„Starkes Sprachrohr“ für die Wehren

Kreisfeuerwehrverband Ostallgäu besteht seit 25 Jahren

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Tradition erhalten – Zukunft gestalten: Mitglieder der Kreisbrandinspektion vor der Fahne und einem Rollup des Kreisfeuerwehrverbandes. Von links Peter Einsiedler (Bereich Süd), Kreisbrandrat Markus Barnsteiner, Ehrenmitglied Wilhelm Schorer (Mauerstetten), Jugendfeuerwehrwart Klaus Grosch (Füssen), Georg Trautwein (Bereich Nord) und Mike Ledig (Bereich Mitte).
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Germaringen – An der weißen Wand neben der Bühne im Germaringer Hof hing die Fahne mit den Bändern – ein Zeichen für Tradition. Darunter stand ein schmaler, zwei Meter hoher Rollup in leuchtenden Farben – ein Symbol für Zukunft. Diese Impression aus dem Saal zur Feier des 25-jährigen Bestehens war mit Bedacht gewählt. Denn das Motto zum Jubiläum lautete „Tradition erhalten – Zukunft gestalteten“. 220 Gäste feierten mit dem Geburtstagskind; der Kreisfeuerwehrverband Ostallgäu wurde im April 1994 aus der Taufe gehoben.

Die Feuerwehren brauchen ein „starkes Sprachrohr“: Das sei vor 25 Jahren bei der Gründung die Überzeugung gewesen. Und daran habe sich bis heute nichts geändert, betonte Martin Schafnitzel aus Pforzen, der die Festansprache hielt. Er war 16 Jahre – von 1993 bis 2009 – Kreisbrandrat für die 100 Wehren im Ostallgäu und zudem 15 Jahre Vorsitzender des Feuerwehrverbands. Beide Ämter hat Markus Barnsteiner aus Germaringen von ihm vor zehn Jahren übernommen.

Vor der Gründung habe es „viele polemische Äußerungen“ gegeben, erwähnte Schafnitzel und meinte dabei auch Kommentare aus den eigenen Reihen und aus der Politik. „Da kommt’s mir manchmal heut no“, ergänzte der Ehrenkreisbrandrat. Hochachtung zollte er seinem Nachfolger Markus Barnsteiner. „Was da in den letzten neun Jahren alles passiert ist“, freute sich Schafnitzel und wies darauf hin, dass man bei den Wehren im Ostallgäu in einigen Fachbereichen weit vorne stünde.

Die Aufgaben des Verbandes

Beim mehr als dreistündigen Festabend, den Uschi Zwick, die Vorsitzende der Feuerwehr Geisenried, charmant und zielstrebig moderierte, stellten Schafnitzel und Barnsteiner gleichermaßen die Aufgaben des Kreisfeuerwehrverbandes heraus. Dazu gehören die Förderung der Aus- und Fortbildung, die Betreuung der Mitgliedswehren sowie der Jugendgruppen.

Weitere Aspekte sind die Zusammenarbeit mit den am Brand- und Katastrophenschutz beteiligten Stellen, die Förderung sozialer Einrichtungen für die Feuerwehren, die Öffentlichkeitsarbeit, Kreisfeuerwehrtage und Infotage, die Organisation überörtlicher Lehrgänge vor Ort, das Erstellen einheitlicher Ausbildungsunterlagen, der Betrieb des neu angeschafften mobilen Brandschutzerziehungs-Anhängers, aber auch die Betreuung der Kinderfeuerwehren.

Apropos Kinderfeuerwehren: Beim Festabend wurden vier Generationen vorgestellt. Als erstes bat Moderatorin Uschi Zwick die Mädchen Lena und Nelli auf die Bühne; deren Mutter Claudia Bachinger hatte 2016 die Kinderfeuerwehr in Biessenhofen gegründet. Die Jugendfeuerwehr repräsentierten Luise Wetzler und Johannes Böck aus Friesenried, wo heuer der schwäbische Bezirksfeuerwehrjugendtag ausgerichtet wird.

Michaela Hartmann aus Ingenried und Benedikt Gruber aus Buchloe wurden als aktive und zugleich erfahrene Feuerwehrleute vorgestellt. Robert Fritz aus Eisenberg, früher Kommandant und seit 2018 Vorstand, sowie Josef Meger aus Eurishofen (lange Zeit Kommandant) verkörperten die Generation der Senioren.

Der Verband mit seinen 12.000 Mitgliedern sei „ein starker Vertreter der Feuerwehren im Landkreis Ostallgäu und werde sogar bis nach München gehört“, bescheinigte Landrätin Maria Rita Zinnecker. Nach dem Grußwort der Pfrontener Bürgermeisterin Michaela Waldmann (namens des Gemeindetages) lockerte Zauberer Martin Kaufmann als „Magic Martin“ die Stimmung; Opfer seiner Vorführungen waren u.a. Kaltentals Bürgermeister Manfred Hauser und Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke. Für Musik sorgten die „Mini-Krainer“ aus Germaringen mit Wolfgang Klemm, Martin Schlichterle und Tobias Dopfer, der selbst Feuerwehrvorstand ist.

Auszeichnungen

Im Mittelpunkt standen zahlreiche Ehrungen. Kreisjugendwart Klaus Grosch aus Füssen wurde mit dem Ehrenkreuz in Silber gewürdigt. Seit 2013 ist er Jugendfeuerwehrwart, zuvor war er Stellvertreter. Diakon Alfred Hofmann (ebenfalls Füssen) erhielt die Feuerwehr-Ehrennadel in Silber. Er ist seit über 25 Jahren Ansprechpartner bei belastenden Einsätzen.

Wilhelm Schorer aus Mauerstetten, Gründungsmitglied und aktuell Schatzmeister des Kreisfeuerwehrverbandes sowie ehemals Kreisbrandmeister im Abschnitt Nord, wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Die Firma mayr Antriebstechnik in Mauerstetten ist nunmehr offiziell „Partner der Feuerwehren“. 70 Mitarbeiter leisten Dienst in mehreren Wehren, die Freistellung zu Einsätzen sei unkompliziert.

Schließlich verlieh Kreisbrand­inspektor Georg Trautmann vom Bereich Nord (Oberostendorf) das Ehrenkreuz an Kreisbrandrat Barnsteiner. „Unser Markus hat’s wirklich verdient“, würdigte Trautwein dessen „unermüdlichen und professionellen Einsatz“. Barnsteiner, der 1990 in Germaringen in die Wehr eintrat, absolvierte inzwischen elf Lehrgänge an staatlichen Feuerwehrschulen. Fünf Jahre war er Kommandant, acht Jahre Kreisbrandmeister. Im Sommer 2009 wurde er zum Kreisbrandrat gewählt. Bereits im Dezember 2013 erhielt Barnsteiner, dessen Frau Carolin beim Fest­abend mit Blumen bedacht wurde, das Steckkreuz des Innenministers.

jj

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