Ein Stadtteil präsentiert sich

Die Feierlichkeiten zum Schwabentag, Bürgerfest und Erlebnistag der Gablonzer Industrie wurden mit dem „Massenchor“ feierlich eingeläutet.

Unter dem Motto „Zusammenwachsen – Zusammenleben: Vertreibung – Migration – Integration“ richtete der Kaufbeurer Stadtteil Neugablonz den diesjährigen Schwabentag aus. 2008 initiierte der Bezirk Schwaben diesen Thementag, um zu verdeutlichen, welche Vielfalt und Werte unsere Heimat bereithält. Gemeinsam mit dem 10. Neugablonzer Bürgerfest und dem Erlebnistag der Industrie bot sich am vergangenen Sonntag den Besuchern ein vielfältiges Programm aus Kultur, Musik und Unterhaltung auf insgesamt vier Bühnen.

Rundum zufrieden zeigten sich die Initiatoren des Aktionstages. Es konnten insgesamt mehr Besucher als in den vergangenen Jahren verzeichnet werden. Dies war der Vielseitigkeit des Unterhaltungsprogramms geschuldet, so das einhellige Urteil. Denn am Sonntag verknüpften sich insgesamt drei Aktionstage, die es den Besuchern erlaubten, den Stadtteil mit all seinen Facetten näher kennen zu lernen. „Die Besucher zeigten großes Interesse und waren nicht selten den ganzen Tag lang vor Ort“, resümierte Thomas Nölle, Geschäftsstellenleiter des Bundesverbandes der Gablonzer Industrie e.V.. Rund um den neuen Markt präsentierten sich die Institutionen und Vereine und machten den für Neugablonz so bedeutsamen Themenkreis Vertreibung, Migration und Integration erlebbar. Die bewegende Geschichte des Stadtteils veranschaulichte das Isergebirgs-Museum in beeindruckenden Bildern und erinnerte an die Vertreibung der Sudetendeutschen, die Ankunft in ihrer neuen Heimat Neugablonz und dem Aufbau der Schmuckindustrie. Die Neueröffnung eines Themenbereichs mit der beispielhaften Darstellung einer Vertreibung mittels eines Viehwaggons, „wie sie von vielen Zeitzeugen erlebt wurde“, stieß bei den Besucherinnen und Besuchern auf bewegtes Interesse. Auf den Bühnen unterhielten zahlreiche Musikvereine und Kapellen die Zuschauer. Besonders die „Weltbühne“ spiegelte das Thema des Schwabentages eindrucksvoll wieder: Ein Kurzfilm über das Leben als Flüchtling, jüdische Kurzgeschichten sowie indische und brasilianische Klänge faszinierten das Publikum nachhaltig. Für große Aufmerksamkeit sorgte auch das „Erzählcafé“ mit Berichten von Zeitzeugen über ihre Erlebnisse während der Vertreibung und die Neuanfänge in Schwaben. Wie Integration auch funktionieren kann, zeigten das Familienforum Neugablonz und das Bezirkskrankenhaus. Sie hatten unter anderem ADHS und Depression, sowie ihre verschiedenen Ansätze zur Unterstützung von Betroffenen zum Schwerpunkt gemacht. Zum „Schwaben-Battle“ im Jugendzentrum Fun Factory traten 14 Breakdance-Crews vor internationaler Jury gegeneinander an. „Mit dem Schwabentag wollen wir die gesamtschwäbische Identität stärken und Spuren hinterlassen. Die unterschiedlichen Events haben sich toll ergänzt. Das Publikum war begeistert“, zeigte sich Oberbürgermeister Stefan Bosse rundum zufrieden mit dem Schwabentag. Auch Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert war von der Informations- und Unterhaltungsfülle beeindruckt: „Der Schwabentag gibt den Orten die Möglichkeit, sich über die Grenzen hinaus bekannt zu machen. Die Resonanz in Neugablonz war auch auf Kommunal- und landespolitischer Ebene sehr gut. Diesen Weg wollen wir beibehalten“. Dass das Motto des Schwabentages nicht „leere“, sondern lebendige Worte waren, dies zeigte Neugablonz am Sonntag.

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