Bedenken überwiegen

Stadtrat macht sich Gedanken zur Umwidmung der Bahnhofstraße

Bahnhofstraße und die Amberger Straße buchloe
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Die Bahnhofstraße und die Amberger Straße, die im Westen an die Mindelheimer Straße (rechts im Bild) anschließt, waren Gegenstand der Diskussion im Stadtrat.

Buchloe – „Buchloes Hauptflaniermeile“ hatte Bürgermeister Robert Pöschl die Bahnhofstraße in einer vergangenen Stadtratssitzung genannt. Als Staatsstraße ist eben diese aber auch einer enormen Verkehrslast ausgesetzt, gleichzeitig hat die Stadt hier keine Gestaltungsfreiheit. Aus diesen Gründen hat die SPD im Oktober einen Antrag eingereicht mit der Bitte, zu überprüfen, ob eine Umwidmung sowohl hier als auch in der Amberger Straße realisierbar wäre. Mit 14:9 Stimmen wurde dieser jetzt abgelehnt.

Zum ersten Mal fand die Sitzung in hybrider Form statt, nachdem sich der Stadtrat in der vergangenen Woche darauf geeinigt hatte. „Der Sitzungsleiter von heute braucht Augen vorne und hinten“, scherzte Pöschl in Anbetracht der Stadtratsmitglieder, die auf Großleinwand per Videokonferenz zugeschaltet waren. Zehn der insgesamt 23 Teilnehmenden hatten sich für diese Möglichkeit entschieden. So auch Manfred Beck (SPD), der die Beweggründe für den gestellten Antrag noch einmal erläuterte. „Der Antrag kommt nicht von ganz ungefähr. Vom Blumenkübel bis zum Fußgänger­überweg: Wir können hier nichts selbst entscheiden. Es ist richtig und wichtig, die Oberherrschaft wieder zu erlangen. Die Möglichkeiten, die sich damit für die Bahnhofstraße ergeben, sind enorm“, so Beck. Konkreter Inhalt des Antrags ist ein Prüfauftrag, ob eine Umwidmung der beiden genannten Straßen überhaupt realisierbar wäre und wenn ja, zu welchen Bedingungen und Kosten. Im Moment ist die Bahnhofstraße eine Staatsstraße, die Amberger Straße obliegt dem Landkreis. Besonders bei der UBI-Fraktion stieß dieser Vorschlag auf offene Ohren. Michaela Schilling (UBI) betonte, dass hier der ideelle Wert über dem ökonomischen Wert stehe.

Eine Einstellung, die die Mehrheit im Saal und auf der Leinwand am Ende nicht teilte. Gegenstimmen gaben die Verlagerung der Verkehrslast auf andere Straßen, wie zum Beispiel die Augsburger Straße, zu bedenken und sahen eine Umwidmung zu früh. „Ich glaube, mit dieser Entscheidung machen wir den zweiten Schritt vor dem ersten. Wir haben noch keine Ahnung, wie wir gestalten wollen. Wir haben nichts, was eine Umwidmung berechtigt“, führte Benjamin Leinsle (CSU) an. In diesem Zusammenhang bedankte sich Pöschl auch für die gute Kooperation mit dem staatlichen Bauamt und dem Landkreis Ostallgäu.

Bau der neuen Kläranlage im Plan

Viele Worte des Dankes brachte auch Stadtbaumeister Stephan Müßig an, der den Anwesenden den aktuellen Bauzustand der städtischen Kläranlage präsentierte. Nachdem im April 2020 mit dem Bau begonnen worden war, sollen die Bauarbeiten hoffentlich im Oktober abgeschlossen werden. Sowohl zeitlich als auch finanziell verläuft das Vorhaben dabei nach Plan. Sein Dank hierfür galt den beteiligten Planungsbüros und den Fachkräften vor Ort.

Hochspannungsleitung

Auf der Tagesordnung stand darüber hinaus auch ein Bauvorhaben auf einer Strecke von 9,5 Kilometer zwischen Honsolgen und Landsberg. In diesem Bereich soll die Hochspannungsleitung erneuert werden, wofür insgesamt 32 Masten abgebaut und 25 neue, vorwiegend im Bereich der vorhandenen Trasse, errichtet werden sollen. Nachdem Buchloe nur gering betroffen ist, wurde das Planfeststellungsverfahren ohne Anregungen zur Kenntnis genommen.

Buchloe nimmt am Stadtradeln teil

Am Ende gab Pöschl Ausblick auf eine Aktion, die ungeachtet der vorangegangen Diskussion auf jeden Fall eine Entlastung für Buchloes Straßen zur Folge habe: Zum ersten Mal nimmt Buchloe am sogenannten Stadtradeln statt, an dem deutschlandweit Städte, Gemeinden, Landkreise, Regionen und ihre Einwohner teilnehmen können. Für die Stadt Buchloe heißt das konkret, dass im Zeitraum vom 13. Juni bis 3. Juli möglichst viele Fahrradkilometer zurückgelegt werden sollen. Pöschl hofft dabei auf rege Beteiligung.

Nachdem die Digitalisierung am Abend dieser ersten Hybridsitzung fast reibungslos funktioniert hat, richtet auch diese Aktion ihren Blick sicherlich auf die Zukunft.

Agnes Reißner

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