54,5 Prozent der Stimmen

Stefan Bosse bleibt Kaufbeurens Oberbürgermeister

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Ein Küsschen von den Töchtern für den alten und neuen Oberbürgermeister Stefan Bosse.

Kaufbeuren – Überglücklich zeigte sich Kaufbeurens alter und neuer Oberbürgermeister Stefan Bosse am Sonntagabend über den „großen Vertrauensbeweis“, den ihm die Bürger entgegengebracht haben: Mit 54,5 Prozent der Stimmen konnte sich Bosse bei der OB-Wahl gegen seine drei Herausforderer durchsetzen. Oliver Schill von den Grünen landete auf Platz zwei vor Bernadette Glückmann (Freie Wähler) und Pascal Lechler (SPD). Die Wahlbeteiligung lag bei rund 48 Prozent.

Positiv überrascht war Bosse auch, dass es „wider Erwarten“ nicht zu einer Stichwahl gekommen ist. Einiges habe man in den vergangenen sechs Jahren bewegen können. Dazu gehöre etwa der Erhalt der Bundeswehr oder der Ausbau der B12. „Luft nach oben“ gebe es dagegen noch bei Themen wie Klimaschutz, öffentlicher Personennahverkehr und dem Dauerbrenner Belebung der Innenstadt. Momentan gelte es aber, zunächst die alles überschattende Coronakrise gemeinsam zu bewältigen. Dazu müssten „alle zusammenrücken“, um mit vereinten Kräften Hilfe für die betroffenen Betriebe und die medizinische Versorgung gewährleisten zu können. Der OB setzte in diesem Sinne parteiübergreifend auf ein „gutes Miteinander“.

Dass es so ein deutliches Ergebnis wird, hatte auch seine Lebensgefährtin Katja Brauner nicht erwartet. Umso größer wiegte die Erleichterung am Wahlabend: „Ich war ehrlich gesagt aufgeregter als er“, gab Brauner zu, fand bei allem Wahlkampf aber auch Worte der Anerkennung für den gezeigten Einsatz der anderen OB-Kandidaten.

Appell zur Zusammenarbeit

Mit einer Stichwahl hätte auch Oliver Schill gerechnet, zeigte sich aber mit den 22,66 Prozent der Stimmen und der Platzierung vor den Freien Wählern dennoch sehr zufrieden. „Wir haben das ­Stimmenpotenzial ausgeschöpft“, äußerte sich Schill am Wahlabend. Er freute sich vor allem darüber, einen neuen politischen Stil im Stadtrat einzuleiten und wünschte sich dort künftig eine „bessere Zusammenarbeit, durch die wir einiges mehr bewegen können“.

Kaufbeuren lieben gelernt

„Reich beschenkt durch vielfältige Erfahrungen und Begegnungen“ fühlte sich Bernadette Glückmann trotz der 17,46 Prozent. Für sie sei es eine „aufregende Zeit“ gewesen, in deren Verlauf sie Kaufbeuren „wirklich lieben gelernt“ habe. Allgemein habe sie an den Infoständen von den Bürgern viel Zuspruch erhalten und auch die Unterstützung in den eigenen Reihen sei groß gewesen – umso leichter fiele es ihr, das Ergebnis zu verkraften.

Trend abgezeichnet

5,38 Prozent der Stimmen konnte sich Pascal Lechler holen. Lechler hätte sich zwar mehr gewünscht, allerdings habe sich der Trend im Vorfeld abgezeichnet, zumal das Ergebnis den bundesweiten Abwärtstrend der SPD widerspiegele. Den deutlichen Sieg von OB Bosse sah er auch im „guten Krisenmanagement“ im Zusammenhang mit dem Coronavirus begründet. Nichtsdestotrotz sei die SPD in Kaufbeuren ein „tolles Team“.

von Mahi Kola

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