Stadtrat billigt neues Baugebiet Hattenhofen

"50 Prozent reichen"

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Es sei Aufgabe der Stadt, neuen Wohnraum zu schaffen, erklärte Clara Knestel und stimmte dem Baugebiet zu.

Marktoberdorf – Die Sorge vor überzogenen Grundstückspreisen und Spekulationen war der Hauptgrund, warum im Marktoberdorfer Stadtrat die Ausweisung eines Baugebiets bei Hattenhofen kritisch beäugt wurde. Denn dort gehört nur etwa die Hälfte des Grundes der Stadt. Trotzdem stimmten am Ende die Räte dem Projekt zu.

Grundsätzlich sind sich Stadtrat und Verwaltung bezüglich der Aufstellung eines Bebauungsplanes für Hattenhofen Süd einig. Bedenken gab es dennoch, denn die Bauflächen befinden sich nur zu etwas mehr als 50 Prozent in städtischer Hand. Dies könne zu Grundstücksspekulationen führen, so Axel Maaß (Grüne). Tendenziell stimmten jedoch die meisten Stadträte mit Doris Rößle (FW) überein, die in dem neuen Baugebiet eine Chance für junge Hattenhofener sah und genehmigten das Vorhaben der Verwaltung.  

Da im Hattenhofener Plangebiet von 1,95 Hektar nur 1,16 Hektar zum Bauen vorgesehen sind, müsse der Flächennutzungsplan parallel zur Aufstellung des Bebauungsplanes geändert werden, erklärte Stadtbaumeister Peter Münsch den Stadträten. Damit könne dann der vordringliche Bedarf gedeckt werden. 

Nach seiner persönlichen Meinung hielt Axel Maaß dies allerdings für die falsche Vorgehensweise, denn noch vor etwa zwölf Jahren habe die Stadt nur dann Bauland ausgewiesen, wenn sie die Flächen größtenteils selbst in Besitz hatte. Dies sähen, so Maaß, etwa 90 Prozent aller Gemeinden im Ostallgäu genau so. Peter Fendt (BP) wollte sich dem nicht anschließen, denn schließlich brauche man ja Bauland. Im Übrigen forderte er für Bauwillige einen höheren „Freiheitsgrad“ bei der Planung ihrer Vorhaben. 

Die Auflagen im Handbuch beträfen nur die Kernstadt, erwiderte darauf Bürgermeister Werner Himmer – ansonsten seien die Auflagen „sehr weit gefasst“. Münsch sah ebenso wie Maaß die Gefahr einer deutlichen Preisentwicklung nach oben, wenn zu wenige Bauplätze in städtischer Hand sind. Ohne das Vorhaben selbst in Frage zu stellen, sprach Eduard Gapp (CSU) eine Warnung grundsätzlicher Natur aus, als er forderte, mehr Bauflächen in den Zentren der Ortsteile auszuweisen, um einem „Ausufern“ der Dörfer entgegenzuwirken. 

Insgesamt hielten die Fraktionen von Freien Wählern, der CSU und der SPD 50 Prozent Eigenanteil bei den Flächen für ausreichend und traten ebenso wie Klara Knestel (Grüne) für die neuen Bauplätze ein. Abschließend erkundigte sich Maaß, ob und in welcher Größenordnung ein Bauzwang geplant sei. Für private Grundstücke sei ein solcher nicht durchsetzbar, antwortete Himmer – wohl aber für städtische Bauplätze. von Klaus Bauer

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