Ein Umdenken bewirken

Stadtjugendring Kaufbeuren: Statement für Demokratie

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Bei der Vollversammlung des SJR brachten die Jugendorganisationen ihre Stimme und vielfältige Anregungen ein.

Kaufbeuren – Ganz im Zeichen des neuen Jahresthemas „Querdenken-Fairdenken“ stand die Frühjahrsvollversammlung des Stadtjugendrings (SJR) im Kaufbeurer Rathaus. Die jungen Menschen der Stadt wollen demokratische Werte leben, sich für politische Teilhabe stark machen, und gegen „Hate Speech“ und unreflektierte Meinungsmache eintreten, um ein Umdenken in mehrerlei Hinsicht anzustoßen.

„Die Jugendarbeit ist in Zeiten einseitiger und populistischer Diskussion wichtiger denn je“, bekräftigte SJR-Vorsitzender Holger Jankovsky. Oberbürgermeister Stefan Bosse begrüßte im Hinblick auf die Fridays For Future-Demo in Kaufbeuren die „dynamische Veränderung im politischen Dialog“ und das Engagement der jungen Menschen, das nicht auf Provokation, sondern Inhalte setze.

„Querdenken-Fairdenken“

Gemäß dem neu gewählten Jahresthema „Querdenken-Fairdenken“ wollen die jungen Menschen eine Wertedebatte anstoßen, aktiv werden „gegen das unreflektierte Schwimmen mit dem Strom in Sachen ‚Hate Speech‘, gegen die Enthemmung des Denkens, der Sprache, und für ein anerkennendes, wertschätzendes Miteinander in der Gesellschaft, im Wahlkampf und im öffentlichen Umgang“, beleuchtete Jankovsky den Gedanken hinter dem Motto.

Auch andere Ideen aus dem Jugend- und Verbändegespräch wurden im Rahmen der Versammlung vorgestellt: In Puncto Umweltschutz wurde zum Beispiel eine Müllsammelaktion angeregt. Weitere Schwerpunkte der Jugendarbeit sollen im gemeinschaftlichen Einsatz für Schwächere liegen, der auch den Mut beinhaltet, „gegen den Strom zu schwimmen“, ein Umdenken im Umgang mit Konsum in Gang zu setzen – und diese Ideen in Aktionen nach dem Motto „Wissen macht OH – Nichtwissen dumm“ umzusetzen, um „nicht nur zu reden, sondern zu handeln“. Denn „auch viele Einzelne können etwas bewegen“, sind die Jugendlichen überzeugt.

Im Rahmen der Aktion „Kein Bock auf Extremismus“, die vom 5. bis 7. Juni stattfindet, befreien die Teilnehmer gemeinsam die Stadt von Aufklebern mit extremistischem Inhalt.

Für die Realisierung weiterer Projekte, die beim 5. Kauf­beurer Jugendforum vorgestellt wurden, sagte der SJR seine Unterstützung zu. Andere erfolgreiche Veranstaltungen im vergangenen Jahr umfassten zum Beispiel das Open-Air-Kino, die „Games for YOUth“, die U 18-Wahl oder das Ausstellungsprojekt „Kaufbeu­ren unterm Hakenkreuz“ des Stadtmuseums.

In diesem Sinne möchte Jankovsky viele Jugendliche erreichen, ihre Stadt auf vielfältige Weise mitzugestalten: „Hier ist der beste Ort, um Demokratie zu lernen – und zu sehen, dass die Dinge, für die man sich einsetzt, verwirklicht werden können“, so der Leiter des SJR.

38 stimmberechtigte Mitglieder

Als neue Mitglieder erhielten die Pfadfinderinnenschaft St. Georg Kaufbeuren und die Jugendorganisation BUND Naturschutz, die das Erlebnis und den Spaß an und in der Natur in den Vordergrund stellen, das Vertretungsrecht in der Vollversammlung des SJR. Mit 38 Delegierten erreicht der SJR damit die bis dato höchste Zahl an stimmberechtigten Mitgliedern.

Bei den turnusmäßigen Neuwahlen wurde Jankovsky erneut einstimmig zum Vorsitzenden gewählt und freute sich darauf, auch in Zukunft gemeinsam mit den Mitgliedern Veränderungen zu bewirken.

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