Grünes Licht für Hotelneubau

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Der Stadtrat ebnete in seltener Einvernehmlichkeit den weiteren Weg für das Hotelprojekt an der Schongauer Straße.

Marktoberdorf – Rückendeckung für Hotelpläne an der Schongauer Straße. Es gebe keinen vergleichbaren anderen Standort im Zentrum Marktoberdorfs, der die Anforderungen an ein modernes Hotel erfülle, sagte Projektleiter Andreas Brockof vom beauftragten Planungsbüro Sieber in der jüngsten Sitzung des Stadtrats.

Und er entkräftete damit die Bedenken, die viele Marktoberdorfer, aber auch die Regierung von Schwaben hinsichtlich des aktuell geplanten Standorts anführten. Das mit rund 200 Betten ausgestattete Vier-Sterne-Hotel soll auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei im Süden Marktoberdorfs entlang der B472 entstehen.

Die Regierung von Schwaben verweist allerdings auf die Vorgabe des Landesentwicklungsprogramm Bayerns, dass Innenentwicklung vorrangig vor Außenentwicklung stehe. Einen größeren Gebäudekomplex im Außenbereich sehen daher auch viele Marktoberdorfer kritisch. Von Zersiedelung war die Rede, einem massiven Fremdkörper und der Verschandelung der Landschaft. Mehrere Dutzend private und öffentliche Stellungnahmen äußerten im Rahmen der Auslegung Kritik an den Plänen des Investors. Bürgermeister und Stadträte sahen das jedoch anders und folgten einstimmig den Argumenten und Empfehlungen des Planungsbüros.

Das ohnehin brach liegende Gelände erfahre durch den Hotelneubau eine sinnvolle Wiedernutzung, machte Brockof deutlich. Außerdem werde die parkähnliche Begrünung und die Einheitlichkeit des Baukörpers dem Hotel seine Wucht nehmen. Denn viele Anwohner der Kurfürstenallee fürchteten um den freien Blick in die Berge, da das Hotel mit rund zwölf Metern Höhe das Gelände weit mehr überrage als die jetzigen Gärtnereigebäude. Geruchswerte Darauf gingen die Stadträte jedoch nicht näher ein. Sie reagierten jedoch auf die Einwände, dass es im Hotel zu Konflikten mit der angrenzenden Landwirtschaft kommen könne.

Der Bebauungsplan wurde also dahingehend geändert, dass künftig höhere Immissionswerte wie in einem Dorf gelten sollen. Fünf- bis sechs Mal im Jahr werden die Wiesen rund um das Hotel gedüngt, wie ein betroffener Landwirt einwand. Dies sei ortsüblich, unvermeidlich und daher rechtlich auch nicht anfechtbar, wie Chefplaner Hubert Sieber antwortete. Der Hotelbetrieb sei laut den Berechnungen seines Büros dennoch nicht eingeschränkt. Auch wolle man die Zahl der Stellplätze noch einmal erhöhen (auf insgesamt 144), damit weder auf Zufahrten noch landwirtschaftlichen Wegen geparkt werde.

Der Stadtrat billigte den in Details geänderten Bebauungsplan einstimmig, der damit eine wichtige Etappe erreicht hat. Er wird zwar noch einmal für die Dauer von zwei Wochen öffentlich ausgelegt. Einem Bau am Standort der ehemaligen Gärtnerei scheint aber nun nichts mehr entgegen zu stehen.

von Angelika Hirschberg

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