Der Stein des Anstoßes

Das grobe Granitpflaster soll jetzt kleinsteinigem Pflaster weichen.

Das grobe Pflaster im Rosental ist ein regelrechter „Absatz-Killer“. Immer wieder finde OB Stefan Bosse die Überbleibsel hochhackiger Damenschuhe im besagten Areal vor. Der Grund: Das Granitpflaster ist zu grob, diverse Schuhabsätze blieben stecken. Doch das ist natürlich nur ein Nebenschauplatz. Wichtiger erscheint in diesem Zusammenhang der Antrag des Behindertenbeirats, der im August dieses Jahre den barrierefreien Umbau des Rosentals im Zuge der Stadttheaterumgestaltung fordert. So sei insbesondere für Rollstuhlfahrer und Rollatorenbenutzer das vorhandene Pflaster eine Zumutung. Jetzt hat der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, dass das grobe Pflaster nun Kleinsteinpflaster weichen muss. Baubeginn könnte 2014 sein.

Insgesamt drei Lösungsansätze präsentierte Ulrich Hofmair von der Abteilung Tiefbau dem Gremium. Variante I sieht eine Verfüllung der Fugen mit Spezialfugenmörtel vor. Die Kosten belaufen sich hier auf rund 80.000 Euro. Variante II sieht einen Ausbau des Großpflasters und Ersatz durch ebeneres Kleinsteinpflaster (Kosten 130.000 Euro) vor. Variante II sieht eine Umgestaltung im Stil des Alleebeziehungsweise Ringweges vor. Die Kosten hierfür führte Hofmair mit 390.000 Euro an. Für OB Bosse war ganz klar: „Wir müssen langsam das Großkopfsteinpflaster aus der Stadt verbannen“. Er selbst könne nicht verstehen, warum man 1998 dieses eingebaut habe. Dies war auch der Kritikpunkt Johannes Böckler (CSU). Seiner Meinung könne man dem Bürger nicht vermitteln, dass die Stadt den Bodenbelag bereits nach 14 Jahren wieder erneuert. Daher favorisierte er Variante I. Hans Häußler (KI) konnte indes der Verfugungsvariante nichts positives abgewinnen: „Das ist herausgeschmissenes Geld“. Ernst Schönhaar (CSU) erklärte, dass man sich damals mit dem groben Pflaster verschlechtert habe. Man habe sich damals dafür ausgesprochen, da dieses „Sinnbild für eine mittelalterliche Stadt“ gewesen war. Gerhard Limmer (CSU) indes sah mit Blick auf die Finanzkasse, anderenorts dringenderen Handlungsbedarf, wie etwa in der Fußgängerzone. Dazu Bosse: „Hier jetzt anzufangen, das Pflaster zu erneuern macht keinen Sinn, da in drei bis fünf Jahren ohnehin der Kanal neu gemacht werden muss.“ Dann wolle man alles in einem Abwasch erledigen. Letztlich empfahl der Bauausschuss gegen zwei Stimmen dem Stadtrat besagtes Areal im Rosental mit Kleinsteinpflaster (Kosten 130.000 Euro) zu erneuern. Dies solle zeitgleich mit der Umgestaltung des Stadttheatervorplatz geschehen. Diese Maßnahme ist für 2014 vorgesehen.

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