Mitgliederversammlung beim Feuerwehrmuseumsverein Kaufbeuren-Ostallgäu

Status eines staatlichen Museums

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Auf ein arbeitsreiches, aber erfolgreiches Vereinsjahr blickte die Vorstandschaft des Feuerwehrmuseumsvereins bei ihrer Mitgliederversammlung zurück.

Kaufbeuren – Nach mehr als 10.000 ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden, war es im Juni 2017 endlich so weit, der Feuerwehrmuseumsverein Kaufbeuren-Ostallgäu eröffnete auf dem Werksgelände der ehemaligen Spinnerei und Weberei Momm, in einer der dortigen Hallen sein neues Feuerwehrmuseum. Seitdem ist noch viel gewerkelt und von Seiten der aktiven Mitglieder geleistet worden. Auf der jüngst im Saal der AOK Kaufbeuren stattgefundenen Mitgliederversammlung konnten sich die Anwesenden davon überzeugen.

Vereinsvorsitzender Helmut Winkler gab dazu einen umfangreichen und detaillierten Bericht über das vergangene Jahr 2018 ab. Nach einem ehrenden Gedenken an die im Jahresverlauf verstorbenen beiden Vereinskameraden Herbert Vogt und Ulrich Reisacher, begrüßte der Vorsitzende neben Oberbürgermeister Stefan Bosse und Mitgliedern des Stadtrats auch noch weitere Gäste aus Kreisen der Feuerwehr und befreundeten Vereinen.

Zunächst konnte Winkler mit erfreulichen und aktuellen Zahlen aufwarten. So nahm die Mitgliederzahl von 46 Personen im Jahr 2012 per 31. Dezember 2018 auf 163 Mitglieder zu, wobei der Vorsitzende eindringlich darauf hinwies, im Bezug auf Werbung neuer Mitglieder auch weiterhin aktiv zu bleiben. Schließlich werde jede zusätzliche Hand, die sich in die Vereinsarbeit einbringe, dringend gebraucht. Das Jahr 2018 sei wieder ein sehr arbeitsreiches Jahr gewesen. 2.375 Museumsbesucher, dazu noch 89 Sonderführungen von angemeldeten Besuchergruppen wurden in der Zeit von April bis Dezember betreut.

Ein derartiger Museumsbetrieb mit mehr als 300 Einsatzdiensten könne ohne die vielen fleißigen ehrenamtlichen Helfer – rund 30 an der Zahl – nicht so ohne weiteres gestemmt werden. In diesem Zusammenhang würdigte Helmut Winkler vor allem den unermüdlich für „seinen Verein“ tätigen Kameraden Toni Heider, der allein im vergangenen Jahr 67-mal im Einsatz war. Dazu kommen noch die beliebten, von Toni Heider geführten Stadtrundgänge unter dem Motto „Feuer und Flamme“, die ein Stück Kaufbeurer Feuerwehrgeschichte vermitteln und stets im Feuerwehrmuseum enden. Die Verleihung der „Kaufbeuren-aktiv Medaille“ in Gold als Gruppenauszeichnung vonseiten der Stadt sei als eine besondere Würdigung für langjähriges ehrenamtliches Engagement anzusehen. Am gleichen Tag im Dezember vorigen Jahres gab es für Toni Heider obendrein auch noch anlässlich seines 80. Geburtstages einen Empfang.

Jeweils mit einem Infostand präsentierte sich der Verein auf der Messe „BauPlus“ und bei der Floriansmesse in Friesenried. Des Weiteren beteiligte man sich beim Oldtimertreffen der Seeger Feuerwehrkameraden. Einsatz und handwerkliches Geschick und Können waren gefragt beim Umzug der zur Verfügung gestellten Bauteile des alten Pfrontener Feuerwehr-Gerätehauses und bei den folgenden Aufbauarbeiten im Museum. Mit einem zünftigen Richtfest konnte im Dezember vorigen Jahres diese Aktion gebührend gefeiert werden.

