Startschuss für Herzzentrum

Dr. Martin Hinterseer (Chefarzt Innere Medizin Klinikum Füssen), PD Dr. Marcus Koller (Leiter Elektrophysiologie Kl. Kaufbeuren), Landrat Johann Fleschhut, OB und Verwaltungsratsvorsitzender Stefan Bosse, Ludwig Lederle (Vorstandsvorsitzender des Klinikverbunds), Prof. Michael Beyer (Chefarzt Herzchirurgie Kl. Augsburg), Alexander Schmidtke (Vorstand Kl. Augsburg) und Dr. Joachim Klasen (Vorstand der Kl. Kaufbeuren-Ostallgäu) setzen sich mit der Kooperationsvereinbarung für die Herzpatienten der Region ein. Foto: Frisch

Mit der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen der Herzchirurgie am Klinikum Augsburg und der Kardiologie am Klinikum Kaufbeuren wurde nun der letzte Meilenstein gesetzt auf dem Weg zur Gründung des Herzzentrums Ostallgäu-Kaufbeuren. Ziel der engen Zusammenarbeit ist eine erhöhte Sicherheit der Herzpatienten im Landkreis.

„Es ist geplant, bei komplizierten sogenannten „interventionellen“ Eingriffen (gezielte Eingriffe am Gewebe) ein Herzchirurgenteam aus Augsburg direkt vor Ort im Herzzentrum bereitzuhalten, um bei Komplikationen sofort im Rahmen einer Notoperation reagieren zu können“, erklärte Landrat Johannes Fleschhut vor der Unterzeichnung. Aber auch bei unerwarteten Risikosituationen könne zukünftig innerhalb kürzester Zeit ein Herzchirurgen-Team aus Augsburg eingeflogen werden. Eine Stunde nach Anruf kann dieses Team laut Professor Michael Beyer, Chefarzt der Herzchirurgie Klinikum Augsburg, per Hubschrauber in Kaufbeuren sein. „Da diese Zeit aber sowieso für die Vorbereitung der Operation benötigt wird, ist es möglich, den Patienten nahezu ohne Zeitverlust optimal chirurgisch zu versorgen“, so Beyer. Der Leiter der Elektrophysiologie am Klinikum Kaufbeuren, PD Dr. Marcus Koller, der zusammen mit dem Chefarzt für Innere Medizin Füssen, Dr. Martin Hinterseer, das Herzzentrum leiten wird, betonte, die Zusammenarbeit unter allen Häusern des Klinikverbunds sei ein wichtiger Faktor für die bestmögliche Behandlung des Patienten: „Wir tauschen uns praktisch täglich über bestimmte Fälle aus. Zudem besteht eine enge Vernetzung bei bestimmten Diagnosen; wenn beispielsweise ein Patient mit Herzinfarkt ins Buchloer Krankenhaus kommt, wird er innerhalb kürzester Zeit nach Kaufbeuren verlegt“. Elemente dieser Zusammenarbeit seien auch das bereits bestehende Herzinfarkt-Netzwerk mit den Rettungskräften und die breiten Möglichkeiten der „Telemedizin“, bei der entscheidende Daten bereits vor dem Patienten am Ort der OP eintreffen und somit wertvolle Zeit einsparen. Im neuen Herzzentrum sollen vor allem Patienten mit Herzinfarkt, aber auch mit vielen anderen Herzerkrankungen ein umfassendes Behandlungskonzept vorfinden. Es werden nicht nur alle modernen interventionellen Herzkatheder-Verfahren sowie die der Elektrophysiologie durchgeführt, auch eine sogenannte „Chest-Unit“ mit standardisierten Behandlungsabläufen für Menschen mit Brustschmerzen gehören dazu. Großer Wert werde zudem auf die Kooperation mit den niedergelassenen Ärzten gelegt. Stefan Bosse, Kaufbeurer Oberbürgemeister und Vorsitzender des Verwaltungsrats der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren, verwies auf die immense Bedeutung solcher Netzwerke in der Zukunft: „Wir können auf Dauer nicht jede Leistung auf höchstem Niveau an allen Klinikstandorten gleichzeitig an- bieten. Stattdessen muss die Kompetenz einzelner Partner, wie in diesem Fall Augsburg, in die Fläche gebracht werden so dass möglichst viele Menschen davon profitieren.“ Das werden, laut Einschätzung von Alexander Schmidtke, Vorstand des Klinikums Augsburg, rund 2 Millionen Menschen im Einzugsgebiet sein.

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