Erhalt des Ortskerns

+
Petra Schober, Architektin und Städteplanerin aus München, erläuterte in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung ihre Empfehlungen für eine Weiterentwicklung der städtebaulichen Richtlinie.

Obergünzburg – In der jüngsten Sitzung sprach sich der Marktgemeinderat für eine Fortschreibung und Weiterentwicklung der städtebaulichen Förderrichtlinie aus. Er will damit auch verstärkt private Investoren für den Erhalt des Ortskerns mobilisieren.

Dieses kommunale Förderprogramm soll von der Marktgemeinde, aber auch von privaten Eigentümern zur Sanierung der Gebäudefassaden im Ortsbild und Erhalt oder Neugestaltung von ortsbildprägenden Fassadenteilen genutzt werden. Petra Schober, Architektin und Städteplanerin aus München, erläuterte: „Eine Ergänzung des kommunalen Förderprogramms könnte auch die Sanierung kommunaler Einrichtungen wie Museen und ein Geschäftsflächenprogramm beinhalten.“ Förderfähige Objekte müssten sich dabei innerhalb eines definierten Sanierungsgebietes befinden.

Die aktuellen Handlungsschwerpunkte der Städte­bauförderung sind laut Bayerischem Ministerium für Inneres, Bau und Verkehr, die Stärkung der Ortsmitten, die Pflege des kulturellen Erbes und die Mobilisierung innerörtlicher Flächen für Wohnen, Gewerbe und Gemeinbedarf.

Die Förderrichtlinie der Marktgemeinde mit einer Förderung von 30 Prozent der anerkannten Herstellkosten gibt es bereits seit 2001, wurde aber von privaten Investoren wenig genutzt – möglicherweise wegen der bisher geringen Fördersummen von maximal 3.000 Euro, so Schober. „Meist stehen bei den Sanierungen wesentlich höhere Summen an, sodass die Förderung eventuell deshalb nicht beantragt wurde“, sagte die Architektin vom Büro Schober. „Voraussetzung für die Förderung ist allerdings eine Bauberatung durch die Gemeinde oder einen Bauberater“, so die Städteplanerin, die eine erhöhte Bereitstellung von Fördergeldern als Zuschüsse oder Darlehen emphielt.

Auf Initiative von Bürgermeister Lars Leveringhaus bildete sich ein erster Arbeitskreis aus Markträten und den Bürgermeistern, um erste Planungen für eine Bestandsanalyse und Schwerpunktbildung anzugehen. Weiterhin soll im Laufe des Jahres 2016 eine attraktivere Fördergesamtsumme erarbeitet werden, um vermehrt auch private Investoren anzusprechen. Leveringhaus nahm die verschiedenen Anregungen aus dem Marktgemeinderat auf, alle Fördermöglichkeiten mit Beispielen in Form eines Informationsflyers zusammenzustellen und für Interessierte zur Verfügung zu stellen.

Bisher wurden für die Städtebauförderung 2016 von der Marktgemeinde förderfähige Kosten von circa 1,75 Millionen Euro angemeldet. Dies umfasst mit Schwerpunkt die beiden Einzelmaßnahmen „Ausbau und Gestaltung des Alten Marktes mit Klosterweg“ und die „Platzgestaltung der Mädchenschule“.

„Für die geplante Neugestaltung des Unteren Marktes ab Einmündung Krankenhausstraße in Richtung Norden war ursprünglich ein Wettbewerb geplant“, zeigte Schober auf. Laut Bürgermeister Leveringhaus ergab sich aus Gesprächen mit der Straßenbauverwaltung bedauerlicherweise kein Bedarf bei der Erneuerung der Fahrbahn. Deshalb ergab sich nach konkreter Erarbeitung des Kostenrahmens für den Wettbewerb vergleichsweise wenig Spielraum und Inhalte gegenüber den erheblichen Wettbewerbskosten.

Leveringhaus begründete damit den Entschluss, keinen Wettbewerb auszuschreiben, sondern im eigenen Bereich weiter zu planen. Dabei entstand auch die Überlegung für den Unteren Markt, „ den roten Klinker für die Gehsteige bis zum Ortseingang fortzuführen“, so Leveringhaus.

von Wolfgang Krusche

Auch interessant

Meistgelesen

Festzug mit Hindernissen
Festzug mit Hindernissen
Silikon entzündet sich
Silikon entzündet sich
Stadt in festlichem Gewand
Stadt in festlichem Gewand
Drei Tote bei Autounfall bei Kaltental
Drei Tote bei Autounfall bei Kaltental

Kommentare