Steht "Blaue Blume" vor dem Aus?

Die Tage des Senioren-Therapiezentrums „Blaue Blume“ in Kaufbeuren könnten wohl bald gezählt sein. Der Grund: Die AOK Bayern hat ihren Versorgungsvertrag gekündigt. Damit klafft eine Finanzlücke, die einen Fortbestand der Einrichtung unmöglich macht.

Rund 125 Senioren mit einer seelischen Erkrankung oder altersbedingter Demenz haben derzeit mit der „Blauen Blume“ in Kaufbeuren einen Platz, wo ihnen und ihren Angehörigen kostenfrei Beratungsangebote, Früherkennung und eine Stätte der Begegnung zur Verfügung stehen. Bei vielen der älteren Menschen lassen sich so stationäre Behandlungen und Krankenhausaufenthalte aufgrund ihrer Erkrankung reduzieren oder ganz vermeiden. Finanziert wurde das sogenannte „Zentrum für seelische Gesundheit im Alter“ bisher zu etwa 75 Prozent durch einen Versorgungsvertrag mit der AOK. Ob dies jedoch auch in Zukunft so sein wird, ist nun plötzlich unklar, denn praktisch „über Nacht“ habe die AOK Bayern der Blauen Blume den Versorgungsvertrag gekündigt, so Wolfgang Vater, der die Einrichtung leitet. Dies sei umso erstaunlicher, als das die Arbeit des Zentrums sehr erfolgreich sei und die Anzahl der Therapieplätze in den vergangenen sechs Jahren stetig erhöht wurde. „Erst im Jahre 2009 wurden alle Verträge im Rahmen der integrierten Versorgung geprüft und die Einrichtung unbefristet anerkannt“, wundert sich der Sozialgerontologe. Wie es nun in der Zukunft mit der „Blauen Blume“ weitergeht, sei absolut unklar. Die AOK Bayern jedoch argumentiert, man habe die rund 350000 Euro jährlich, die in die „Blaue Blume“ investiert wurden, bisher stets im Rahmen einer Anschubfinanzierung aus Fördertöpfen des Bundes zurück erhalten. Durch eine Gesetzesänderung sei dies nun nicht mehr möglich erklärt Josef Bauer, der Direktor der AOK Kaufbeuren, der derzeit eine Art Vermittlerrolle in der Angelegenheit übernimmt. Bauer selbst versteht die Aufregung um die Vertragskündigung nicht: „Wir haben derzeit ständig Gesprächsrunden mit Vertretern der ‘Blauen Blume’ und der AOK, um eine adäquate Nachfolgefinanzierung zu finden“. Es gehe ja nicht darum, die Einrichtung an sich in Frage zu stellen, so Bauer, sondern um eine finanzielle Entlastung der AOK. Bauer betont: „Man muss vor allem sehen, dass das Engagement der AOK bei der „Blauen Blume“ jetzt und in den vergangenen Jahren absolut freiwilig war: viele andere Krandenkassen haben noch nie einen Cent in Projekte wie die Blaue Blume gesteckt“. Man habe außerdem bereits einige gute Ideen, wie die Finanzierung zukünftig aussehen könnte, wolle aber zum jetzigen Stand der Dinge noch nichts konkretes sagen: „Derzeit ist noch alles offen, aber wir werden gemeinsam an einem Tisch sicher eine passende Lösung finden, ohne dass die Qualität der Einrichtung verloren geht!"

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