Schnelles Internet für alle

Stadträte diskutieren Breitbandausbau in Kaufbeuren

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Die Coronakrise hat die Notwendigkeit einer guten digitalen Infrastruktur aufgezeigt. Die Kaufbeurer Stadträte wollen das Bewusstsein für das Thema verstärken und gemeinsam Verbesserungen anstoßen.

Kaufbeuren – Das Thema flächendeckender Breitbandausbau beschäftigt die Kauf­beurer Stadtbevölkerung. Die Fraktion der CSU und der Grünen stellte einen entsprechenden Antrag, mit dem sich die Stadträte in der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses befassten. Aus dem Antrag geht hervor, wie wichtig ein flächendeckender FTTH (Fibre to the Home)- Ausbau, gerade vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie, für die Bürger der Stadt ist.

Häufig, so heißt es im Antrag, werde von den Bürgern der „unterschiedliche Ausbaustandard der Breitbandversorgung in Kaufbeuren beklagt“. So entwickle sich gewissermaßen eine „digitale Mehrklassengesellschaft“. Die Forderung der Fraktionen lautete demnach, die Zugangsmöglichkeiten der Kaufbeurer Bevölkerung zu einem Internetanbieter zu untersuchen und die jeweiligen Übertragungsgeschwindigkeiten zu überprüfen. Zudem soll die Verwaltung zu den bereits durchgeführten beziehungsweise öffentlich geförderten Breitbandausbauprojekten im Stadtgebiet mit Telekommunikationsunternehmen in Verhandlungen eintreten, mit dem Ziel, einen flächendeckenden glasfasergebundenen Breitbandausbau in Kaufbeuren zu erlangen. Dazu sollen nach Möglichkeit staatliche Fördermittel in Anspruch genommen werden. Grundsätzlich seien zunächst die Rahmenbedingungen zu klären, unter denen die Telekommunikationsunternehmen bereit sind, eigenwirtschaftlich den weiteren Breitbandausbau in Kaufbeuren in Angriff zu nehmen.

Appell zum Miteinander

Dieses Thema betreffe alle Bürger, wie Christian Sobl (CSU) in der Sitzung betonte, denn es gehe nicht nur um den Zeitvertreib mit Streaming und Computerspielen, sondern „ums Arbeiten, um den Anschluss an Schule und Gesellschaft“. Wie wichtig eine gute Internet-Versorgung sei, hätten die corona­bedingten Einschränkungen seit März „auf unbarmherzige Weise gezeigt“. Nun gelte es, sich „zukunftsfähig aufzustellen“ und gemeinsam mit den Vertragspartnern Verbesserungen in der Versorgung zu bewirken. „Dazu ist ein Miteinander notwendig“, verwies Sobl auf die Wichtigkeit einer engen Zusammenarbeit mit den Partnern. Dem schloss sich auch Alexander Uhrle (KI) als Beauftragter „Digitale Stadt“ an: Es herrsche hierzulande eine „Planlosigkeit“, was den Breitbandausbau anbelangt; veraltete Technologien „bremsen uns aus“. „Wir müssen jetzt auf die Zukunft setzen“, appellierte Uhrle. Er sprach sich für einen breiten Glasfaser-Ausbau, sowohl im gewerblichen als auch privaten Bereich aus, denn dieser biete „enorme Vorteile in puncto Geschwindigkeit“. Uhrle regte einen offenen Austausch an, um mehr Bewusstsein für das Thema zu schaffen, und Schüler, Lehrer, Bürger und Unternehmer gleichermaßen abzuholen. Peter Kempf (FW) stieß sich an der „digitalen Mehrklassengesellschaft“, daran, dass schnelles Internet „vom Geldbeutel einzelner Familien“ und der Initiative einzelner Nutzer abhängig sei. Kempf setzte hier auf stärkere Unterstützung seitens der Kommune.

Zusammenarbeit mit Anbietern

Einen Überblick über den Breitbandausbau und Ausblick auf künftige Projekte gab Peter Igel, Abteilungsleiter der städtischen Wirtschaftsförderung. Was den eigenwirtschaftlichen Breitbandausbau betrifft, ergab eine Markterkundung bei den Anbietern, dass die Telekom einen Vectoring-Ausbau ohne kommunale Kostenbeteiligung innerhalb der nächsten Jahre in Kaufbeuren realisieren möchte. Bei Vodafone sei derzeit kein weiterer eigenwirtschaftlicher Ausbau in Planung. Die Allgäu DSL-amisol GmbH, die sich vor allem als regionaler Partner der Industrie und des Gewerbes versteht, erschließt aktuell in enger Zusammenarbeit mit der VWEW Teile von Großkemnat und Gutwillen mit Glasfaserleitungen. Weitere Versorgungsgebiete, wie zum Beispiel Innovapark und Sudetenstraße sollen unter anderem künftig folgen.

In puncto BayernWLAN gebe es in Kaufbeuren 50 Hotspots, beispielsweise in der Fußgängerzone, der Kaiser-Max-Straße, am Neuen Markt oder im Rathaus, sowie an staatlichen Stellen wie dem Grünen Zentrum oder dem BayernLab. Geplant ist das BayernWLAN außerdem aktuell für fünf Kindergärten, sowie unter anderem für das Stadttheater, den Stadtsaal, das Gablonzer Haus und den Plärrer.

Igel bekräftigte, dass die Breitbandversorgung in Kaufbeuren „als überwiegend gut bis sehr gut“ bezeichnet werden kann und laufend aktualisiert werde. Dazu bestehe ein regelmäßiger Kontakt mit den Anbietern. „Die großen Anbieter haben in den letzten Jahren erheblich die städtische Netzinfrastruktur vorangebracht“, so Igel.

Mahi Kola

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