Kaufbeuren: Beim Starkbieranstich kann die CSU auch mal ausgelassen lustig sein

OB Bosse lässt auf die SPD anstoßen

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Mit nur zwei Schlägen zapfte Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke (li.) das Fass mit dem Buronator Doppel-Bock an, assistiert von Staatssekretär Josef Pschierer, Oberbürgermeister Stefan Bosse und der Technische Leiter und Prokurist der Aktienbrauerei, Bernd Trick.

Kaufbeuren – Dass sich die Kaufbeurer CSU als Nachtrag zum Politischen Aschermittwoch nicht nur über andere politische Mitspieler lustig machen, sondern auch sich selbst auf die Schippe nehmen kann, bewies sie vergangene Woche beim 1. Frühschoppen der CSU mit Starkbieranstich bei Weißwurst und Brezen.

„Nur a Bier will I ham” sangen „Die lustigen Drei“, ein Quartett der Heubodenmusik aus Irsee. Kurzweilig und mit Witz und Anekdoten führten die Mundartmusiker durch das Programm. An diesem Sonntagvormittag konnte man irgendwie die reden nicht so ganz ernst nehmen.

Für gute Stimmung und den ersten Lacher sorgte Bundestagsabgeordneter und Stadtrat Stephan Stracke selber, als er unter den Gästen die CSU-Vertreter des Stadtrates begrüßte: „Die Stadträte werden oft gescholten, dass sie nicht kommen. Wenn es aber was (umsonst) gibt…“. Oberbürgermeister Stefan Bosse begrüßte die Anwesenden als „Fastengemeinde“ und mahnte mit einem Augenzwinkern, dass dieser Frühschoppen mit Starkbieranstich nicht den Besuch des Gottesdienstes ersetze. Anschließend lies er die Besucher auf die SPD anstoßen, da diese nach Bekanntgabe ihres Wahlergebnisses für die Große Koalition endlich dafür gesorgt habe, dass es jetzt in Deutschland weitergehen könne. Weiter stellte Bosse die Wortschöpfung „Rewettle“ vor, das Rewe Center im Forettle. Dort werde gleich neben dem Rathaus ein „weißes Haus“ gebaut und in einer nicht ganz ernst gemeinten Analogie zum Regierungssitz in USA meinte er: „Ich will ins weiße Haus. Das ist mein nächstes Ziel an dem ich arbeite“.

Josef Pschierer, bayerischer Staatssekretär, wie alle Honoratioren mit Trachtenjacke, erläuterte, warum er wegen des positiven Ausgangs der Abstimmung bei der SPD heute beim Starkbieranstich der CSU nur strahlende Gesichter sehe. Er erlebe einen strahlenden Bundestagsabgeordneten Stracke, da dieser jetzt endlich zum Arbeiten nach Berlin fahren könne und keinen neuen Wahlkampf betreiben müsse. Und er zeigte sich selbst als strahlender Staatssekretär, da man in der nächsten Woche guten Gewissens Horst Seehofer nach Berlin verabschieden könne, was ohne die Entscheidung für die Große Koalition nicht möglich gewesen wäre.

Anschließend verlas Werner Blind, ein Urgestein aus dem Kaufbeurer Fasching, seine selbstverfassten, kabarettistischen Reime und nahm dabei das Tagesgeschehen in Kauf­beuren aufs Korn. Bestätigung für den Starkbieranstich holte sich Blind bei den Stadträten: „Es ist doch besser, hier zu sitzen, als in der Kirche“. Die geplante Moschee im Norden von Kaufbeuren schlug er vor, bis nach Schlingen zu verlegen, da man dann in Kaufbeuren den Muezzin nicht mehr rufen höre.

Auch International bekam die Prominenz ihr Fett weg, so erinnerte er sich bei Donald Trump in Amerika an ein „Trumpeltier“. „Über Erdogan will ich nichts sage, sonst wird er mich dann gleich verklage“, reimte der Büttenredner. Bei Putin erinnerte er an den „goldenen Schuss“ der Athleten für Olympia. Auch über die lange Zeit der Regierungsbildung machte sich Blind lustig und zählte die Beteiligten der Jamaika-Verhandlungen an. Auch die SPD habe noch genug Luft, nach unten, meinte er. Dem Kaufbeurer Oberbürgermeister gab er Positives mit auf den Weg: „Der Rundweg um den Bärensee ist einfacher zu bauen, als ein Eisstadion“. Abschließend forderte der Festredner die Anwesenden auf: „Lasst uns feire, in Kaufbeire“.

Mit vereinten Kräften – Staatssekretär Pschierer und OB Bosse stützten das Fass von hinten – zapfte Bundestagsabgeordneter Stracke mit nur zwei Schlägen ein Fass Doppel-Bock, mit 18,3 Prozent Stammwürze und 7,5 Prozent Alkoholgehalt an. Als Zugabe und inoffiziellen Beitrag zum Eurovision Song Contest ESC spielte die Blasmusik und intonierte der Oberbürgermeister, „Heißer Sand“, das Lieblingslied von Bürgermeister Ernst Holy.

Von Wolfgang Krusche

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