"Gutes auf den Weg gebracht"

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Das Ende der Marktoberdorfer Klinik rückt näher. Aus dem „Sondergebiet Krankenhaus“ soll ein Wohngebiet werden.

Marktoberdorf – Es sei ein historischer Beschluss gefällt, der das Ende des Marktoberdorfer Krankenhauses nun auch städtebaulich besiegele. So brachte es Wolfgang Hannig (SPD), zweiter Bürgermeister der Kreisstadt, auf den Punkt. „Nach 500 Jahren Krankenhausgeschichte kommen jetzt nur noch die Bagger.“

Anlass der eindrücklichen Worte war die Entscheidung des Stadtrats in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause, das Krankenhausareal in ein allgemeines Wohngebiet umzuwidmen. Dazu erließ der Stadtrat eine Änderung von Flächennutzungs- und Bebauungsplan für das als „Sondergebiet Krankenhaus“ ausgewiesene Areal in der Hochwiesstraße. „Wir haben lange um das Krankenhaus gekämpft und verloren“, so Eduard Gapp (CSU). „Aber wir haben jetzt etwas Gutes auf den Weg gebracht.“ 

Bereits im März hatte sich die Stadt das Vorkaufsrecht am Klinikareal gesichert und angekündigt, einen Bebauungsplan für das rund 40.000 Quadratmeter große Gebiet aufzustellen. „Unabhängig davon, wer Eigentümer der Fläche wird, wollen wir als Stadt sicherstellen, dass hier der Bau von Wohnungen erfolgen kann“, bekräftigte Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell am Montag erneut das Ansinnen. 

Mit den gefassten Beschlüssen galt es nun, die rechtlichen Rahmenbedingungen abzustecken. Dazu gehörte auch, die Änderungen mit einer sogenannten Sperre zu versehen. Damit sichert sich die Stadt einen Zeitraum von drei Jahren, um einen detaillierten Bebauungsplan aufzustellen und das Areal städtebaulich geordnet an geeignete Investoren zu übergeben. Die Nachfrage von Bauträgern bei der Stadt sei bereits sehr groß, sagte Hell in diesem Zusammenhang. Er habe auch die Anfrage für den Bau eines Behindertenwohnheims erhalten. 

Rechtliche Klarheit 

Grünen-Stadtrat Christian Vavra störte sich dennoch am Vorgehen der Stadt, ohne Konzept, ohne vermeintlichen Investor und ohne soziale Komponenten die Zukunft des Krankenhausareals zu beschließen. Stadtbaumeister Ralf Baur versuchte zu beruhigen: „Nichts ist im Detail schon festgelegt. Aber die Stadt schafft rechtliche Klarheit im Vorfeld, was sie dort haben will.“ 

Dass dabei eine verträgliche Nachverdichtung von Wohnraum im Vordergrund stehe, machte Bürgermeister Hell schon in seiner Vorrede deutlich. Denn Marktoberdorf habe in den letzten zehn Jahren immerhin 400 Einwohner verloren – gerade weil es zu wenig Wohnraum im Stadtgebiet gebe.

von Angelika Hirschberg

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