadtgeschichte noch viel Neues zu entdecken.

Denn neben einigen bekannten Themenfeldern und Exponaten wie beispielsweise rund um die Heilige Crescentia oder die „Allgäuer Bauernstube“ werden die meisten Besucher überrascht sein von der Vielfalt und Qualität der ausgestellten Stücke. Dazu hat das Museum deutlich an Platz gewonnen. Von den früheren 600 auf nunmehr 1.200 Quadratmeter hat sich die Fläche verdoppelt und bietet zukünftig Raum für eine besucherorientierte und barrierearme Einrichtung mit „Highlights“ wie einem eigenen Museumspädagogikraum, Medien- und Taststationen sowie einem eigenen Kinderpfad. 

Wenige Tage vor der Eröffnung sind die Handwerker und Museumsmitarbeiter gleichermaßen noch damit beschäftigt, den „letzten Schliff“ ins neue Stadtmuseum zu bringen. Und es hat sich tatsächlich eine Menge verändert: „Früher ähnelte das Stadtmuseum ein bisschen einem Gemischtwarenladen – ein bisschen hiervon, ein bisschen davon“, so Pellengahr. Bei der Neugestaltung wurde deshalb vor allem auf eine klare Struktur geachtet, die Themenfelder sind nach Abteilungen getrennt. Den Ausschlag aber, so Pellengahr, habe hier nicht die Chronologie gegeben, sondern vielmehr der thematische Zusammenhang der einzelnen Exponate, die in der jetzigen Anordnung ein sinnvolles und weitläufiges Bild zu einem bestimmen Abschnitt in der Geschichte Kaufbeurens bilden. Zudem sind sämtliche Teile der Ausstellung mit reichhaltigen Erklärungen in Textform versehen. Das soll aber nicht bedeuten, dass der Besucher von Texttafeln „erschlagen“ wird: „Es gibt in jeder Abteilung eine kurze Erläuterung, die zum Verständnis wichtig ist. Wer sich weiter in das Thema hineinlesen möchte, findet weitere Texte, die jedoch nicht sofort ins Auge springen. „Uns war wichtig, dass die Besucher Freude haben und sich ganz nach individuellem Interesse in ein Thema vertiefen – oder auch eben nicht“, so Pellengahr. Für Menschen, die wegen des Crescentia-Klosters nach Kaufbeuren gekommen sind, wird zum Beispiel der Ausstellungsraum besonders interessant sein, in dem die Exponate liegen, die die Stadt im Zusammenhang mit der berühmten Ordensfrau zusammengetragen hat. Die Heiligenbildchen, kunstvoll bestickten Reliquienbehältnisse und Gemälde, die zahlreich vorhanden sind, täuschen laut Pellengahr über eines hinweg: „Wir wissen nicht genau, wie Crescentia eigentlich ausgesehen hat, obwohl – oder vielleicht auch weil – es so unheimlich viele Bilder von ihr gibt“. Am nächsten kommt der Heiligen wohl ein Portrait, das wohl noch zu ihren Lebzeiten gefertigt wurde, dessen Maler und das genaue Entstehungsjahr aber unbekannt sind. Auch dieses Bild ist im Stadtmuseum zu sehen. Nicht fehlen dürfen natürlich auch Ausstellungen zu den Themen „Textil“ und „freie Reichsstadt“, wo ein Herrschaftszeichen mit dem Reichsadler besonders beeindruckt. Diesen durfte einst der sogenannte „Ammann“ sein eigen nennen. Einen nicht ganz einfachen, aber gelungenen Spagat hat die Museumsleiterin zusammen mit ihren Mitarbeitern auch bei schwierigen Themen geschafft. So gibt es auch beim „gruseligsten“ Punkt der Ausstellung, dem Schaufenster mit den mittelalterlichen Straf-Gerätschaften wie der „Halsgeige“ oder dem Henkersschwert, eine Kinderstation, die die Thematik altergerecht vermittelt. Auch die Zeit zwischen 1933 und 1945 wird detailliert und vorurteilsfrei aufgearbeitet. 

Für Abwechslung und Spaß sorgen die Medienstationen, die immer wieder zwischen den Exponaten auftauchen und wo sogar noch Erwachsene ihren „Spieltrieb“ entdecken. 

Wer also Lust bekommen hat, ganz neue „alte“ Seiten seiner heimatstadt zu entdecken, sollte sich einen Besuch im Stadtmuseum nicht entgehen lassen. Infos und Öffnungszeigten unter www.stadtmuseum-kaufbeuren.de. von Michaela Frisch

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