Im Juli wurden im Museum Delegationen der Kaufbeurer Partnerstädte begrüßt und einen Monat später ein original Reetdach aus Norddeutschland montiert. Erfolgreich verlief die 32. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Feuerwehrmuseen. Die Regionalgruppe Süd tagte Mitte Oktober in Kaufbeuren. Dabei konnte den Teilnehmern etwas ganz Besonderes geboten werden: Oberst Dirk Niedermeier, Kommandeur des Technischen Ausbildungszentrums der Luftwaffe Abteilung Süd, ermöglichte einen Blick hinter die Kulissen des Kaufbeurer Fliegerhorstes. Die erfolgreich verlaufende Tagung in den Räumlichkeiten der AOK, sowie eine Führung durch das Feuerwehrmuseum und ein abschließender geselliger Abend in der Mooshütte trugen zum weiteren Gelingen dieser Tagung bei. Getagt wurde auch noch im November in Fulda bei einem Treffen aller deutschen Feuerwehrmuseen.

Als Dankeschön und Anerkennung für all das aufgebrachte Engagement gab es im Oktober für den Feuerwehrmuseumsverein und die FFW Kaufbeuren noch eine Einladung vom damaligen bayerischen Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer in den bayerischen Landtag und in die Staatskanzlei.

Nach all diesen Aktivitäten folgte der Kassenbericht von Daniel Vetter, der unter anderen das Bistro und die Eintrittsgelder als wichtige Posten in seiner Buchhaltung bezeichnete. Die Kassenprüfer Dieter Gellenbeck und Alfred Schöllhorn bescheinigten dem Kassier eine vorbildliche Führung der Bücher. Vonseiten der Mitglieder wurde daraufhin dem Kassier und dem Vorstand die einstimmige Entlastung erteilt.

Etwas ausführlicher ging Vetter auf die erfolgte Betriebsprüfung des Finanzamtes ein, die nunmehr abgeschlossen sei. Über das Ergebnis könne man geteilter Meinung sein. Zum einen habe man den Status eines „Staatlichen Museums“, was einen von der Umsatzsteuer befreiten Museumsbetrieb bedeute. Gleichzeitig dürfen aber keine Vorsteuerbeträge mehr abgesetzt werden. Dadurch ging dem Verein eine Menge Geld verloren. Hier habe die Stadt dem Verein dankenswerter Weise sehr geholfen.

Künftig soll, so der Kassier, eine Ehrenamtspauschale eingeführt werden. Demnach erhalten Dienstleistende eine Vergütung im Rahmen besagter Ehrenamtspauschale als Dankeschön und Ansporn auch weiterhin für das Museum da zu sein und durch ehrenamtliche Mitarbeit am Leben zu erhalten.

„Ich finde es super, wenn es bei der Feuerwehr einmal heißt, die Stadt hat uns gerettet“, meinte Oberbürgermeister Stefan Bosse in seinem Grußwort schmunzelnd. „Gewöhnlich ist das ja sonst immer umgekehrt!“ Andererseits mache es Freude, wie es mit dem Museum aufwärts gehe, trotz der Querelen mit dem Finanzamt und so versuche die Stadt schon seit Jahren, hier so gut es gehe auch zu helfen.

Nach Bekanntgabe von verschiedenen Terminen, an denen der Verein demnächst beteiligt sein wird, wie beispielsweise an der Floriansmesse in Geisenried, einem Blaulicht-Festival in München und dem Oldtimertreffen der FFW Seeg, dankte der Vorsitzende Helmut Winkler für die geleistete Arbeit in den zurückliegenden Jahren. Sein Wunsch wäre, dass sich noch mehr Helfer in den Dienst der Sache stellen, damit die anfallenden Aufgaben auf mehr Schultern verteilt werden können. Anfang April sei dafür ein Ausbildungstag geplant.

Nach weiteren Dankesworten an die Stadt, die Landrätin und den Landkreis, die Feuerwehrwerkstätte, an Kreisbrandrat Markus Barnsteiner sowie alle Helfer und Unterstützer, gab es zum Schluss noch ein Sonderlob an Familie Heider, für deren unermüdlichen Einsatz zum Wohle „ihres Vereins“.

von Klaus-Dieter Körber

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