Stadtrat Marktoberdorf:

Ulrike Wieser tritt zurück

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Hört als Stadträtin auf: Ulrike Wieser.

Marktoberdorf – Es sind berufliche Gründe, warum sich Ulrike Wieser aus dem Marktoberdorfer Stadtrat zurückzieht. Sie ist Lehrerin an der Mittelschule, unterrichtet u.a. im Fach Religion und wird in den nächsten zwei Jahren eine Zusatzqualifikation machen. Es handelt sich um eine externe Fortbildung, die sie auch selbst finanziert, schildert Ulrike Wieser im Gespräch mit dem Kreisbote.

Die zusätzliche Beanspruchung bei der beruflichen Fortbildung und das Stadtratsmandat seien – „wenn man es gescheit macht“ – zeitlich nicht unter einen Hut zu bringen, bekennt die 53-Jährige, die einen erwachsenen Sohn und eine erwachsene Tochter hat. Sie legt sie Mandat zum 31. August 2017 nieder.

Ulrike Wieser gehörte dem Marktoberdorfer Stadtrat seit Mai 2008 an. Sie bedankte sich auf der letzten Sitzung vor der Sommerpause für die Zusammenarbeit. Wenn sie aus dem Gremium ausscheidet, sind es im 24-köpfigen Kommunalparlament nur noch zwei Frauen: Dr. Andrea Weinhart (Freie Wähler) und Veronika Diepolder (CSU), die das Ausscheiden der Kollegin genauso bedauert wie Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell.

Wolfgang Glas rückt nach

Kommt neu in das Gremium: Wolfgang Glas.

Die SPD-Fraktion im Marktoberdorfer Stadtrat belegt vier Sitze: Dr. Wolfgang Hannig, (zugleich zweiter Bürgermeister), Fraktionssprecher Erich Nieberle, Ulrike Wieser und Stefan Elmer. Nach dem Rücktritt Wiesers, den sie neulich schriftlich bei der Stadt einreichte, wird Wolfgang Glas nachrücken. Er ist 49 Jahre alt, gehört dem Ostallgäuer Kreistag an und hat eine Praxis für Physiotherapie in Markt­oberdorf. In der Kreisstadt ist er seit 15 Jahren zu Hause.

„Wir bedauern den Schritt. Aber das müssen wir akzeptieren“, nimmt SPD-Fraktionssprecher Erich Nieberle Stellung zum Ausscheiden von Ulrike Wieser. Sie habe ein „fundiertes Wissen“ und sich „intensiv in die Themen eingearbeitet“, hebt Nieberle im Gespräch mit der Redaktion hervor. Wieser war als Stadträtin auch im Finanzausschuss, im Kulturausschuss und im Bauausschuss.

Martin Vogler vom Bürgermeister-Büro schildert, seit der Kommunalwahl 2014 sei laut Gemeindeordnung bei einem Rücktritt kein „triftiger Grund“ mehr anzugeben, über den früher das Gremium befinden musste. Seitdem müssen Stadt- und Gemeinderäte einen solchen Schritt lediglich „zur Kenntnis nehmen“. Der Nachrücker auf der SPD-Liste, also Wolfgang Glas, werde angeschrieben und müsse schriftlich die Bereitschaft erklären, das Mandat im Stadtrat zu übernehmen.

Verabschiedung und Vereidigung

Die Vereidigung des Nachrückers wird auf der Sitzung am Montag, 25. September, erfolgen. Zugleich soll auf der gleichen Zusammenkunft Wieser verabschiedet werden.

Im Vergleich zu umliegenden Städten, wo es bei einer Größe zwischen 10.000 und 20.000 Einwohnern jeweils 24 Sitze im Stadtrat gibt, hat Marktoberdorf mit Abstand die geringste Frauenquote. Ab September sind es nur noch zwei. In Füssen sind es ebenso wie in Schongau sechs Frauen unter 24 Stadträten; in Buchloe sind es fünf.

jj

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