Wie hoch darf gebaut werden?

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Zwischen Autobahn und Lindenberger Straße nahe der Gennach soll das neue Baugebiet Buchloe Süd entstehen.

Buchloe – Im Süden der Stadt soll ein neues Baugebiet mit rund 100 Wohneinheiten entstehen. Im Zentrum des Gebiets zwischen der Autobahn A96 und Lindenberger Straße auf der einen Seite und Gennach und der Verlängerung der Straße „An der Halde“ ist der neue Kindergarten Buchloe Süd eingeplant (wir berichteten). Wie das Baugebiet aber zukünftig genau aussehen soll, war nun Beratungsthema in der jüngsten Stadtratssitzung. Die Vorgaben dafür werden im Bebauungsplan Buchloe Süd VI festgeschrieben.

In Arbeitskreisen und nichtöffentlichen Stadtratssitzungen war bereits ausführlich über den Entwurf des Bebauungsplanes diskutiert worden. Der äußere Ring des Baugebietes sollte nach den Planungen zweigeschossig gebaut werden, im Inneren des Gebietes ist sogar dreigeschossige Bauweise zugelassen.

Unstrittig in der Stadtratssitzung war, dass sowohl freistehende Einzelhäuser, Doppelhäuser und auch Mehrfamilienhäuser mit drei Stockwerken gebaut werden dürfen. Knifflig wurde es aber bei den Bauhöhen vor allem in der zukünftigen Schwangauer Straße (bisher Planstraße B). Die Stadträte hatten in gleicher Sitzung die Vergabe der Straßennamen beschlossen.

Wegen möglicher Verschattung des nördlich gelegenen Wohngebietes hatten die Planer überlegt, dort nur eine zweigeschossige Bebauung mit Firsthöhen von 10,50 Meter und Wandhöhen von 6,50 Meter zuzulassen. Wilhelm Barthelmes und Fraktionskollegin Irmgard Ablasser (CSU) erinnerten daran, dass den Bewohnern des nördlich gelegenen Wohngebietes früher einmal quasi ein freier Blick über die Felder zugesagt worden war. Barthelmes empfindet es gegenüber den Anwohnern der Lindenberger Straße nur als fair, wenn keine hohen Häuser dort gebaut würden. Auch für Bürgermeister Josef Schweinberger stellte sich die Frage, ob den Anwohner eine zweigeschossige Bauweise wegen der Verschattung zumutbar sei.

Stadtrat Hubert Zecherle und seine Fraktionskollegen Lothar Scholze und Rudolf Grieb (UBI) wünschten sich dagegen etwas mehr Freiheit für die Bauherren im neuen Baugebiet. Vor allem die Kniestöcke waren Hubert Zecherle ein Dorn im Auge. Der Abstand ist groß genug, um eine zweigeschossige Bauweise zuzulassen, sagte Zecherle. Auch Stadtrat Franz Lang (FW) plädierte für eine zweigeschossige Bauweise. „Ein Kniestock ist immer Murks“, sagte Lang.

Kniestöcke sind aber nicht zwingend vorgeschrieben, betonte Stadtbaumeister Herbert Wagner. Man könne zweigeschossig ohne Kniestock bauen, wenn man die Dächer flacher ausfällen lässt. Diese Diskussion führte dann zu einem mehrheitsfähigen Kompromiss. Man einigte sich, die zulässige Firsthöhen von 10,50 Meter auf neun Meter abzusenken.

Der Bebauungsplan lässt den Bauherren viele Freiheiten bei der Gestaltung. So ist beispielsweise keine Dachform vorgeschrieben, auch Flachdächer mit Dachbegrünung sind zulässig und Gauben können eingebaut werden. Wenig Gestaltungsfreiraum gibt es aber bei den Zaunhöhen. Die Satzung der Stadt lässt nur eine Einzäunung der Grundstücke bis 1,20 Meter Höhe zu. Stadtrat Maximilian Hartleitner (parteilos) fand, die Satzung gehöre geändert.

Viele Stadträte sind der Meinung, dass Bauherren, die höher bauen wollten, sich für ein anderes Grundstück in dem Baugebiet entscheiden könnten.

Mit einer ausreichenden Mehrheit bei nur sieben Gegenstimmen beschloss der Stadtrat den Vorentwurf des Bebauungsplanes. Außerdem wurde der notwendigen Änderung des Flächennutzungsplanes zugestimmt.

von Siegfried Spörer

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