Städtisches Einkommen sinkt

Die Gelegenheit zur Aussprache mit Oberbürgermeister Bosse im Stadtsaal wurde am Montagabend wieder sehr rege genutzt. Verunreinigungen und Störungen durch junge Leute im Baumgarten wurden bei der Bürgerversammlung ebenso geschildert wie zahlreiche verkehrspolitische Themen.

Die Auftakt-Bürgerversammlung wird traditionell stark von städtischen Mitarbeitern und Stadträten besucht, die damit schon rund die Hälfte des Plenums füllen. Bevor die Bürger ihre Sorgen und Nöte am Mikrofon zur Sprache brachten, gab Oberbürgermeister Bosse einen Überblick über die kommunalen Finanzen. Der städtische Haushalt für 2009 beträgt insgesamt knapp 127 Millionen Euro, wovon 99,4 Millionen Euro auf den Verwaltungshaushalt und der Rest auf den Vermögenshaushalt entfallen. Nach zwei Jahren mit hohen Steuereinnahmen zeichnet sich aktuell ein deutlicher Rückgang ab bei zugleich steigenden Ausgaben, insbesondere im Jugendhilfe- und Sozialhilfe-Bereich. Obwohl die Stadt derzeit noch rund 20 Millionen Euro an Rücklagen hat, rechnet Bosse mit einer Netto-Neuverschuldung von knapp sieben Millionen Euro bis 2012, sofern alle Vorhaben realisiert werden. Die größten Posten auf der Projektliste der Stadt sind derzeit die Generalsanierung der Jörg-Lederer-Schule mit 4,9 Millionen Euro, das Stadtmuseum mit 5,6 Millionen Euro sowie das Hallenbad mit 2,2 Millionen Euro. Das Hallenbad ist auch ein jährlich wiederkehrendes Anliegen der Kaufbeurer bei den Bürgerversammlungen. Um das “Familienbad” zukünftig attraktiver zu gestalten, sind der Einbau einer Rutsche, Verbesserungen im Mutter-Kind-Bereich, eine größere Außenanlage und eine Wellness-Oase geplant, berichtet Stefan Bosse. Des Weiteren denke die Stadt über die Einrichtung einer Jugendherberge mit Gastronomie im Bereich des Parkrestaurants nach. Zu den ersten Wortmeldungen der rund 140-minütigen Bürgerversammlung zählten die Beschwerden von Anwohnern im Baumgarten. Seit das Konsumieren von Alkohol in der Öffentlichkeit am Busbahnhof nicht mehr geduldet wird, hat sich der Treffpunkt auf die andere Seite der Stadtmauer hin verlagert, berichten die dortigen Bewohner. Durch die kleine Tür in der Mauer gelangen die Gruppen zumeist Jugendlicher und junger Erwachsener leicht in den Baumgarten, wo es dann zu Störungen und Verschmutzungen kommt, wie eine Anwohnerin anschaulich schildert. Auch die Senioren im Baumgarten sind nach ihren Worten von der Situation entsetzt. “In der Stadt sorgen wir für Ruhe, Sicherheit und Ordnung”, verkündet der Oberbürgermeister. Den Vorschlag der Anwohner, den Durchgang der Stadtmauer ganz oder zumindest nachts zu schließen, akzeptiert Bosse nicht. Mehr Kontrollen sollen in diesem Bereich zukünftig für Abhilfe sorgen. Die begrenzten Parkmöglichkeiten im Brunnenweg, wenn im Winter eine Seite für den parkenden Verkehr gesperrt ist, sorgen für Unmut bei den Anwohnern. Da auch die Beschäftigten des dortigen Kindergartens und die Eltern Parkraum beanspruchen, wird es zu Stoßzeiten eng. Außer einem Appell an die Erzieherinnen ein Stück entfernt zu parken, sieht Bosse keine Lösung. In den Stadtteilen haben die Bürger noch zu folgenden Terminen Gelegenheit, die Versammlungen zu besuchen: Donnerstag, 5. März, um 17 Uhr im Gablonzer Haus in Neugablonz; Dienstag, 10. März, um 20 Uhr im Pfarrsaal in Oberbeuren; Donnerstag, 12. März, um 20 Uhr im Gasthaus “Goldenes Kreuz” in Kleinkemnat; und Montag, 23. März, im Gasthaus “Lindenau” in Hirschzell.

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