Standesamtstatistik: 2019 ist ein Geburten-Rekordjahr

Babyboom in Kaufbeuren

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Symbolbild

Kaufbeuren – 2019 ist in Kaufbeuren ein Rekordjahr: Noch nie stieg die Zahl der Geburten – seit der Aufzeichnungen ab 1983 – in einem Jahr so stark wie im vergangenen Jahr, nämlich um 6,5 Prozent. Auch die Einwohnerzahl ist mit 46.199 Bürgern auf einem Höchstwert.

Diese und weitere Zahlen aus Kaufbeuren hat Standesbeamter Mathias Müller vorgelegt.

Das Standesamt Kaufbeuren hat im vergangenen Jahr 981 Geburten beurkundet, 60 mehr als im Jahr 2018. 507 Buben kamen zur Welt und 474 Mädchen. Dabei betrug der Anteil der Geburten im Klinikum Kaufbeuren, wo die Eltern nicht in Kaufbeuren wohnen, 558 (Vorjahr: 562). Dies entspricht knapp 57 Prozent (Vorjahr: knapp 71 Prozent). Kaufbeurer Bürgerinnen haben 97 Kinder mehr entbunden als im Vorjahr, nämlich 484 (Vorjahr: 387). Davon kamen 423 Kinder in Kaufbeuren auf die Welt (Vorjahr: 387). „Langjährig betrachtet wurden letztmals 1993 so viele Kaufbeurer Kinder entbunden wie 2019“, so Müller. Weiterhin hoch bleibt der Anteil der Eltern mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Die Zahl der Kinder mit Eltern, von denen mindestens einer eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzt, erhöhte sich laut Müller von 263 im Jahr 2018 auf 323. Das bedeutet einen Anteil von rund 33 Prozent (Vorjahr: 28,6 Prozent). Gegenüber 2018 stieg die Zahl der neugeborenen Kinder von Flüchtlingen von 62 auf 75. Das sind 7,6 Prozent der Geburten.

Laura und Elias

Auch 2019 gab es für die Neugeborenen wieder besonders beliebte erste Vornamen. Bei den Mädchen waren das die Namen Laura, der zehnmal vergaben wurde, und Lena (8) auf Platz zwei. Fast genauso populär waren die Namen Amelie, Emilia, Johanna, Luisa und Mia, die jeweils siebenmal vergeben wurden. Bei den Buben rangiert der Vorname Elias (13) ganz oben, gefolgt von Maximilian (12) und Jonas (11) auf den Plätzen zwei und drei.

Neben dem erfreulichen Geburtenanstieg hat aber auch die Zahl der Sterbefälle etwas zugenommen. 577 Kaufbeurer sind vergangenes Jahr gestorben, fünf mehr als im Jahr 2018. Mit 12,5 Prozent auf 1000 Einwohner bleiben die Sterbefälle prozentual auf dem gleichen Niveau wie im Jahr zuvor. Damit sind 93 mehr Menschen gestorben, als geboren wurden. Insgesamt hat das Standesamt 953 Sterbefälle (Vorjahr: 866) beurkundet, dabei sind ortsfremde Personen mit eingerechnet. Laut Müller ist das die höchste bislang beurkundete Zahl seit der Aufzeichnungen ab 1945.

Kontinuierlicher Anstieg

Auch wenn es in den letzten 30 Jahren stets einen Sterbeüberschuss gab (mit Ausnahme des Jahres 1992, als fünf mehr Menschen geboren wurden, als gestorben sind), ist die Einwohnerzahl in der Wertachstadt seit dem Jahr 2006 kontinuierlich gestiegen und hat 2019 eine weitere Marke geknackt. Zum Stichtag, dem 31. Dezember, lebten in Kaufbeuren erstmals über 46.000 Menschen in Kaufbeuren, exakt 46.199. Ein Jahr zuvor waren es noch 45.701 Einwohner. Der Anstieg hat also mit Zuzug zu tun.

Weniger Eheschließungen

Im vergangenen Jahr gaben sich weniger Paare das Ja-Wort als noch 2018. 278 Eheschließungen bekundete das Standesamt, damit ging die Zahl gegenüber dem Vorjahr um 34 zurück, liegt aber dennoch auf einem weiterhin „erfreulich hohen Niveau“, so Müller. Zwölf gleichgeschlechtliche Ehen wurden geschlossen, davon sieben weiblicher und fünf männlicher Paare. Auch auswärtige Paare heirateten in Kaufbeuren. 2019 waren es 73, ein Jahr zuvor hingegen noch 100. Ein Highlight sind die seit dem Jahr 2018 durchgeführten Trauungen im Türmerzimmer des Fünfknopfturms. Von den 24 angebotenen Trauungsterminen im fünften Stock des Turms über den Dächern der Stadt wurden genau wie im Vorjahr 17 Termine gebucht. Von Mai bis Oktober wird es auch dieses Jahr wieder 24 Termine dafür geben. Romantisch bei Kerzenschein heirateten 14 Paare (Vorjahr: 15) im Rahmen der Candle-Light-Trauung in den Abendstunden im historischen Rathaus.

Kirchenaustritte auf Höchstwert

Immer mehr Menschen in Kaufbeuren kehren der Kirche den Rücken. Der Höchststand von 2018 mit 320 beurkundeten Austrittserklärungen wurde vergangenes Jahr nochmals getoppt. 390 Bürger traten aus der Kirche aus, davon 273 aus der römisch-katholischen (Vorjahr: 216), 112 aus der evangelischen und fünf aus anderen Religionsgemeinschaften.

Martina Staudinger/kb

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